Was nach dem Ende des Marius-Prozesses im Gericht geschah

Was nach dem Ende des Marius-Prozesses im Gericht geschah
Verhandlung abgeschlossen

Was nach dem Ende des Marius-Prozesses im Gericht geschah

Toska Kelmendi

Pauline Naethbohm

von Pauline Naethbohm

21.03.2026, 10:51 Uhr

21. März 2026 um 10:51 Uhr

Sechs Wochen lang dauerte der Marius-Prozess. Nun ist die Hauptverhandlung abgeschlossen. Nach Ende des letzten Prozesstages herrschte eine gelöste Stimmung im Gerichtssaal – Verteidiger und Anwälte fielen sich in die Arme.

Es war kurz vor 17 Uhr, als Richter Jon Sverdrup Efjestad die Hauptverhandlung im Marius-Prozess beendete. Als erstes verließ die „Lofoten-Frau“, die dem letzten Prozesstag beigewohnt hatte, den Saal 250 durch einen separaten Eingang. Dann ging auch Marius Borg Høiby (29) – und drehte sich, kurz bevor er nicht mehr zu sehen war, nochmal zum Gericht um. 

Oben im BUNTE.de-Interview erklärt Strafverteidigerin Sandra Günther, worauf sich Marius Borg Høiby nach dem Prozessaus einstellen muss

Nachdem Marius-Prozess endete, umarmen sich Verteidiger und Anwälte

Als er den Saal verlassen hatte, machte sich unter allen Anwesenden eine Art Erleichterung breit. Nach sechs Wochen intensiver Hauptverhandlung war es nun endlich geschafft. Verteidiger, Staatsanwälte und Opferanwälte gingen aufeinander zu, lachten, schüttelten einander die Hände. 

Verteidigerin von Marius Borg Høiby zog im Gehen ihren Lippenstift nach

Danach legten die Prozessbeteiligten ihre Roben ab, Holager Andenæs offenbarte dabei ein stylisches Outfit mit schwarzer Hose, weißer Bluse und einem Blazer mit ledernden Ärmeln. Als sie zusammen mit Sekulic aus dem Saal ging, griff sie in ihre Tasche und zog beim Gehen gekonnt ihren roten Lippenstift nach.

Auch unter den anwesenden Presseleuten herrschte freudige Stimmung. Ein Journalist des norwegischen Newsportals „Nettavisen“, der jeden einzelnen Prozesstag begleitet hatte, ballte beim Rausgehen die Hand zur Siegesfaust. „Geschafft! Endlich“, lachte er. 

Der Trubel in der Interviewzone vor dem Gerichtssaal, in der Staatsanwälte und Opferanwälte den Journalisten Rede und Antwort standen, löste sich schneller auf als an den Tagen zuvor. Nur ein ARD-Team, das auf eine Live-Schalte wartete, harrte noch in dem Bereich aus. Bis auf ein paar große Lichtschirme, Pulte und Kamera-Stative war dieser gespenstisch verwaist. Ein Wachmann schlich schon nervös umher und erinnerte daran, dass das Gebäude in 15 Minuten schließe.

Henriksbø verabschiedete sich mit einer Ikea-Tüte

Als einer der letzten Prozessbeteiligten stand Staatsanwalt Sturla Henriksbø vor dem Osloer Bezirksgericht. Es war mittlerweile kurz nach 18 Uhr und das letzte Sonnenlicht des ersten sonnigen Tags der Woche fiel zwischen die Gebäude. 

In einen dunklen Mantel gekleidet stand er gemeinsam mit ein paar weiteren Juristen zusammen und plauderte. Dann verabschiedeten sie sich. Henriksbø schwang eine riesige, knittrige blaue Ikea-Tüte, in der sich vermutlich seine Robe befand, über seine rechte Schulter und schlenderte von dannen. 

Anfang Juni wird das Urteil im Marius-Prozess verkündet.

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