Hoeneß hat Magaths VfB-Marke im Blick, Undav findet Double „auf jeden Fall möglich“

Hoeneß hat Magaths VfB-Marke im Blick, Undav findet Double „auf jeden Fall möglich“

Stuttgarter Jubilare 

Hoeneß hat Magaths VfB-Marke im Blick, Undav findet Double „auf jeden Fall möglich“

©IMAGO

Beim deutlichen 4:0 gegen Abstiegskandidat VfL Wolfsburg hat der VfB Stuttgart nicht nur drei wichtige Punkte im Kampf um die Champions League gefeiert, sondern auch zwei Jubiläen. Sebastian Hoeneß absolvierte sein 100. Bundesliga-Spiel als Trainer der Schwaben und hat nun den Rekord bei den Schwaben für die längste Amtszeit seit Gründung des Oberhauses 1963 im Blick. Top-Scorer Deniz Undav (29) erzielte derweil sein 50. Tor für den VfB. Angesichts der anhaltend guten Form hält der Nationalspieler sogar eine der erfolgreichsten Saisons der Klubgeschichte für möglich.

„Double? Ich verstehe schon! Es ist auf jeden Fall möglich“, sagte Undav bei „DAZN“ nach dem Spiel, als er auf die mögliche Titelverteidigung im DFB-Pokal und die Europa League angesprochen wurde. Im Pokalhalbfinale kommt es am 21. oder 22. April zum Derby gegen den SC Freiburg und im Europacup wartet im Achtelfinale am 12. und 19. März mit dem FC Porto ein schwerer Brocken. Das sei zwar ein „brutales Los“, aber über zwei Spiele sei dort „alles möglich. Wir sind eine spielstarke und gute Mannschaft.“ Zwei Pokale in einer Spielzeit haben die Stuttgarter in ihrer Vereinsgeschichte erst einmal gewonnen: 1957/58 den DFB-Pokal sowie den diesem vorangestellten regionalen Süddeutschen Pokal.

Über seinen Jubiläumstreffer sagte der torgefährlichste deutsche Profi der Saison: „Waren schöne 50 Tore – und hoffen wir mal, dass ich weiter welche schieße.“ Das sei vor allem wegen der guten Teamleistung möglich: „Wir haben sehr viel Offensivpower reingebracht, waren sehr schwer zu greifen und hätten noch mehr Tore schießen können. Wir haben denen keine Chance gelassen. Es war einfach top, wie wir gespielt haben.“ Das unterstrich auch der doppelt erfolgreiche Jamie Leweling: „Was soll ich noch sagen? Ich habe an mir gearbeitet, bei uns läuft’s und ich profitiere davon. Wir spielen geilen Fußball und machen so weiter.“

Trainer Hoeneß mit VfB Stuttgart auf Rekordkurs

Dass es so rund bei den Schwaben läuft, liegt auch an der Kontinuität auf der Trainerposition, wo Sebastian Hoeneß sein 138. Spiel absolvierte, das zugleich das 100. in der Bundesliga war. „Der Sieg heute bedeutet mir zwar mehr, aber ich will das gar nicht so runterspielen“, sagte der Coach, der das Amt im April 2023 auf dem letzten Tabellenrang übernommen hatte: „Es ist natürlich etwas Besonderes. Wer hätte das vor zweieinhalb Jahren gedacht, als wir hier auf Platz 18 standen, dass wir 100 Bundesliga-Spiele später auf einem ganz anderen Platz stehen würde. Eine super Geschichte.“

1.064 Tage sind es für Hoeneß mittlerweile in Stuttgart. Armin Veh (1.017 von 2006 bis 2008) hat er damit schon überholt und mit Felix Magath den Rekordhalter seit Bundesliga-Gründung im Visier. Der arbeitete von 2001 bis 2004 1.183 Tage am Stück für den VfB, Hoeneß wird ihn also im Sommer einholen, wenn er nicht überraschend wechseln sollte. Angesichts seines noch bis 2028 laufenden Vertrags wohl unwahrscheinlich.

Passieren wird er auf dem Weg zu Magath auch die Meistertrainer Christoph Daum (1.113) und Helmut Benthaus (1.095) und sich dann auf dem VfB-Rekordtrainerpodium einfinden. Während Kurt Baluses (1.699 Tage von 1960 bis 1965) ebenfalls in Reichweite ist, dürfte es zu Rekordhalter Georg Wurzer schwierig werden. Der war von 1947 bis 1960 satte 4.717 Tage am Stück Stuttgart-Trainer. Damals waren Trainerwechsel aber natürlich auch bei weitem noch nicht so gängig wie heute, was wiederum für Hoeneß spricht. Der hat darüber hinaus mit einem Punkteschnitt von 1,87 den drittbesten aller VfB-Coaches mit mindestens zehn Spielen im Amt. Nur Jürgen Sundermann (1,92), der den VfB 1977 zurück in die Bundesliga und auf Anhieb nach Europa führte, und Willi Entenmann der ab März 1986 die Saison mit einem Schnitt von 2,33 in zwölf Partie beendete, stehen vor ihm.

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