Showdown in Mexiko: So lief der Schlag gegen den Drogenboss „El Mencho“

Showdown in Mexiko: So lief der Schlag gegen den Drogenboss „El Mencho“

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Mexiko-City – Der mächtigste Drogenboss des Landes ist tot. Nemesio Oseguera (59), besser bekannt als El Mencho, wurde am Sonntag bei einer großangelegten Spezialoperation getötet. Nun hat Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum (63) weitere Einzelheiten über den spektakulären Einsatz bekannt gegeben. Demnach wurde der Anführer des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación (CJNG) verpfiffen – von seiner eigenen Geliebten.

Mindestens 74 Menschenleben haben die Operation und anschließende Ausschreitungen in Mexiko gekostet. Neben dem Drogenboss starben u. a. El Menchos Leibwächter und mehrere Kriminelle, aber auch 25 Mitglieder der mexikanischen Nationalgarde. Bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag ließ Präsidentin Claudia Sheinbaum ihren Verteidigungsminister Ricardo Trevilla Trejo (65) die dramatischen Stunden vor und nach der Operation schildern. Schon der Beginn der Ereignisse ist brisant.

„Am 20. Februar erhielten wir die Information zu El Menchos’ Aufenthaltsort“, berichtet der Militär-Chef. Demnach wurde ein Vertrauter einer der Geliebten des Drogen-Barons ausfindig gemacht, der sie zu einem Anwesen in der Ortschaft Tapalpa brachte. Dort traf sie den Anführer des CJNG. Einen Tag später, so berichtet Trevilla Trejo weiter, sei die Frau wieder aus dem Gebäude gekommen. „Der Kartellboss war laut unseren Informationen noch im Gebäude.“

Nemesio Oseguera (59) führte eines der mächtigsten Kartellbosse Mexikos

Nemesio Oseguera (59) führte eines der mächtigsten Kartelle Mexikos

Spezialoperation beginnt

Dann wurde es ernst: Militär wurde zusammengezogen, darunter die Nationalgarde, Luftlandetruppen mit sechs Hubschraubern und die mexikanische Luftwaffe für Luftunterstützung. Am Abend des 22. Februar kam die finale Bestätigung über El Menchos Aufenthaltsort – und zwar vom Nordkommando der USA, einem der elf Hauptkommandos des Verteidigungsministeriums. Mexikos Präsidentin Sheinbaum stellte dabei gleich klar: „Es gab einen Informationsaustausch, aber keine Intervention von US-Streitkräften. Die Planung erfolgte ausschließlich durch das mexikanische Verteidigungsministerium.“

Präsidentin über getöteten Drogen-Boss: „Mexiko hat außergewöhnliche Streitkräfte“

Quelle: WELT/Reuters

Heftige Schießereien bei Zugriff

Dann begann der dramatische Zugriff. Ein Landteam näherte sich dem Gebäude, es wurde umzingelt. „Wir haben auf die Sicherheitsleute von El Mencho geschossen.“ Kurz darauf sei der Drogenboss selbst herausgekommen – „mit einer Gruppe, die wirklich sehr schwer bewaffnet war“. Ein heftiges Feuergefecht entwickelte sich. El Mencho konnte vom mexikanischen Militär zurückgedrängt werden.

Später fanden die Einsatzkräfte im Haus Granatwerfer und Panzerfäuste. Acht Kriminelle starben bei dem Einsatz. El Mencho wurde schwer verletzt mit einem Hubschrauber weggebracht. Noch während des Transportes starb er, ebenso seine Bodyguards. Nachdem der Tod des Drogenbosses bekannt wurde, eskalierte die Gewalt im Land vollends. Das Kartell greift Soldaten und Behörden an. Dutzende Soldaten werden getötet.

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