Analyse von Paul Ronzheimer: Das ist das Ziel von USA und Israel
Auf seiner Plattform „Truth Social“ teilte US-Präsident Donald Trump (79) ein Video des rund achtminütigen Statements zu den Angriffen im Iran
Teheran – Es war die Ruhe, die verdächtig schien. Es waren die Worte, die plötzlich ausblieben. Und dann ein Schlag, der die gesamte Region für immer verändern könnte! BILD erfuhr aus israelischen Quellen: Die Angriffe gegen das iranische Regime waren monatelang vorbereitet worden – in geheimer Abstimmung mit den USA. Nur ein engster Kreis war eingeweiht. Selbst Minister in der Regierung von Benjamin Netanjahu wurden vom genauen Zeitpunkt überrascht.
Israel erhoffte sich durch den Schlag im Tageslicht (der Angriff erfolgte am frühen Morgen Ortszeit) einen maximalen Überraschungsmoment – vor allem für die iranische Führung. Die Militärs gehen davon aus, dass der Iran mit einem Angriff mitten in der Nacht gerechnet hatte.
Klar ist: Ziel war die Tötung von Ober-Mullah Ali Chamenei. Und das ist allem Anschein nach geglückt. Israel meldete am Abend, seine Leiche sei in den Trümmern seines Anwesens in Teheran gefunden worden. In Teherans Straßen brach nach Bekanntwerden der Nachricht spontaner Jubel los.
Der oberste iranische Führer Ajatollah Ali Chamenei (86)
Der Schlag gegen Chamenei und weitere iranische Offizielle wurde von israelischer Seite gegenüber BILD mit dem Angriff auf den einstigen Hisbollah-Anführer Hassan Nasrallah verglichen, der im Oktober 2024 in seinem Bunker in Beirut getötet wurde. Auch damals herrschte zunächst Unklarheit, bevor Gewissheit folgte.
Was wollen die USA und Israel erreichen?
Zwar sprechen weder Netanjahu noch Donald Trump offen von einem „Regime-Change“, doch in sicherheitspolitischen Kreisen gilt als klar: Genau darauf läuft die Strategie hinaus. Allerdings wollen die USA dafür keine eigenen Bodentruppen einsetzen.
Stattdessen setzt man offenbar auf inneriranischen Druck – auf Teile der Bevölkerung und auf oppositionelle Strukturen, die das Regime ins Wanken bringen sollen. Ob das funktionieren kann: zum jetzigen Zeitpunkt vollkommen unklar.
Hinter den Kulissen hatte es nach BILD-Informationen bis zuletzt Versuche gegeben, Trump von einem Militärschlag abzuhalten. Vor allem Katar und Saudi-Arabien machten massiv Druck, wollten eine Eskalation unter keinen Umständen riskieren. Die Sorge: Ein Flächenbrand im Nahen Osten mit unabsehbaren Folgen für Ölpreise, Sicherheit und Stabilität.
Auch im Umfeld von Trump soll es Gegner des Militärschlags gegeben haben. Immer wieder sei darauf hingewiesen worden, dass ein solcher Angriff einen größeren Krieg auslösen könnte – mit unklarer Dauer und enormen politischen Risiken.
Trump ist bereit, „All-in“ zu gehen
Trump zeigt mit seinem Vorgehen erneut, dass er bereit ist, „All-in“ zu gehen, dass er sich auch gegen interne Widerstände durchsetzen kann, dass er zu seinem Wort steht. Die Frage, die offen ist: Reicht der Militärschlag aus, um die Mullahs zu stürzen?
Hintergrund: Trump hatte mehrfach versprochen, Kriege zu beenden – und keine neuen zu beginnen. Ein offener Konflikt mit dem Iran würde diesem Versprechen diametral widersprechen.
Was also gab am Ende den Ausschlag für den Militärschlag? Nach Informationen aus Washington kam Trump zu dem Schluss, dass der Iran bei den entscheidenden Forderungen nicht einlenken würde. Kernpunkt: keine weitere Uran-Anreicherung – also faktisch ein vollständiges Ende des iranischen Atomprogramms. Aus Sicht der US-Regierung habe Teheran hier keine glaubwürdigen Zugeständnisse gemacht.
Damit steht die Region nun an einem Wendepunkt und es ist vollkommen unklar, wie sich die Schläge und Gegenschläge weiterentwickeln. Israelische Quellen sprechen davon, dass der gesamte Luftraum die komplette nächste Woche gesperrt sein könnte, weil der Krieg erst begonnen hat.
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