Neuer Trainer ernannt

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Überraschende Kehrtwende bei Olympique Marseille: Sportdirektor Medhi Benatia bleibt dem krisengeschüttelten Ligue-1-Klub doch erhalten und bekommt mehr Entscheidungsgewalt. Der ehemalige Bayern-Profi hatte am Sonntag zunächst seinen Rücktritt erklärt und diesen mit wachsender Unzufriedenheit sowie der Unruhe im Vereinsumfeld begründet – nun die Rolle rückwärts, nachdem OM-Eigentümer Frank McCourt eingegriffen hat. Im Gegenzug wird Klubpräsident Pablo Longoria entmachtet.
Benatia bleibe mindestens bis zum Saisonende in Marseille, teilte McCourt am Dienstagmorgen in einem Statement mit. Der 38-Jährige habe seine Entscheidung auf Wunsch des US-Amerikaners noch einmal überdacht. Benatia werde fortan „alle sportlichen Aktivitäten“ leiten und auch für die Auswahl des zukünftigen Trainers verantwortlich sein. Am Mittwoch hatte sich OM von Roberto De Zerbi getrennt.
Longoria, der im Februar 2021 vom Sportlichen Leiter zum Vereinspräsidenten aufgestiegen war, wurde von McCourt im sportlichen Bereich hingegen entthront. Die Rolle des 39 Jahre alten Spaniers soll sich „in Richtung seiner institutionellen Aufgaben entwickeln, um die Vertretung von Olympique Marseille in den französischen und insbesondere europäischen Gremien aufrechtzuerhalten“, hieß es in der Pressemitteilung weiter. Longoria soll aber auch einen Abschied erwägen.
Marseille hängt nach dem 2:2 gegen Straßburg am Samstag auf dem vierten Tabellenplatz in der Ligue 1 fest. Dort stünde am Ende der Saison lediglich die Qualifikationsrunde zur Champions League an. Nach der letzten Spielzeit hatte sich OM als Vizemeister direkt qualifiziert, schied in der Ligaphase der Königsklasse jüngst aber höchst unglücklich als Tabellen-25. aus – dem ersten Platz, auf dem es zum Weiterkommen nicht reicht. Lediglich das späte 4:2 von Benfica gegen Real Madrid trennte Marseille vom Einzug in die Zwischenrunde.
Benatia-Rückkehr: Eigentümer stellt Olympique Marseille neu auf
Vor knapp einer Woche war das Aus von Trainer De Zerbi bestätigt worden, nachdem Marseille im Top-Spiel gegen PSG ein 0:5-Debakel erlebt hatte. Der Italiener entschuldigte sich zwar im Anschluss noch bei den Fans, doch nach 69 Partien mit im Schnitt 1,81 Punkten kam es zum Bruch. De Zerbi war der sechste OM-Trainer seit 2021. Es war die höchste Niederlage für Olympique im Le Classique. Als Nachfolger wurde am Mittwochabend der erst kürzlich bei Stade Rennes entlassene Habib Beye vorgestellt.
McCourt und Benatia sprachen am Dienstagvormittag auf dem Trainingsgelände mit den OM-Profis, um sie für den Saisonendspurt zu motivieren. „Als Eigentümer des Vereins komme ich nach Marseille und übernehme erneut meine Verantwortung, damit der Verein sich weiterhin auf seine Ziele konzentrieren kann“, erklärte McCourt. „Unter der Aufsicht von Medhi Benatia wird bald die Ernennung eines neuen Trainers bekannt gegeben. Mein Ehrgeiz für den Verein bleibt ungebrochen. Lasst uns gemeinsam für OM mobilisieren.“
Dieser Artikel erschien auf Transfermarkt in seiner ersten Fassung am 17.02. um 12:10 Uhr und wurde nach der Bestätigung des neuen Trainers Habib Beye minimal angepasst.



