Saint-Médard-en-Jalles, Düsseldorf. Der rosarote, dicke Stoff um die Rakete herum erinnert an ein Ballett-Tutu. Aber es ist ein Hitzeschutz, den Techniker in einer Werkshalle in der Nähe von Bordeaux anschrauben. Das runde Teil muss bald mehr als 2000 Grad aushalten – eine Temperatur, bei der sich Aluminium schon in Rauch auflöst.
Mitte Februar hebt in Kourou, dem äquatornahen Raumbahnhof der europäischen Weltraumbehörde ESA im südamerikanischen Französisch-Guyana, eine fast völlig neue Ariane 6 ab. Statt wie zuvor zwei treiben nun vier „Booster“ die rund 60 Meter hohe Rakete an. Diese Extra-Triebwerke verbrennen 142 Tonnen Festtreibstoff auf einmal. Es entsteht ein Inferno aus extremer Hitze, bebender Erde und ungeheuren Mengen Staub und Qualm. Aber nur so bekommt die etliche Hundert Tonnen schwere Rakete überhaupt genug Schub, um die Anziehungskraft der Erde zu überwinden.
Fragt man André Lafond, bei Arianegroup Chef des Booster-Programms, hört sich das weniger dramatisch an: „Die Effekte der Abstrahlung heißer Gase im Heckbereich sind deutlich stärker als zuvor“, sagt der Franzose im schönsten Ingenieursfranzösisch. Und einige der erfolgreichsten Unternehmer der Welt werden zuschauen, wie undramatisch diese Abstrahlung heißer Gase im Heckbereich verläuft.



