Wegen Beeinflussung: Nun wird auch gegen Marius‘ Freund ermittelt

Wegen Beeinflussung: Nun wird auch gegen Marius‘ Freund ermittelt

Am 20. Prozesstag belastete eine weitere Ex-Freundin von Marius Borg Høiby, die Frogner-Frau, ihn schwer. Am Nachmittag legt er seine Sicht der Dinge dar.

Angeklagter kommt am Nachmittag im Osloer Bezirksgericht zu Wort

Am Nachmittag kann sich der Angeklagte – der während ihrer Aussage absichtlich so platziert worden war, dass kein Blickkontakt zum mutmaßlichen Opfer möglich ist – selbst zu den Anschuldigungen zu äußern. Er wird seine Sicht auf die Dinge schildern. Die Frogner-Frau ist währenddessen ebenfalls im Gerichtssaal, nur wenige Meter von Marius entfernt.

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Marius Borg Høiby: „Hatte das Gefühl, dass vieles übertrieben war“

Schon vor den ersten Fragen möchte Marius einige Worte, die er auf seinem Notizblock notiert hat, an die Anwesenden richten. Laut Medienberichten hat er dabei bereits Tränen in den Augen, die er sich zunächst wegwischen muss. Dann ließt er vor: „Die Erklärung, die ich gestern gehört habe, kann ich nicht nachvollziehen. Ich hatte das Gefühl, dass es ein Versuch war, Gewalt in engen Beziehungen zu zeigen. Ich kann das nicht ganz verstehen. Ich fand es gestern einfach sehr schwierig. Ich hatte das Gefühl, dass vieles übertrieben war und einiges einfach nicht stimmte.“

Unter Tränen erklärt er weiter, dass das Bild, das seine Ex am Vortag von der Beziehung gezeichnet habe, nicht dem entsprochen habe, was er erwartet hatte. „Das fand ich sehr, sehr schmerzhaft. Ich finde, dass das Bild heute etwas differenzierter geworden ist“, sagt er.

Im Prozess um Marius dürfen keine Fotos und Videos von ihm gemacht werden. Zeichnungen schaffen Abhilfe.

Im Prozess um Marius dürfen keine Fotos und Videos von ihm gemacht werden. Zeichnungen schaffen Abhilfe. IMAGO / NTB

Mette-Marits Sohn sagt aus: Er fand die Frogner-Frau auf den ersten Blick attraktiv

Daraufhin beginnt die offizielle Befragung. Der Sohn der Kronprinzessin schildert das Kennenlernen mit der Frogner-Frau, mit der er bis Herbst 2025 eine On-Off-Beziehung gehabt hatte. Bis kurz vor Prozessbeginn waren die beiden laut ihrer Aussage dann noch einmal einige Zeit liiert gewesen. Marius habe sie auf den ersten Blick attraktiv gefunden und sie per Instagram angeschrieben. Er erhielt keine Antwort, traf sie aber kurze Zeit später in einem Nachtclub wieder, wo sie sich dann unterhielten. So sei die Beziehung dann in Gang gekommen.

Er widerspricht Aussage seiner Ex und schildert harmlosere Version

Das Gespräch knüpft dann an eine Aussage seiner Ex-Freundin an. Sie hatte am 19. Prozesstag im Zeugenstand berichtet, dass Marius trotz ihrer Bitte, er solle nicht bei ihr vorbeikommen, in ihre Wohnung eingedrungen sei und ihr dann ein Foto von sich von dort geschickt habe. Der Stiefsohn von Kronprinz Haakon (52) schildert eine deutlich andere Version. 

Er sei auf einer Party in einer 150 Meter entfernten Wohnung gewesen und habe der Frogner-Frau damals nicht geglaubt, dass sie nicht zu Hause sei. Dementsprechend sei er auf gut Glück vorbeigekommen und ihre Mitbewohnerin habe ihm die Tür geöffnet. Die beiden hätten sich locker unterhalten und dann ein gemeinsames Selfie an seine Ex-Freundin geschickt. Als sie wütend reagierte, sei er überrascht gewesen.

  • Marius Borg Høiby (29) steht seit dem 3. Februar vor Gericht
  • Er ist der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit und Morten Borg, Stiefsohn von Kronprinz Haakon von Norwegen
  • Für den Prozess am Bezirksgericht in Oslo sind 24 Prozesstage in sieben Wochen geplant, am 19. März erwarten wir das Urteil
  • Marius Borg Høiby ist in 38 Punkten angeklagt, darunter Vergewaltigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung
  • Das Anwaltsduo Ellen Holager Andenæs und Petar Sekulic vertritt Marius Borg Høiby in dem komplexen Prozess
  • Das Gericht hat strenge Regeln für Medienvertreter aufgestellt, um die Privatsphäre der Geschädigten und des Angeklagten zu schützen

Marius behauptet, Aufnahmen der Frogner-Frau gelöscht zu haben

Dann nimmt er Stellung zu einem weiteren Anklagepunkt: Aufnahmen von ihr, die er auf einer Berlin-Reise gemacht hatte. Sie hätte ihn zwar nicht gebeten mit dem Filmen aufzuhören, aber ihn dazu gedrängt das Video zu löschen, was er laut eigener Aussage auch getan habe. Dementsprechend verstehe er bis heute nicht, woher das Video gekommen sein soll.

