Trump bei Merz-Besuch in Washington: „Ölpreis wird auf Niveau sinken, auf dem er nie war“
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU, l.) am Dienstag im Gespräch mit US-Präsident Donald Trump (79)
Washington – Wichtiger Besuch in Zeiten von gleich mehreren Kriegen: Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) trifft US-Präsident Donald Trump (79) im Weißen Haus. Top-Themen: der Iran-Krieg, der Ukraine-Krieg und der internationale Handel unter dem Druck von Trumps Zöllen.
Gleich zu Beginn schmeichelte der US-Präsident dem Kanzler, nannte ihn „einen Freund von mir“, der „in diesen interessanten Zeiten“ zu Besuch sei. Merz sei „sehr populär“ und mache „einen ganz tollen Job“.
Trump spricht über neue Iran-Angriffe
Beim Thema Iran signalisierte Merz direkt: „Wir sind uns einig, dass dieses schreckliche Regime in Teheran beseitigt werden muss.“ Trump erklärte, das Land habe keine Flugabwehr mehr. Außerdem habe man den Obersten Führer ausgeschaltet. Ein weiterer Schlag gegen die neue Führung sei heute gelungen. Trump: „Wir werden weitermachen.“
Auch die Wirtschaftsprobleme in Folge des Krieges wurden angesprochen. „Natürlich trifft das (der Iran-Krieg, d. Red.) unsere Wirtschaft“, sagte Merz. Das gelte für die Öl- und Gaspreise. Deshalb hoffe er, dass der Krieg so schnell wie möglich vorbei sein werde. Trump versprach: „Wenn wir mit dem Iran fertig sind, werden die Ölpreise auf ein Niveau sinken, auf dem sie vorher nie waren.“
Hochrangiges Treffen im Weißen Haus (v.l.): Merz, Trump, US-Vizepräsident JD Vance (41), US-Außenminister Marco Rubio (54) und US-Kriegsminister Pete Hegseth (45)
Schenkelklopfer für Merz beim Thema Zölle
Merz ist der erste europäische Regierungsvertreter, der seit Beginn des Iran-Kriegs am Samstag mit Trump zusammenkommt. Weiteres wichtiges Thema für den Kanzler: Trumps Zollpolitik und die künftige Unterstützung der Ukraine. Als es um Zölle ging, scherzte Trump: „Wie sollen wir Deutschland behandeln? Ich denke, wir sollten Deutschland sehr, sehr hart treffen.“ Alle lachten. Dann beugte sich Trump zu Merz und klopfte ihm aufs Knie. Merz lächelte verlegen, bewegte sich aber nicht.
Über Altkanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte der US-Präsident wenig Freundliches zu sagen. Es habe „Differenzen“ mit ihr gegeben. Trump: „Ich habe gesagt: Sie schaden Ihrem Land mit der Migration und Sie schaden Ihrem Land mit der Energiepolitik.“ Merz hingegen sei in beiden Fragen „ziemlich das Gegenteil“ seiner Vorgängerin. Er halte den neuen Kanzler für einen „ausgezeichneten Anführer“ und betonte, die Beziehungen zwischen den USA und Deutschland seien stark.
Kurz vor dem Treffen von Merz und Trump wird Essen ins Weiße Haus geliefert
Es ist der dritte Besuch des Kanzlers im Weißen Haus. Erst reiste er im Juni vergangenen Jahres zu seinem Antrittsbesuch nach Washington. Mitte August nahm er dort dann mit anderen europäischen Staats- und Regierungschefs an einem Gipfel zur Ukraine teil.
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