Superwahljahr beginnt mit Paukenschlag: Kopf-an-Kopf-Rennen in Baden-Württemberg

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Vorläufiges Wahlergebnis in Baden-Württemberg: Özdemir schnappt sich das Ländle!

Aber im Parlament gibt’s ein Patt

Guter Dinge: Cem Özdemir (60) bei der Stimmabgabe im Karlsgymnasium in Stuttgart

Ist glücklich: Cem Özdemir (60, Grüne) könnte Ministerpräsident vom Ländle werden

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Berlin/Stuttgart – Auftakt ins Superwahljahr mit einem Mega-Paukenschlag im Südwesten: Cem Özdemir (60) von den Grünen liegt nach Schließung der Wahllokale vor CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel (37) – und ist damit der Gewinner der Wahl! Doch der Vorsprung ist hauchdünn. Wie die Wahlleitung in der Nacht zum Montag in Stuttgart mitteilte, erreichten die Grünen mit Özdemir 30,2 Prozent der Stimmen (2021: 32,6 Prozent), während die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel auf 29,7 Prozent (24,1) kam.

Die AfD ist dem vorläufigen Endergebnis zufolge mit 18,8 Prozent (9,7) drittstärkste Kraft. Die SPD hat mit 5,5 Prozent (11,0) ihr schlechtestes Ergebnis bei einer Landtagswahl eingefahren und es nur knapp über die Fünf-Prozent-Hürde geschafft.

Patt-Situation im Parlament!

Die Grünen erhalten demnach 56 Sitze im Landtag (2021: 58), die CDU ebenfalls 56 (42). Die AfD kommt auf 35 Mandate (17), die SPD auf 10 (19). Grüne und CDU stellen also gleich viele Abgeordnete, auch wenn die Grünen nach Zweitstimmen gewonnen haben. Zusammen haben die beiden Parteien eine Zweidrittelmehrheit im Landtag.

Özdemir aber hat es tatsächlich geschafft, womit vor Wochen noch kaum jemand gerechnet hat: Ministerpräsident zu werden und den scheidenden grünen Landesvater Winfried Kretschmann (77, tritt nach 15 Jahren ab) zu beerben. Özdemirs irre Aufholjagd ist ein Wahl-Hammer!

Die Grünen können jubeln

Die Grünen können jubeln

Özdemir mit Blick auf die Zahlen: „Darüber kann man sich freuen.“ Er kündigt an: „Wir haben viele Erwartungen geweckt bei den Menschen in Baden-Württemberg, dass es ums Landeswohl gehen soll, nicht ums Parteiinteresse. Daran hab ich nichts zurückzunehmen. So möchte ich das Land führen.“

Politik kann auch romantisch sein: Özdemir küsst auf der Bühne seine Ehefrau Flavia Zaka

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CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel erklärt zerknirscht: „Alle Christdemokraten haben MIT ANSTAND alles in diesem Wahlkampf gegeben.“ Ein Seitenhieb in Richtung Grüne, denen die CDU in den letzten Tagen eine Schmutzkampagne gegen Hagel unterstellt hatte. Später ergänzt er, der Ball zur Regierungsbildung liege nun bei den Grünen im Spielfeld.

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel nach der ersten Prognose

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel nach der ersten Prognose

SPD schafft es knapp über die Fünf-Prozent-Hürde

Einen üblen Absturz legt dagegen einmal mehr die SPD hin. Die Sozialdemokraten fallen laut vorläufigem Endergebnis von 11 Prozent (2021) auf nur noch 5,5 Prozent, ziehen gerade so in den Landtag ein. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf gab in der ARD zu: „Wir sind total unter die Räder gekommen.“ Seine Partei hätte unter dem Zweikampf der Grünen und der CDU gelitten.

Ebenfalls ein Debakel erleben die FDP und die Linke. Die Freien Demokraten halbieren ihr Ergebnis, fliegen mit 4,4 Prozent aus dem Landtag. Im Wahlkampf hatte FDP-Chef Christian Dürr (48) zig Wahlkampftermine im Südwesten absolviert, um seine Partei zu retten und ein Aufbruchsignal aus Baden-Württemberg zu senden. Auch die Linke dürfte mit aktuell 4,4 Prozent nicht im kommenden Landtag in Stuttgart sitzen. Die Linke war bislang nicht im baden-württembergischen Landtag.

Kubicki: Merz hat Mitschuld an CDU-Ergebnis

Jubeln kann die AfD. Die Rechtsaußen können ihr Ergebnis von 2021 fast verdoppeln: 18,8 Prozent statt 9,7 Prozent (2021). Die AfD stellt damit auch den Wahlerfolg der Republikaner im Ländle (1992: 10,9%) in den Schatten und bildet die drittstärkste Kraft.

FDP-Urgestein und Partei-Vize Wolfgang Kubicki (74) zu BILD: „Dass die FDP nun in ihrem Stammland Baden-Württemberg um den Einzug in den Landtag zittern muss, ist ein Menetekel. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass von der Bundesebene überhaupt kein Rückenwind gekommen ist.“ Die ersten Prognosen für die SPD nannte der ehemalige Bundestagsvize „einen absoluten Hammer“. Das CDU-Ergebnis in Baden-Württemberg sei auch der Politik von CDU-Bundeskanzler Merz geschuldet, so Kubicki.

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