Als Ex-Freund Frogner-Frau kontaktierte, warf Marius ein Glas gegen die Wand

Er berichtet, es habe in Berlin eine weitere Auseinandersetzung gegeben. Während sie in der Badewanne gelegen habe, habe er ihr Handy genommen und darin Nachrichten von ihrem Ex-Freund entdeckt. Auch, wenn diese harmlos gewesen seien: „Sie hat mit ihm geschrieben, während sie auf ihrem ersten Liebesausflug mit mir war.“ Als er sie zur Rede stellen wollte, sei sie nicht aus dem Bad gekommen. So habe er aus Wut ein Glas gegen die Wand geworfen, woraufhin sie dann reagiert habe. Dieser Streit habe sich dann jedoch schnell wieder beruhigt, so der 29-Jährige.

Wut auf ihren Ex veranlasste ihn dazu, den Laptop der Frau zu zerstören

Wie die Frogner-Frau berichtet hatte, soll Marius ihren Mac während eines Ausflugs in Strandafjellet im Streit in zwei Hälften gebrochen haben. Auslöser des Streits? Ein angebliches Sexvideo der beiden. Der Angeklagte sagt, dass der Streit stattfand, er jedoch nichts von einem solchen Video wisse. Als dann wieder der Ex-Freund seiner damaligen Freundin zur Sprache kam, habe er vor Wut und Trauer den Laptop zerstört.

Im Prozess gegen Marius Borg Høiby werden viele sensible und private Informationen besprochen, über die wir nicht berichten können oder dürfen. Das Osloer Bezirksgericht hat außerdem eine Veröffentlichungssperre für identifizierende Beschreibungen der Geschädigten, Informationen über familiäre Verhältnisse, Gesundheit oder sexuelle Präferenzen verhängt. BUNTE.de bemüht sich, den Leser*innen so schnell wie möglich alle relevanten Informationen zu liefern und gleichzeitig die Privatsphäre der Beteiligten zu schützen.

Kronprinz Haakons Stiefsohn gesteht Scham und schlechtes Gewissen

Jetzt geht es wieder um März 2024. Marius wird beschuldigt, in diesem Monat eine andere Frau misshandelt zu haben. Vorab seien er und die Frogner-Frau aber zu einem Abendessen eingeladen gewesen, er habe sich dort stark betrunken. So erinnere er sich auch nicht an viel. Er glaube seiner Ex jedoch, dass er sie gepackt und ihr ins Gesicht geschrien habe. Etwas, woran er sich noch erinnert, ist, dass sie sich am fraglichen Abend von ihm getrennt hatte.

Im Nachhinein sei ihm sein Verhalten „verdammt peinlich“ gewesen. Ihn habe „ein schlechtes Gewissen“ geplagt, weil er mit einer anderen Frau zusammen gewesen war, für die ganze Situation habe er sich furchtbar geschämt.

Høiby berichtet: Seine wütende Ex machte ihm Angst

Marius bittet nach einer kurzen Pause erneut um das Wort. Dann erklärt er, er wolle nachtragen, dass es nichts beängstigenderes als seine ruhige Ex gäbe. Er präzisiert: „Sie hat eine ganz andere Art, wütend zu sein, als ich. Denn sie wird ganz ruhig und völlig emotionslos und sagt Dinge auf eine so ruhige und beherrschte Art und Weise, die alles andere als lustig ist“, berichtet „vg.no„. Er sagt, sie wüsste, wie sie seine Knöpfe drücken müsse, würde ihm sagen, dass sie ihn nie geliebt habe, dass er hässlich sei und sie mit anderen schlafen würde.

Sie würde diese Dinge ganz ruhig und höflich sagen, was ihn „unruhig und ängstlich“ machen würde. Diese Angst sei nahezu völlig unbeschreiblich, betont er. Sie hätte ihm im Januar während eines Streits im Auto erzählt, sie sei eine Zeit lang nur mit ihm zusammen gewesen, um der Polizei mehr Material für eine härtere Strafe liefern zu können. Das habe nicht der Wahrheit entsprochen, doch er habe es in dem Moment geglaubt.

Hier seht ihr Richter Jon Sverdrup Efjestad, der die Verhandlung leitet.

Hier seht ihr Richter Jon Sverdrup Efjestad, der die Verhandlung leitet. Ole Berg-Rusten / NTB / AFP via Getty Images

„Ich kann mich nicht erinnern, sie geschlagen zu haben“

Juni 2024. Ein erneuter Vorfall, ein weiterer Anklagepunkt. Marius Borg Høiby soll die Frogner-Frau in ihrer Wohnung angeschrien, beleidigt, bespuckt und mit der flachen Hand geschlagen haben. 

