Kämpft sich nach Comeback zurück

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Für Jamal Musiala war der 3:2-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt gleich doppelt besonders: Zum einen stand der Offensivstar nach seinem Wadenbeinbruch das erste Mal seit Anfang April in der Bundesliga wieder in der Startelf des FC Bayern, zum anderen bejubelte er den 100. Sieg mit den Münchnern – mit 22 Jahren, elf Monaten und 26 Tagen als jüngster Spieler in der Historie des Oberhauses.
Damit löst er Mario Götze von der Spitze ab, der die Marke im Sommer 2015 ebenfalls im Trikot der Bayern erreichte. Mit 23 Jahren, zwei Monaten und 19 Tagen war er dabei knapp drei Monate älter. Mit 144 Partien brauchte Götze allerdings einen Einsatz weniger als Musiala. An den Rekordhalter kommen aber beide nicht heran: Der einstige Rekordeinkauf Javi Martínez knackte die 100-Siege-Marke im Januar 2019 nach gerade einmal nur 120 Spielen.
„Es fühlt sich surreal an, so eine Zahl zu knacken“, sagte Musiala laut „tz“ nach dem Erfolg gegen die SGE. „Fünf Jahre harte Arbeit, Höhen und Tiefen – es ist ein Moment, den man genießt, aber gleichzeitig weiß man, wie einsam die Reha-Phasen manchmal waren.“

Musiala kämpft sich beim FC Bayern zurück
Musiala, der im Januar sein Comeback gab, freute sich, seinen seitdem längsten Einsatz über 78 Minuten gut verkraftet zu haben. „Ich muss in diesen Rhythmus wieder ein bisschen reinkommen, aber ich bin zufrieden mit dem Spiel heute. Ich bin viel gerannt, hatte gute Aktionen – mein Mindset ist einfach: Spiel für Spiel, einfach Schritte nach vorne machen und nicht an den Fuß denken. Ich will keine Ausreden! Wenn ich schlecht spiele, spiele ich schlecht“, sagte er der „Bild“.
In acht Saisonspielen kommt Musiala bislang auf einen Treffer und zwei Vorlagen. „Man muss immer ein bisschen vorsichtig sein. Für mich ist es besser, ein bisschen langsamer reinzukommen und hoffentlich am Ende von der Saison besser zu sein. Deswegen bin ich mit den Fortschritten jetzt glücklich. Ich mache viele Extraeinheiten, damit sich mein Fuß immer frischer fühlt. An manchen Tagen ist er etwas steif. Aber wie gesagt: Ich will keine Ausreden, wenn ich auf dem Platz bin, muss ich performen und liefern“, fügte er an.

Der DFB-Spieler, der mit einer Einladung für die Testspiele Ende März in der Schweiz und gegen Ghana rechnet, müsse aber noch lernen, weniger über die Verletzung nachzudenken. „Manchmal passe ich trotzdem auf oder es ist das Unterbewusstsein, wo man dann manche Sachen nicht so macht. Aber von Spiel zu Spiel habe ich immer mehr Vertrauen in meinen Fuß. Ich sehe von Woche zu Woche die Schritte nach vorne, die ich mache. Ich wünsche, dass es schon schneller alles geht, aber ich habe auch jetzt mit der Verletzung Geduld gelernt“, so Musiala weiter.



