TSG Hoffenheim: Sportchef Schicker dachte an Rücktritt – Kampf um Prömel

TSG Hoffenheim: Sportchef Schicker dachte an Rücktritt – Kampf um Prömel

Internen Machtkampf überstanden 

TSG Hoffenheim: Sportchef Schicker dachte an Rücktritt – Kampf um Prömel

©IMAGO

Angesichts der internen Unruhen bei der TSG 1899 Hoffenheim stand kurzzeitig auch die Position von Sport-Geschäftsführer Andreas Schicker zur Diskussion. Der Österreicher hätte wegen dieser überraschenden Entwicklung sogar selbst fast das Handtuch geworfen. „Ich hatte mit dem Gedanken gespielt. Aber ich habe aus dem direkten Umfeld im Verein gespürt, dass der Verein in dieser Phase enger zusammengerückt ist. Das war keine Selbstverständlichkeit – und das vergisst man nicht“, erklärte Schicker im Interview mit „Sport1“.

Eine ursprünglich angesetzte Gesellschafterversammlung, wo seine Abberufung auf der Tagesordnung stand, fand letztlich nicht statt. Zudem gab Interimspräsident Christoph Henssler seinen Rücktritt bekannt. Mäzen Dietmar Hopp hatte einen Antrag beim Landgericht Heidelberg gestellt, wonach die Durchführung der Versammlung untersagt werde. Bei den Kraichgauern tobte schon länger ein Machtkampf zwischen Henssler und Hopp.

Der Milliardär hält zwar als Gesellschafter 96 Prozent der Kapitalanteile an der Spielbetriebs GmbH, hat aber seine Stimmrechte vor gut zwei Jahren an den eingetragenen Verein zurückgegeben. Zuletzt hatte sich Hoffenheim von den drei Geschäftsführer-Kollegen Schickers getrennt. Im Anschluss stand er selbst zur Disposition, obwohl die TSG unter Trainer Christian Ilzer auf Champions-League-Kurs liegt. Eine mögliche Herabstufung zum Sportdirektor hatte Schicker klar abgelehnt.

„Für mich war der Zeitpunkt sportlich schwer nachvollziehbar. Wenn du im Abstiegskampf steckst, kennt man die Gesetze. Aber in dieser Situation war das nicht so“, kommentierte Schicker die Geschehnisse. „Das war eine große Überraschung, als ich die Einladung zur Gesellschafterversammlung gesehen habe, mit dem Tagesordnungspunkt ‚Abberufung‘. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Wenn man in meiner Position erfolgreich arbeitet, – und ich denke, wenn man mit der TSG Dritter ist, darf man das sagen – dann setzt man so einen Weg eigentlich nicht aufs Spiel. Darum war ich überrascht.“

TSG Hoffenheim: Schicker fühlte sich hintergangen – Kampf um Prömel

Schicker habe sich intern hintergangen gefühlt, „in gewisser Hinsicht schon. In einer solchen Konstellation braucht es klare Rollen und Verantwortlichkeiten zwischen e. V. und GmbH. Wenn diese nicht eindeutig gelebt werden, entstehen Spannungen. Daran haben wir gearbeitet.“ Der Manager stellte klar: „Ich bin hierhergekommen, um Dinge zu verändern und dabei zu helfen, die TSG wieder erfolgreich zu machen. Die politischen Dinge rundherum waren mühsam und anstrengend. Aber sportlich sind wir auf einem guten Weg, und auch organisatorisch machen wir Fortschritte.“

Fortan kann sich Schicker wieder auf sportliche Themen und damit die Zusammensetzung des künftigen Kaders konzentrieren. Über eine gewünschte Verlängerung des vom VfB Stuttgart umworbenen Mittelfeldspielers Grischa Prömel sagte er: „Wir arbeiten daran. Er spielt eine sehr gute Saison. Aber wir haben wirtschaftliche Grenzen – es ist noch offen. Grischa ist hin- und hergerissen. Er setzt sich sehr seriös mit seiner Zukunft auseinander. Wir wissen, was wir an ihm haben – und er weiß, was er hier hat. Er ist im letzten Vertragsjahr. Wir sind in einem engen Austausch.“

Laut „Sky“ hat der VfB dem 31-jährigen Prömel ein lukratives Angebot vorgelegt. Prömel, der den Berater gewechselt hat, soll auch Thema bei Bayer 04 Leverkusen sein. Wegen seines Vertragsstatus darf der Routinier bereits seit dem 1. Januar mit anderen Klubs verhandeln (zur Statistik der auslaufenden Bundesliga-Verträge 2026).

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