Im Zeugenstand äußert er sich wie folgt dazu: „Wir stritten. Ich sagte, sie sei untreu gewesen. Ich kann mich nicht daran erinnern, sie geschlagen zu haben, wie sie sagt.“ „Aber“, fügt er hinzu, „es klingt so, als sei es passiert.“ Der Richter hakt nach, will wissen, ob die Beleidigung, die BUNTE.de an dieser Stelle nicht wiedergibt, tatsächlich so geäußert habe. 

Es würde „durchaus plausibel“ klingen, meint der Sohn der Kronprinzessin. „Sie bestreiten es also nicht?“ – „Nein“. Marius gibt außerdem zu, Dinge durch die Gegend geschmissen zu haben. „Es war verdammt dumm. Niemand verdient so etwas.“

Es soll um die wohl alles entscheidende Nacht gehen – dann bricht Marius ab

Das Gericht wollte eigentlich gegen 15.30 Uhr den Vorfall vom 04. August 2024 behandeln. Kurz zur Einordnung: Es geht dabei um die Nacht, die zu seiner Festnahme führte und die den Prozess ins Rollen gebracht hatte. Sozusagen die alles entscheidende Nacht. Der Vorwurf: Marius soll die Frogner-Frau mehrfach gewürgt und mehrmals mit der flachen Hand geschlagen haben. 

Doch Marius bittet darum, die Befragung zu vertagen. „Es ist nicht meine Absicht, den Zeitplan durcheinanderzubringen, ich glaube nur nicht, dass ich das schaffe“, sagt er mit tränenerstickter Stimme. Er erklärt, die von ihm begangene Gewalt einzuräumen, bekenne sich aber nicht schuldig der schweren Körperverletzung. 

„Ich muss Mama und Haakon die Möglichkeit geben, sich jetzt darauf vorzubereiten“

Und auch in den nun verlesenen Nachrichten geht es wieder um Mette-Marit. Thema des Chats ist ein Foto, auf dem Ex-Freundin Nora und eine Freundin ein weißes Tütchen hochhalten. Das Bild hatte damals für einen großen Skandal gesorgt. Offenbar hatte Marius nach der Veröffentlichung des Fotos gleich an die Auswirkungen auf die Krone gedacht. 

Er schrieb Nora, sie solle sich mit der Sache sofort an seine Mutter wenden. „Ich muss Mama und Haakon die Möglichkeit geben, sich jetzt darauf vorzubereiten“, heißt es laut „VG“ in der Nachricht. Nora antwortete, dass sie noch nicht genau wisse, was sie nun tun würde. Marius wurde ungeduldig und schrieb ihr: „Es sind verdammt noch mal ich und meine Familie, die darunter leiden, also ruf mich jetzt an.“ Er erklärte zudem schriftlich, dass das Foto die Position seiner Familie in ganz Europa schwächen könnte.

Später entschuldigte er sich in einer langen Nachricht für seinen aggressiven Ton. Zudem erklärte er, er habe mit seiner Mutter und seinem Stiefvater gesprochen und es würde alles gut werden.

Immer wieder fallen während des Prozesses nebenbei auch die Namen von Mette-Marit und Haakon.

Immer wieder fallen während des Prozesses nebenbei auch die Namen von Mette-Marit und Haakon. Rune Hellestad – Corbis/Getty Images

Anwälte betonen, wie schwer Marius die Aussage fiel

Nachdem die Verhandlung für heute geschlossen wurde, äußerte sich Verteidiger Petar Sekulic gegenüber der Presse über Marius. Die Aussage sei sehr schwer für ihn gewesen, vor dieser Aussage habe er sich vielleicht bisher am meisten gefürchtet. „Es handelt sich um eine Frau, mit der er seit längerer Zeit eine Beziehung hatte, und man sieht ihm an, dass ihn das sehr belastet“, erklärt der Anwalt. Seine Kollegin Ellen Holager Andenæs ergänzt, dass Marius die Befragung fortsetzen wolle, wenn er nicht mehr so müde wie jetzt sei.

Verfahren wegen möglicher Justizbehinderung gegen Marius‘ Freund 

Wie „aftenposten.no“ berichtet, wurde in Bezug auf den Marius-Prozess am Donnerstag ein Verfahren wegen möglicher Justizbehinderung eingeleitet. Ein Freund von Marius wird verdächtigt, Einfluss auf die Aussage der Frogner-Frau bei der polizeilichen Vernehmung nach einem Vorfall am 1. Februar 2026 genommen zu haben. Es handelt sich um eine Vernehmung in Bezug auf einen Verstoß gegen das Kontaktverbot. Mette-Marits Sohn und die Frau waren dazu befragt worden waren. 

Der Freund, gegen den nun ermittelt wird, sagte ebenfalls bereits vor Gericht aus und sagte, er könne sich nicht daran erinnert, der Frogner-Frau Ratschläge bezüglich ihrer Aussagen gegenüber der Polizei gegeben zu haben. Die Polizei hat nun erklärt, den Fall näher zu beleuchten.

So geht es am 6. März weiter

Am 6. März wird der Tag bei Gericht ab 9.30 Uhr mit der Verlesung weiterer Nachrichten beginnen. Marius‘ Aussage wird im Laufe des Tages erwartet, zudem soll ein Psychiater befragt werden.

Mit Material von DANA Press.

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