Was bei Newcastle falsch läuft – Howe unter Beobachtung

Was bei Newcastle falsch läuft – Howe unter Beobachtung

Trainer Howe unter Beobachtung 

Woltemade & Co. Was bei Newcastle falsch läuft – Howe unter Beobachtung

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Neun Siege und neun Niederlagen, 33 erzielte und 33 kassierte Tore, Platz elf in der Premier League. Newcastle United ist als Champions-League-Teilnehmer in die Saison gestartet, hatte in der laufenden Spielzeit die fünfthöchsten Ausgaben aller Teams weltweit und erlebt doch eine enttäuschende Saison. In Englands Eliteliga sind die Magpies Mittelmaß, im FA Cup überstand man die erste Partie nur mit Ach und Krach, in der Königsklasse braucht es den Umweg über die Zwischenrunde und im EFL Cup ist der NUFC als Titelverteidiger schon ausgeschieden. Mit Stefan Bienkowski von Transfermarkt.co.uk beleuchten wir die unbefriedigende Situation Newcastles um Top-Neuzugang Nick Woltemade unter Trainer Eddie Howe.

„Für die leidenschaftlichen Fans von Newcastle ist die bisherige Saison ohne Zweifel eine zum Vergessen“, meint Bienkowski zur Lage am St. James‘ Park. Der Jahresstart war ebenfalls kaum versöhnlich. Von den ersten zehn Partien 2026 gewann Newcastle nur zwei in der Liga, eines nach Elfmeterschießen im Pokal und eines in der Champions League. „Neben dem Ausscheiden im Ligapokal, den sie nach dem historischen Titel der letzten Saison verteidigen wollten, verbrachte Howes Mannschaft nur einen von 24 Spieltagen unter den ersten Sechs der Premier League“, sagt Bienkowski. Der Experte weiß: Trainer Howe steht unter Beobachtung.

„Howes fünfte Spielzeit in Newcastle ist seine schwächste“, urteilt der Fachmann, wenn auch nur über den bisherigen Stand. Der Trainer steht aktuell bei einem Saisonschnitt von 1,55 Punkten pro Spiel, weniger als die 1,57 Punkte in den Saisons 21/22 und 23/24 und ein Rückgang von 20 Prozent gegenüber der starken Vorsaison, die Newcastle in die Champions League führte. Die Doppelbelastung nennt Bienkowski als eine mögliche Erklärung für die Schwäche des Teams.

Newcastles torarmer Sturm trotz hoher Ausgaben

Newcastles Formschwäche lässt sich jedoch nicht allein mit dem vollen Kalender erklären. „Zur Verteidigung von Howe muss man sagen, dass er nach der Niederlage gegen Man City am Mittwochabend das größte Problem des Vereins selbst ansprach“, betont Bienkowski. Howe hatte vor der Presse eingeräumt, dass die Chancenverwertung unzureichend war. Tatsächlich hat man sich äußerst harmlos vor dem Tor präsentiert, obwohl der 75 Millionen Euro teure Transfer von Woltemade vom VfB Stuttgart zunächst voll aufzugehen schien.

Neun Pflichtspieltreffer erzielte Woltemade in der ersten Saisonhälfte. Nach dem Jahreswechsel war der gebürtige Bremer dagegen noch nicht erfolgreich. Elf Premier-League-Teams haben Stand jetzt mehr Treffer auf dem Konto als Newcastle mit seinen 33. Zum Ende der letzten Saison waren es nur die Teams aus der Top-3, die häufiger trafen. Dann verkaufte man Top-Torjäger Alexander Isak für 145 Millionen Euro an Liverpool und holte ein Trio aus Woltemade, Yoane Wissa (Brentford) und Anthony Elanga (Nottingham Forest) für insgesamt 194 Mio. Euro.

„Die Zahlen sind alarmierend“, attestiert Bienkowski. „Nach dem Spiel gegen Man City am Mittwoch hat Elanga in 32 Spielen für Newcastle lediglich ein Tor und zwei Assists erzielt, Wissa konnte seine Form der letzten Saison nicht wiederholen und kommt in 17 Spielen nur auf drei Tore und einen Assist, und Woltemade verbuchte in 35 Spielen wettbewerbsübergreifend neun Tore und vier Assists. Selbst wenn man die Leistungen aller drei Spieler zusammenrechnet, reichen ihre insgesamt 20 Tore und Assists also deutlich nicht an Isaks 34 Tore und Vorlagen der letzten Saison heran.“

Der Experte bekundet: „Natürlich brauchen Neuzugänge Zeit, um sich an ihr neues Umfeld zu gewöhnen, und niemand erwartete, dass einer der neuen Spieler Isaks Rolle über Nacht übernehmen und den Stürmer ersetzen würde. Doch wenn es Howe nicht gelingt, dass einer seiner drei Top-Neuzugänge in den kommenden Wochen regelmäßig Tore schießt und oder vorbereitet, könnte Newcastle die Saison im Mittelfeld der Tabelle beenden und im Sommer möglicherweise einen neuen Trainer suchen.“

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