Berlin – Die SPD will, dass Vermieter künftig auch auf Mieteinkünfte Krankenkassen- und Pflegebeiträge zahlen. Das soll zusätzliche Milliarden ins Sozialsystem spülen. Doch Vermieter warnen jetzt: Wird der Plan umgesetzt, droht ein Mieten-Schock! Um bis zu 15 Prozent könnten die Mieten steigen, warnt der Eigentümerverband Haus & Grund. Die Experten haben für BILD durchgerechnet, was der SPD-Plan für verschiedene Wohnungen und Miethöhen bedeuten würde.
Die Folgen des SPD-Plans für Mieter
Aktuell liegt der Krankenkassenbeitrag im Schnitt bei 17,5 Prozent. Der Pflegebeitrag beträgt – je nach Kinderzahl – bis zu 4,2 Prozent.
- Bei einer 72-Quadratmeter-Wohnung würde die Nettokaltmiete von 575 Euro auf 658 Euro/Monat steigen. Ein sattes Plus um 14,4 Prozent.
- In einem Mietshaus mit drei Wohnungen (je 80 Quadratmeter) würde die Kaltmiete von 516 Euro auf 589,50 Euro steigen. Anstieg um 14,2 Prozent.
- Mieter einer 90-Quadratmeter-Wohnung mit bisher z.B. 787,50 Euro Monatsmiete müssten künftig 904,80 Euro zahlen. Plus 14,9 Prozent!
Haus&Grund-Präsident Kai Warnecke (53) warnt daher empört: „Wer Mieten mit zusätzlichen Abgaben belastet, verteuert zwangsläufig das Wohnen. Das ist einfache Mathematik.“ Die Renditen der meisten Vermieter seien viel zu niedrig, um die Erhöhung abfedern zu können. SPD-Bauexperte Hendrik Bollmann (43) hält dagegen, kündigt bereits Maßnahmen gegen eine Mieten-Explosion an. „Im weiteren Diskussionsprozess werden wir selbstverständlich die Grundlagen dafür schaffen, dass bei entsprechenden Konzepten keine zusätzlichen Belastungen auf die Mietenden abgewälzt werden dürfen“, so Bollmann zu BILD. Es gehe nicht darum, Mieter zusätzlich zu belasten. Der Deutsche Mieterbund wollte sich auf BILD-Anfrage nicht äußern.



