Marktwerte Schottland: Ex-Augsburger Engels und Naderi legen kräftig zu

Marktwerte Schottland: Ex-Augsburger Engels und Naderi legen kräftig zu

Naderi weiter im Aufwind 

Marktwerte Schottland: Ex-Augsburger Engels und Naderi legen kräftig zu

©TM/IMAGO

Im Marktwert-Update der Scottish Premiership sind die Glasgow Rangers, die unter dem deutschen Trainer Danny Röhl aufblühen, mit einem Plus von 15,8 Millionen Euro der große Gewinner. Erzrivale Celtic Glasgow verzeichnet hingegen lediglich eine Aufwertung von 2,8 Mio. Euro, obwohl er mit dem Ex-Augsburger Arne Engels den größten Gewinner und nun wertvollsten Fußballer in Schottland stellt.

Mit einem Plus von 8 Mio. auf 18 Mio. Euro überholt der Belgier Tottenham-Leihgabe und Rangers-Profi Mikey Moore, der weiter auf 16 Mio. Euro taxiert wird. Wettbewerbsübergreifend gelangen dem zentralen Mittelfeldspieler fünf Tore und sieben Vorlagen in 38 Partien. Allerdings ist die Aufwertung nicht allein auf seine Leistungen zurückzuführen.

„Arne Engels hat sich bei Celtic gut entwickelt, ohne sich jedoch als klarer Star der Mannschaft hervorzutun. Was seinen Marktwert vor allem in die Höhe getrieben hat, ist das konkrete Interesse anderer Klubs. Möglicherweise spielt dabei auch sein Profil als junger Belgier mit starken physischen Voraussetzungen eine Rolle, was ihn für europäische Top-Ligen besonders interessant macht. Im Januar soll Nottingham ein Angebot in Höhe von 27 Millionen Euro abgegeben haben. Celtic lehnte die Offerte zwar ab, doch im Sommer dürfte Engels den Klub aller Voraussicht nach für mehr als 20 Millionen Euro verlassen“, sagt Stefan Bienkowski, Area Manager UK bei Transfermarkt. Celtic-Coach Martin O’Neill meinte zuletzt: „Es ist wirklich eine Menge Geld. Persönlich bin ich sehr froh, dass der Vorstand das Angebot abgelehnt hat.“

Nach dem Dezember-Update, bei dem die Glasgower Rivalen noch als große Verlierer hervorgingen, tritt Celtic sowohl sportlich als auch marktwerttechnisch weiter auf der Stelle. Die Rangers befreiten sich hingegen aus der Talfahrt. Großen Anteil daran hat Trainer Röhl. Seit seinem Amtsantritt im Oktober holten die Light Blues im Schnitt 1,93 Punkte pro Partie, in der Premiership mussten die Rangers nur eine Niederlage gegen Spitzenreiter Heart of Midlothian hinnehmen. Der Rückstand auf die Überraschungsmannschaft aus Edinburgh ist von 13 auf sechs Zähler geschrumpft. Röhls Team belegt den dritten Tabellenplatz, einen Punkt hinter Celtic und vier vor Motherwell, das ein Spiel weniger absolviert hat.

Auch Naderi unter größten Marktwert-Gewinnern des Schottland-Updates

Der langjährige Assistent von Hansi Flick schaffte es, aus der anhaltenden Tristesse eine Aufbruchsstimmung zu erzeugen. Die aktuell gute Verfassung spiegelt sich auch in den Marktwerten wider – vor allem bei Innenverteidiger Emmanuel Fernandez, der eine Aufwertung um 7,5 Mio. auf 9 Mio. Euro erhält. Damit verzeichnet der Engländer hinter Engels das zweitgrößte Plus, zudem ist er einer von vier Rangers-Profis in den Top-10 der Gewinner des Updates.

Zu dem Quartett gehört auch der im Winter von Hansa Rostock zu den Rangers gewechselte Ryan Naderi. Der für 5,5 Mio. Euro verpflichtete deutsche Stürmer und damit teuerste Drittliga-Abgang der Geschichte geht um 3,3 Mio. auf 4,5 Mio. Euro nach oben.

