Stefan Raab: Antisemitismus-Vorwurf! Dschungelcamper Ofarim habe „Betrüger-Gen“

Stefan Raab: Antisemitismus-Vorwurf! Dschungelcamper Ofarim habe „Betrüger-Gen“

Schwerer Antisemitismus-Vorwurf gegen Raab-Show: „Betrüger-Gen“! Was sollte dieser Ofarim-Spruch?

RTL löscht Einspieler, spricht von „Missverständnissen“

Moderator Stefan Raab und Elton (54) in der Sendung vom 27. Januar, in der es zu einem großen Teil um Sänger Gil Ofarim ging

In der Sendung vom 27. Januar, dem Holocaust-Gedenktag, beschäftigten sich Stefan Raab (59) und Elton (54, l.) ausführlich mit Dschungelcamp-Teilnehmer Gil Ofarim (43, hinten)

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Köln (Nordrhein-Westfalen) – Schwerer Antisemitismus-Vorwurf gegen Stefan Raab (59) und seine RTL-Show. In einem Einspieler der TV-Sendung wurde dem umstrittenen Dschungelcamper Gil Ofarim (43) ein „Betrüger-Gen“ unterstellt. Dieses habe Ofarim seinem „Onkel Samuel zu verdanken“, so hieß es in dem Beitrag. Doch in der Familie von Gil Ofarim gibt es nach BILD-Informationen gar keinen „Onkel Samuel“. Hat sich Raabs RTL-Show hier zur besten Sendezeit gezielt einer antisemitischen Metapher bedient?

Ausgestrahlt wurde der Einspieler in der „Stefan Raab Show“ am 27. Januar, dem Internationalen Holocaust-Gedenktag. Begleitet von vielen Lachern widmete sich dieser der Teilnahme des so umstrittenen Sängers Gil Ofarim am Dschungelcamp. Raabs bekannte Off-Stimme sagt dabei: „Das musikalische Talent hat er von seinem Vater Abi Ofarim, der in Wirklichkeit kein Abi hatte.“

Gil Ofarim sitzt derzeit im Dschungelcamp in Australien

Gil Ofarim sitzt derzeit im Dschungelcamp in Australien

Der Satz mit dem „Betrüger-Gen“

Wenige Sekunden später sieht man dann einen Markthändler, der vor einem Stand Äpfel in eine Plastiktüte wirft. Dabei landen, offenbar absichtlich, aber auch einige Äpfel in seinem schwarzen Einkaufstrolley. Der Mann stiehlt also. Dabei ist die lustige Off-Stimme zu hören: „Das bringt uns zum Betrüger-Gen von Gil, das er seinem Onkel Samuel zu verdanken hat.“

In dem Einspieler heißt es weiter: „Trotz des großen Skandals ist er natürlich ein Ausnahmetalent, das vor allem in der jüdischen Gemeinde einen Hit nach dem anderen landet.“ In diesem Moment werden ultraorthodoxe Männer beim wilden Tanz gezeigt.

Es sind Klischees über jüdisches Leben und die offensichtliche Verwendung antisemitischer Metaphern, die Juden an sich, hier einen erfundenen Ofarim-Onkel Samuel, als betrügerisch skizzieren. Das könne „man nicht anders nennen als antisemitisch“, schreibt Ayala Goldmann in der „Jüdischen Allgemeinen“. Die Ausstrahlung des Einspielers signalisiere, dass Antisemitismus am Holocaust-Gedenktag im deutschen Fernsehen offenbar „normal und sogar lustig“ sei. RTL müsse Konsequenzen ziehen.

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Das sagt Sender RTL

Was sagt der Kölner Sender also zu diesen schwerwiegenden Vorwürfen? Was sollte dieser Einspieler? BILD fragte bei RTL nach!

Ein Sprecher am Nachmittag zu BILD: „Der Beitrag setzt sich mit der Person Gil Ofarim und seinem öffentlichen Auftreten im Kontext der bekannten Betrugsvorwürfe auseinander, insbesondere mit der von ihm selbst erhobenen und später widerlegten Behauptung eines antisemitischen Vorfalls. Anlass für die humoristisch überspitzte Befassung mit seiner Person war ausschließlich dieses Verhalten und die mediale Inszenierung der eigenen Person. Im Rahmen der Sendung wurden alle Dschungelcamp-Teilnehmenden dem Zuschauer satirisch nähergebracht; hierzu kamen bewusst überzeichnete, fiktionale und teils absurde Bilder und Geschichten zum Einsatz.“

Steht der Sender also zu den Formulierungen in dem Einspieler, auch zur verwendeten Symbolik des frei erfundenen „Onkels Samuel“? Offenbar nicht! RTL löschte den Beitrag! Der Sprecher des Senders erklärt weiter: „RTL weist jede Form von Antisemitismus entschieden zurück. Zugleich sehen wir ein, dass der Einspieler zu Missverständnissen führen konnte. Vor diesem Hintergrund nehmen wir den Beitrag offline und werden künftige Inhalte noch sensibler daraufhin prüfen, welche Deutungen sie ermöglichen.“

RTL reagierte schnell: Die Sendung vom 27. Januar wurde bereits entfernt.

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