Rückschlag für die deutsche Raumfahrt: Der Start der Trägerrakete „Spectrum“ ist am Mittwoch in letzter Sekunde abgebrochen worden. Kurz vor der geplanten Zündung der Triebwerke stoppte der Countdown – live im Stream zu sehen. Der Grund dafür ist kurios!
Die Rakete stammt vom deutschen Startup Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München. Schon der erste Testflug vor rund einem Jahr war vorzeitig beendet worden. Die aktuelle Mission trug den Namen „Onward and Upward“. Geplant war, mehrere Kleinsatelliten in eine Umlaufbahn zu bringen. Das Problem tauchte am norwegischen Weltraumbahnhof Andøya auf. Erst im Januar hatte ein Problem mit einem Druckventil einen Start verhindert.
Zum Grund erklärte Isar Aerospace am späten Mittwochabend: „Nach einer Unterbrechung des Countdowns aufgrund einer Verletzung der Sicherheitszone durch ein unbefugtes Boot überschritt der Neustart des Countdowns unser Startfenster.“ Im Klartext: Weil ein Boot im Weg war, wurde der Start abgebrochen! „Isar Aerospace arbeitet gemeinsam mit Andøya Space daran, ein neues Startfenster festzulegen“, heißt es jetzt.
„Spectrum“ sollte Satelliten ins All bringen
Die 28 Meter lange „Spectrum“-Rakete ist für Nutzlasten von bis zu einer Tonne ausgelegt. Sie zählt zur Klasse der sogenannten Microlauncher. Neben Isar Aerospace arbeiten auch Rocket Factory Augsburg (RFA) und HyImpulse aus der Nähe von Heilbronn an Trägersystemen für Kleinsatelliten und Experimente.
Europa will sich mit solchen Projekten unabhängiger von außereuropäischen Raumfahrtfirmen machen – etwa von SpaceX des Milliardärs und Tesla-Chefs Elon Musk (54). Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hatte bei einem Besuch in Andoya vor knapp zwei Wochen betont, dies sei auch aus sicherheitspolitischen Gründen wichtig.
Mehr Militär-Anfragen
Isar-Chef Daniel Metzler sagte in einer Telefonkonferenz, wegen der geopolitischen Krisen habe sich der Anteil an Anfragen für militärische Missionen innerhalb von zwölf Monaten vervierfacht. Inzwischen machten sie 60 Prozent aus. Sein Unternehmen sei bis 2028 ausgebucht.
Medienberichten zufolge verhandelt Isar Aerospace zudem mit Investoren über eine weitere Kapitalspritze in Höhe von 250 Millionen Euro. Dabei werde das Unternehmen mit mehr als zwei Milliarden Euro bewertet. Metzler wollte sich zu diesen Berichten nicht äußern.



