Sohn auf Elite-Internat: „Goodbye Deutschland“-Familie erlebt Kostenschock

Sohn auf Elite-Internat: „Goodbye Deutschland“-Familie erlebt Kostenschock
Leben von Spenden

Sohn auf Elite-Internat: „Goodbye Deutschland“-Familie erlebt Kostenschock

von teleschau

01.03.2026, 06:36 Uhr

01. März 2026 um 06:36 Uhr

Mit elf zog er mit seiner Familie nach Peru. Mit 16 besucht „Goodbye Deutschland“-Auswanderer Lucas Zeier nun ein Internat im englischen Bath. Die Jahre in den Anden machten ihm das Ankommen schwer, wie die VOX-Doku zeigt.

„Das Privileg meines Lebens ist, anderen Menschen zu helfen“, hatte Benjamin Zeier (42) in einer „Goodbye Deutschland„-Folge von 2020 dem VOX-Team erklärt. Zusammen mit seiner Frau Lena (39) und ihren fünf Kindern verließ der tiefgläubige Urologe Deutschland und ließ sich im abgelegenen Bergdorf Curahuasi nieder. Dort arbeitet er unentgeltlich der Arbeit in einem Missionshospital und finanzierte das Projekt ausschließlich durch Spendengelder.

Goodbye Deutschland

Abschied von seiner peruanischen Klasse: Lucas geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. VOX

„Goodbye Deutschland“-Auswanderer Lucas Zeier wechselt von Peru ins englische Internat

Für seinen ältesten Sohn Samuel (16) war es „ehrlich gesagt eine der besten Entscheidungen unseres Lebens. Weil es dir diese ganze Offenheit für die Welt gibt, dieses ganze Wissen über die Kulturen, über die Leute, dass es auch andere Arten gibt zu leben …“ Zu sehen, mit wie wenig Menschen andernorts auskommen müssen, habe ihm „sehr, sehr viel Arroganz genommen, die man aus Deutschland mitträgt“.

„Veränderung ist immer schwer“, so eine weitere Erkenntnis – aber sie sei zu bewältigen, und das habe ihm Selbstbewusstsein gegeben. Nun stand die nächste große Veränderung an: Lucas würde von Peru in ein 1868 gegründetes, christliches Internat im englischen Bath wechseln. Ein sehr teures Internat – wie teuer, war den Eltern zunächst gar nicht bewusst: umgerechnet 51.000 Euro für ein Jahr!

„Ich weiß bis heute nicht, wie wir das alles zahlen“, gab Benjamin zu. „Aber ich vertraue drauf, dass der, der uns bis hierher versorgt hat, uns auch immer rechtzeitig versorgt, wenn die nächste Rechnung kommt.“ Sein Wort in Gottes Ohr …

Harter Neustart für „Goodbye Deutschland“-Familie

Mama Lena plagten noch ganz andere Sorgen: „Ich fühl‘ mich einfach viel zu jung dafür, dass mein Kind schon geht“, sinnierte sie. Dennoch liegt den Zeiers die Bildung ihrer Kinder sehr am Herzen. Schon in Peru hatte Lucas, wie seine Geschwister, eine Privatschule besucht. Nun war er dankbar für die große Chance, die ihm das neue Internat in England bot – später wollte er einmal Neurochirurg werden.

Als Mama Lena ihren Sohn drei Monate später in Bath besuchte, hatte er eine emotionale Achterbahnfahrt hinter sich. Die ersten zwei Wochen seien „schrecklich“ gewesen. Eigentlich sehr auf Pünktlichkeit bedacht, sei er anfangs ständig überall zu spät gekommen, weil er sich im labyrinthartigen Gebäude so oft verlaufen hatte. Zudem habe er sich verändert: „Dadurch, dass man halt nur die Probleme von hier hat – was reelle Probleme sind, aber jetzt wirklich keine Probleme auf dem Level von Peru.“

Auswanderer-Sohn unterscheidet sich von Mitschülern

Im Zusammenleben mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern bemerkte er, wie sehr er sich von ihnen unterschied: „Für mich ist Spaß jetzt nicht unbedingt das, was Spaß für die ist. Ist mir zu laut und zu unordentlich und alles.“ Mit einigen Mitschülern habe es zwar „geklickt“, mit anderen fühle er sich aber „einfach nicht wohl“.

Niemand an der Schule sei wie er, niemand habe auch nur ein kleines bisschen Ahnung von seinem Leben. „Ich wollt‘ jeden Abend einfach nur schlafen – und manchmal heulen“, gestand er, versicherte seiner Mama aber: „Es wird besser.“ Immerhin war der Umzug nach England sein eigener Wunsch gewesen. Und schließlich hatte er durch seine erste Auswanderung gelernt, dass Herausforderungen dazu da sind, sie zu meistern – eine Lektion, die ihm auch diesmal helfen wird.

Von Carmen Schnitzer

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