Spenderorgan beim Transport zerstört: Keine Hoffnung für Jungen (2) mit „erfrorenem Herzen“
Ärzte schließen erneute Transplantation aus
Mutter Patrizia ist am Boden zerstört. Das Spenderherz für ihren Sohn wurde beim Transport falsch gelagert
Neapel (Italien) – Wie viel Leid muss diese Familie noch ertragen? Der zweijährige Junge, der in Italien ein beschädigtes Spenderherz eingesetzt bekommen hat, wird wohl nicht überleben. Die Ärzte haben keine Hoffnung mehr, das Kind durch ein neues Organ zu retten. Schlimmer noch: Es soll gar nicht erst versucht werden.
Ein Gremium von Ärzten aus verschiedenen Kliniken ist am Mittwoch in Neapel zu dem Schluss gekommen, dass eine nochmalige Operation des Kindes aus medizinischer Sicht keinen Sinn mehr macht. Der kleine Francesco (Name geändert) bekommt somit keine neue Chance.
Der herzkranke Junge bekam im Monaldi-Klinikum in Neapel das Herz transplantiert
Herz von ertrunkenem Jungen sollte ihn retten
„Auf der Grundlage der letzten Untersuchungen wird festgestellt, dass der Zustand des Kindes nicht mit einer neuen Transplantation vereinbar ist“, erklärten die Mediziner in einer Mitteilung. Es ist die nächste Hiobsbotschaft für die Eltern, die seit der Geburt des Jungen so viel Schmerz durchleiden mussten. Francesco kam damals mit einem Herzfehler zur Welt. Schnell war klar: Er braucht ein neues Herz – das eines anderen, verstorbenen Kindes. Es sollte in ihm weiterleben.
Nach langem Warten wurde kurz vor Weihnachten ein Spenderorgan gefunden. Es war das Herz eines Vierjährigen, der in einem Schwimmbad ertrunken war. Freude und Leid waren selten so nah. Doch beim Transport ging schließlich etwas furchtbar schief: Statt wie üblich in herkömmlichem Eis, lag das Organ in viel kälterem Trockeneis. Es ist buchstäblich „erfroren“. Da das eigene Herz des Jungen schon entnommen worden war, wurde das beschädigte Spenderorgan trotzdem transplantiert.
Der Anwalt der Familie, Francesco Petruzzi, erklärte, es hätte ein neues Herz für den Jungen gegeben
Das neue Organ bekommt ein anderes Kind
Seither wird der Junge von einer Maschine am Leben gehalten. Er liegt auf der Intensivstation des Monaldi-Klinik in Neapel. Mutter Patrizia hatte die Hoffnung zunächst nicht aufgegeben. Im italienischen Fernsehen sagte sie noch: „Wir warten auf ein neues Herz für meinen Sohn, er kämpft wie ein Krieger.“ Besonders tragisch: Seit Dienstag gibt es ein neues Herz – das nun einem anderen, kleinen Patienten von der Spenderliste eingesetzt wird. Laut dem Anwalt der Eltern liegt die Chance, dass es Francescos Leben retten würde, bei zehn Prozent. Die Mutter hätte einer Transplantation zugestimmt.
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