Goldman Sachs: Chefjuristin Kathryn Ruemmler geht wegen Epstein-Verbindung

Goldman Sachs: Chefjuristin Kathryn Ruemmler geht wegen Epstein-Verbindung

Die Chefjuristin der US-Großbank Goldman Sachs, Kathy Ruemmler, ist nach Enthüllungen über ihre Verbindungen zu dem verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zurückgetreten. Dies teilte ​der Chef des Geldhauses, David Solomon, am Donnerstag mit. Zuvor hatten vom US-Justizministerium veröffentlichte Dokumente gezeigt, dass die Juristin von ‌Epstein Geschenke angenommen und ihn bei Medienanfragen zu seinen Verbrechen beraten hatte. Ruemmler taucht in rund 10.000 Dokumenten auf, die von der US-Justiz freigegeben worden sind. Der Rücktritt ist der bislang prominenteste in der Finanzbranche im Zusammenhang mit den jüngst veröffentlichten Epstein-Dokumenten. Die Bank werde Ruemmler vermissen, teilte Solomon mit. Doch habe er ihren Rücktritt angenommen und ihre Entscheidung respektiert.

Ruemmler begründete ihren Rückzug mit der öffentlichen Debatte ​um ihre Person. »Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Medienaufmerksamkeit, die sich auf meine frühere Arbeit ⁠als Strafverteidigerin bezieht, ⁠zu einer Ablenkung wird«, sagte sie der Zeitung »Financial Times«. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters hatte sie Anfang Februar erklärt, sie habe Epstein als Anwältin kennengelernt. »Ich hatte keine Kenntnis von einem andauernden kriminellen Verhalten ‌seinerseits und kannte ihn nicht als das Monster, als das er ​sich entpuppt hat.« ‌Ruemmler hatte Solomon ihren Rücktritt am Donnerstag angeboten, wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person sagte. Er soll zum 30. Juni wirksam werden.

Aus den Dokumenten des Justizministeriums geht hervor, dass Ruemmler von 2014 bis 2019 in engem Austausch mit Epstein stand. Epstein hatte ‌allerdings bereits im Jahr 2008 die Förderung der Prostitution einer Minderjährigen eingestanden. Ruemmler nannte Epstein in E-Mails »Sweetie« und »Onkel Jeffrey«  und bedankte sich 2019 für Geschenke mit den Worten: »Bin heute total ‌von Onkel Jeffrey ausgestattet worden! Jeffrey-Stiefel, Handtasche ​und Uhr!« Die neuen Dokumente haben ‌auch andere Großbanken wie die UBS in Bedrängnis gebracht. Zur Deutschen Bank ‌hatte Epstein ebenfalls ​lange Geschäftsbeziehungen unterhalten.

Epstein starb nach seiner Festnahme 2019 in seiner New Yorker Gefängniszelle. Das »Wall Street Journal« entdeckte in den Unterlagen jüngst einen Hinweis darauf, dass Ruemmler zu den Personen gehörte, die Epstein unmittelbar nach seiner Festnahme anrief. Das geht der Zeitung zufolge aus handschriftlichen Notizen von FBI-Mitarbeitern hervor, die als Teil des Unterlagenpakets veröffentlicht wurden. Ruemmlers Sprecherin sagte zu dem Bericht, sie habe lediglich eine berufliche Beziehung zu Epstein gehabt und nichts von seinen Verbrechen gewusst. Goldman Sachs hatte anfänglich bestritten, dass Ruemmler deswegen ihren Job verlieren könnte.

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