Declan Rice dreht zum Jubeln ab, Bayer Leverkusen ist ohne Chance
Foto: Glyn Kirk / AFP
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Ein Gunner lädt durch: 27 Jahre alt musste Eberechi Eze für sein erstes Champions-League-Tor werden. Eze ist ein spektakulärer Spieler, technisch herausragend, tiefer Körperschwerpunkt. Sein Werdegang war eine Ochsentour: Queens Park Rangers, Crystal Palace – das klingt zwar royal, aber nicht nach Königsklasse. Im Sommer griff Ezes Jugendklub Arsenal zu, holte den verlorenen Sohn heim, als On-off-Spielmacher für die Breite.
Eberechi Eze (Mitte) feiert mit den Teamkollegen
Foto: Andrew Boyers / Action Images / Reuters
Eze machte sich beliebt: Fünf seiner sechs Liga-Tore gelangen Arsenals Freigeist gegen den Erzrivalen Tottenham Hotspur. An diesem Abend schraubte Eze erstmals an seiner internationalen Reputation. Ballannahme mit dem linken Fuß, Volleyschuss aus 18 Metern mit dem rechten Fuß, Volltreffer (36. Minute). Es folgte der Zupfer am Arsenal-Wappen auf der Brust: Viel schöner kann man Bayer Leverkusen nicht kaputt machen.
Das Ergebnis: Mit einem 2:0 (0:0) beendet der FC Arsenal die Leverkusener Champions-League-Saison im Achtelfinale. Wäre das Ergebnis höher ausgefallen, hätte die Werkself sich nicht beschweren dürfen. Im Hinspiel hatte das Team von Trainer Kasper Hjulmand sich noch ein 1:1 verdient.
Teilzeithexer Blaswich: Statt Beschwerden wären Dankesreden angebracht. Deren idealer Adressat steht im Tor und heißt Janis Blaswich. Der kratzte früh einen gefährlichen Abschluss Leandro Trossards aus dem Winkel (16.), machte mit hochgerissenen Fäusten die kurze Ecke gegen Bukayo Saka dicht (27.), vereitelte eine noch größere Trossard-Gelegenheit mit einem Reflex und parierte in einer wilden Strafraumszene auch noch gegen Viktor Gyökeres (30.). Nach einem Drittel der Partie schien Blaswich drauf und dran, das Spiel seines Lebens zu machen. Dass nach 90 Minuten niemand mehr über Blaswich redete, war dann Arsenals Schuld.
Ungestüm des Spiels: Zwischen Blaswich-Show und Eze-Gegentreffer fokussierte sich die Zeitlupe des TV-Bilds auf Arsenal-Torhüter David Raya. Der war selten gefordert, einmal aber mit dem Ball in der Hand so übereifrig losgestürmt, dass er den Ball beim Verlassen des Strafraums noch kurz in den Händen gehalten hatte. Glück für Arsenal, dass Referee Danny Makkelie keinen Zeitlupenblick besitzt.
David Raya, hier ohne Ball in den Händen
Foto: Neil Hall / EPA
Fehler werden bestraft: »Wir haben viele unnötige Ecken zugelassen«, haderte Leverkusen-Defensivspezialist Robert Andrich nach dem Spiel. Eine solche führte zum 2:0 – ausnahmsweise aber nicht durch eine von Standardtrainer Nicolas Jover orchestrierte Variante, sondern durch einen Leverkusener Lapsus. Da vertändelte die Bayer-Defensive den schon entschärft scheinenden Ball im eigenen Strafraum, über wenige Stationen landete der Ball bei Declan Rice (63.). Und was der mit Platz von der Strafraumkante anstellen kann, ist bekannt.
Prototyp Turniermannschaft: Im Viertelfinale erwartet Arsenal nun Sporting. Die Portugiesen mussten schon gegen den FK Bodø/Glimt über sich hinauswachsen, ein 0:3 aus dem Hinspiel drehen. Der Favorit kommt also aus London. Sowieso deutet viel auf Arsenal als großen Favoriten hin: Defensivstärke, Standardstärke, die Fähigkeit, dann aufzudrehen, wenn es nötig wird. Und auch die, sich zurückzunehmen, wenn das Tagwerk vollbracht ist. Nach dem 2:0 wechselte Mikel Arteta mehrfach, brachte neue Defensivspieler, dazu Konterstürmer Gabriel Martinelli. Dem Team ist Verwalten nicht fremd.
Das irregulärste Tor der Fußballgeschichte: Auch Kai Havertz war einer der Arteta-Joker. Notgedrungen, Eze hatte sich wehgetan. Beinahe wäre dem Ex-Leverkusener wie schon im Hinspiel ein Tor gegen seinen Jugendklub gelungen, doch bei seinem »Treffer« bugsierte er nicht nur den Ball mit der Hand ins Tor – der Arm war auch nur deswegen ausgestreckt, weil Havertz Gegenspieler Malik Tillman am Trikot zerrte (71.).
Leverkusener Lichtblicke: Arsenal ist sehr gut, so weit, so bekannt. Und was nimmt Bayer 04 aus diesem Aufeinandertreffen mit? Vielleicht, dass es um die eigene Zukunft nicht so schlecht bestellt steht. Sturm-Teenager Christian Kofane zwang Raya mit der besten Leverkusener Chance zur Flugparade (87.) und deutete auch sonst an, auch perspektivisch Champions-League-Niveau zu besitzen. Spielmacher Ibrahim Maza (20 Jahre) sammelte wichtige Erfahrungen unter Dauerdruck. Und dann war da noch Montrell Culbreath, 18 Jahre, gegen die Bayern noch als Entdeckung gefeiert – und gegen Arsenal zumindest in der Lage, die letzte halbe Stunde solide mitzuschwimmen.
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