Sein neuer Marktwert sei ebenfalls nicht nur auf seine Leistungen zurückzuführen, stellt Bienkowski fest: „Über Naderi lässt sich bislang noch nicht allzu viel sagen, da seine Zeit in Schottland gerade erst begonnen hat. Wenn er für die Rangers in der Startelf stand, wusste er jedoch zu überzeugen – besonders mit seinen zwei Vorlagen beim wichtigen 4:2-Sieg gegen die Hearts. Er könnte sich beim Klub aus Ibrox als konstanterer Torjäger erweisen, zumal sein Sturmkollege Youssef Chermiti bislang vor allem in den großen Spielen trifft. Naderis Marktwert-Steigerung ist vor allem auf die Ablösesumme zurückzuführen, die die Rangers im Januar für ihn gezahlt haben – sie fiel letztlich höher aus als gedacht. Der Verein sieht jedoch eindeutig großes Potenzial in dem jungen Angreifer.“

Unter den insgesamt sechs deutschen Spielern in der Scottish Premiership ist neben Naderi der ehemalige Bochumer und Dortmunder Felix Passlack der einzige, dessen Marktwert ebenfalls angepasst wird. Der Neuzugang von Hibernian wird um 300.000 auf 700.000 Euro abgewertet.

Unter den größten Verlierern des Updates ist Celtic prominent vertreten – gleich achtmal in den Top-10. An der Spitze steht Innenverteidiger Cameron Carter-Vickers, für den es um 3 Mio. auf 10 Mio. Euro runter geht. Es folgen die beiden japanischen Mitspieler Daizen Maeda (12 Mio. Euro) und Reo Hatate (10 Mio. Euro) mit einem Minus von je 2 Mio. Euro. Dieses verzeichnet ebenfalls Rangers-Angreifer und Wolfsburg-Leihgabe Andreas Skov Olsen (8 Mio. Euro). Auch der vom SC Freiburg an Celtic verliehene Junior Adamu (4 Mio. Euro) büßt um 1 Mio. Euro ein.

Trotz der durchwachsenen Saison Celtics kann sich Angreifer Benjamin Nygren (10 Mio. Euro) dank seiner neuen Abschlussqualitäten über den drittgrößten Zuwachs freuen. Der zweitbeste Torjäger der Liga legt wie Verfolger Cláudio Braga (6 Mio. Euro) von den Hearts um 3,5 Mio. Euro zu. Spitzenreiter Tawanda Maswanhise (3,5 Mio. Euro) von Motherwell gehört mit einem Zuwachs um 400 Prozent ebenfalls zu den größten Gewinnern.

Das Kaderwert-Ranking wird mit knapp 146 Mio. Euro weiterhin von Celtic angeführt. Die Rangers verringern den Abstand jedoch auf rund 23 Mio. Euro. Tabellenführer Heart of Midlothian (27,8 Mio. Euro) legt um weitere fast 6 Mio. Euro zu und ist damit der wertvollste schottische Verein nach den großen Glasgow-Klubs. Den größten prozentualen Zuwachs weist das auf Tabellenplatz vier liegende Motherwell auf. Das Team um Top-Torjäger Maswanhise legt um beeindruckende 79 Prozent auf 14,5 Mio. Euro zu.

So funktionieren die Transfermarkt-Marktwerte

Die Transfermarkt-Marktwerte entstehen unter Berücksichtigung verschiedener Preisfindungsmodelle sowie einem starken Einbezug der Transfermarkt-Community, die sich in detaillierten Diskussionen mit den Werten auseinandersetzt. Die Transfermarkt-Marktwerte sind nicht pauschal mit den tatsächlich gezahlten Ablösesummen gleichzusetzen.

Das Ziel ist nicht, einen Preis vorherzusagen, sondern einen Erwartungswert. Bei der Erhebung des Marktwertes sind in einem gewissen Maß sowohl individuelle Transfermodalitäten als auch situative Rahmenbedingungen relevant. Beispiele dazu werden hier aufgeführt. Transfermarkt verwendet keinen Algorithmus (zur ausführlichen Marktwertdefinition).

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