Trotz der mutmaßlichen Verschleppung eines ihrer Vertrauten will die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado in ihre Heimat zurückkehren.
Juan Pablo Guanipa soll nach Angaben von Angehörigen und Partei wenige Stunden nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis von schwer bewaffneten Männern in Zivil abgefangen und mitgenommen worden sein. »Seitdem wissen wir nicht, wo er ist«, sagte Guanipas Sohn Ramón auf einer Pressekonferenz. Es müsse unverzüglich nachgewiesen werden, dass sein Vater noch lebe.
Die venezolanische Staatsanwaltschaft teilte ihrerseits mit, sie habe die Festnahme Guanipas beantragt, da er gegen Auflagen verstoßen habe. Weitere Einzelheiten waren zunächst nicht bekannt. Guanipa hatte nach seiner Freilassung bei einer Kundgebung vor Medien auch die Entlassung weiterer Gefangener gefordert. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP hatte er zudem die venezolanische Regierung aufgerufen, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl von 2024 zu respektieren. Nach allgemeiner Einschätzung hatte damals der Oppositionspolitiker Edmundo González Urrutia die Wahl gegen den linksnationalistischen Präsidenten Nicolás Maduro gewonnen. Von den Behörden wurde jedoch Maduro zum Sieger erklärt, die Opposition sprach von Wahlbetrug.
Sie habe klar gesagt, »dass es mein Ziel ist, so schnell wie möglich nach Venezuela zurückzukehren und die Venezolaner im demokratischen Übergangsprozess zu unterstützen«, sagte Machado. Bei diesem Vorhaben bleibe es. Zuvor müsse sie aber noch bestimmte Aufgaben erledigen, dann werde sie in ihre Heimat zurückkehren. Ein Datum für ihre geplante Rückkehr nannte die Friedensnobelpreisträgerin nicht.



