Live-Ticker: Der Tag nach der Wahl im Südwesten: Grünen-Chefin Brantner lehnt Machtteilung ab!
Grünen-Chefin Franziska Brantner (46) will keinen „Teilzeit“-Ministerpräsidenten
Berlin/Stuttgart – Wahlkrimi bis zum Schluss: In Baden-Württemberg haben die Grünen die Landtagswahl knapp vor der CDU gewonnen. Am Ende gaben wenige tausend Stimmen den Ausschlag. Am heutigen Montag kommen nun in Berlin die Spitzen der Parteien zusammen.
Bei den Grünen ist die Stimmung hervorragend. Anders sieht es bei der CDU aus: Der sicher geglaubte Triumph im Südwesten bleibt aus. Noch schlimmer hat es die SPD erwischt: Die Sozialdemokraten haben nur ganz knapp den Wiedereinzug in den Landtag geschafft. Ein historisches Debakel!
Tag der Abreibung also in den Parteizentralen von CDU und SPD? Merz erklärt bei der Pressekonferenz mit BaWü-Kandidat Manuel Hagel (37), warum bei der Wahl in Rheinland-Pfalz in zwei Wochen nicht FDP, AfD oder Freie Wähler gewählt werden soll: Wer das tue, mache sich „mitverantwortlich“ dafür, dass am Ende rot-rot-grün regieren werde. UND: Die Liberalen spielten „endgültig“ keine Rolle mehr.
Teilen sich Grüne und CDU die Macht in BaWü? Grünen-Chefin Franziska Brantner (46) sagt in Berlin: Nein. „Ich dachte, die CDU sei gegen ‚Lifestyle-Freizeit’ – also wir sind für Vollzeit-Ministerpräsidenten!“
Alle Entwicklungen zur Wahl lesen Sie in unserem Live-Ticker.
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Brantner lehnt Machtteilung ab!
Dass sich Özdemir und Hagel die Macht im Ländle teilen, lehnt Brantner ab – und schickt mit der Absage auch gleich noch einen Giftpfeil gegen die Bundes-CDU., „Ich hatte ja bis gestern geglaubt, die CDU sei gegen ,Lifestyle-Teilzeit‘ – also wir sind für Vollzeit-Ministerpräsidenten!“ Damit dürfte die Option wohl vom Tisch sein.
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Merz erklärt FDP endgültig für tot
Nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg erklärt Bundeskanzler Friedrich Merz die FDP für tot. Die Liberalen seien nach gestern endgültig von der politischen Landkarte verschwunden, sagt Merz bei der Pressekonferenz in Berlin. Die FDP werde keine Rolle mehr spielen, so Merz. Er appelliere deshalb auch an Liberalen-Anhänger, bei der kommenden Wahl in Rheinland-Pfalz nun CDU zu wählen. Da droht der Union ein nächster Vorsprung wegzuschmelzen.
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Grüne gewinnen in Baden-Württemberg
Sieg nach Punkten für Özdemir und seine Grünen. Doch der Vorsprung vor der CDU ist hauchdünn. Wie die Wahlleitung in der Nacht zum Montag in Stuttgart mitteilte, erreichten die Grünen mit Özdemir 30,2 Prozent der Stimmen (2021: 32,6 Prozent), während die CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel auf 29,7 Prozent (24,1) kam.
Die Grünen erhalten demnach 56 Sitze im Landtag (2021: 58), die CDU ebenfalls 56 (42). Die AfD kommt auf 35 Mandate (17), die SPD auf 10 (19). Grüne und CDU stellen also gleich viele Abgeordnete, auch wenn die Grünen nach Zweitstimmen gewonnen haben. Zusammen haben die beiden Parteien eine Zweidrittelmehrheit im Landtag. Hier geht’s zur vollständigen Analyse.
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CDU-General: Schmutzkampagne wie bei Trump
Die Wut auf die Grünen wegen der Kampagne gegen Manuel Hagel ist groß bei der CDU im Ländle. BaWü-Generalsekretär Tobias Vogt zu BILD: „Mit der Schmutzkampagne der Grünen gegen Manuel Hagel wurde massiv Vertrauen zerstört. Mit dem Stil Winfried Kretschmanns hat das nichts mehr zu tun. Es ist offensichtlich die Zeit der Özdemir-Grünen angebrochen – geprägt von niederträchtigen Vernichtungskampagnen nach amerikanischem MAGA-Trump-Vorbild.“ Unter diesen Vorzeichen könnten Koalitionsverhandlungen schwierig werden.
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Brantner: Keine Schmutzkampagne
Die Vorwürfe aus der Union, dass die Grünen eine „Schmutzkampagne“ gegen Manuel Hagel gefahren wären, weist Brantner zurück: „Das war ein Video, das öffentlich zugänglich war. Das war keine Kampagne von uns.“
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Wo ist Özdemir?
Grünen-Parteichefin Franziska Brantner wird von einem Journalisten gefragt: Wo ist denn Herr Özdemir, wollte er sich nicht mit Ihnen blicken lassen? Brantner: „Er ist in Stuttgart, war heute morgen zugeschaltet zum Parteivorstand.“ Auf ihn kämen jetzt schwierige Koalitionsverhandlungen zu, da sei der Fokus voll auf Stuttgart.
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Brantner über „Frauenhass“ auf Social Media
„Gestern war ja auch Weltfrauentag“, sagte Brantner. „Vielleicht haben Sie die aktuelle Umfrage gesehen, die ergeben hat, dass junge Männer heute traditionellere Geschlechterrollen vertreten als die Männer der Boomer-Generation. Und dass dabei die Rolle der digitalen Plattformen, der sozialen Medien sehr groß ist. Und das bedeutet eben, dass dort ja leider der Frauenhass einfach ungefiltert immer durchgehen kann. Ein weiterer Grund, die Regulierung der digitalen Plattform endlich durchzusetzen.“
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Grünen-Chefin Brantner geht Merz an
Die Grünen-Chefin schießt gegen die CDU und die Regierungskoalition im Bund. Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) hätte viele leere Versprechungen gemacht vor der Wahl. Jetzt würde die Union nicht liefern: „Wir sehen, dass die Wirtschaftskompetenz der CDU bröckelt.“ Robert Habeck aus jedem Politikfeld auszutreiben, wäre halt keine Energiepolitik. „Das merken die Menschen jetzt an der Zapfsäule.“
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Brantner: Cem ist „heimatverbunden und weltoffen“
Grünen-Chefin Franziska Brantner: „Dieser Wahlsieg ist Cem Özdemir aus eigener Stärke und auch ohne Amtsbonus gelungen”. Den Schwung nähmen die Grünen jetzt mit in das Wahljahr 2026. Die Grünen in BaWü seien in der Mitte der Gesellschaft verankert und würden „Spätzle und Robotik“ verbinden, so die Parteivorsitzende.
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Wie lange dauert der Iran-Krieg, Herr Merz?
Zum Schluss wird Merz nach dem Krieg im Iran gefragt. Es sei nicht absehbar, wann das Mullah-Regime die Kampfhandlungen einstellen werde. „Je schneller das Mullah-Regime aufhört, desto schneller ist dieser Krieg zu Ende.“ Solange das nicht der Fall ist, werden die USA und Israel ihre Angriffe fortsetzen, so Merz.
Dem Thema „Tankrabatt“ wegen der hohen Ölpreise weicht der Kanzler dagegen aus. Langfristig werde man sich für niedrige Energiepreise einsetzen. Danach endet die Pressekonferenz.
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