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Überblick: Das ist die aktuelle Lage in Nahost
- Die Außenminister der G7-Staaten ringen mit ihrem US-Kollegen Marco Rubio um eine gemeinsame Linie für ein Ende des Irankrieges. Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (CDU) stellt seinem Amtskollegen deutsche Hilfe zur Sicherung der Straße von Hormus nach Ende der Kämpfe in Aussicht. Laut ihm sollen die Kriegsparteien »in naher Zukunft« zu Gesprächen zusammenkommen.
- Nach Medienberichten soll US-Vizepräsident JD Vance bei Gesprächen mit Iran als oberster US-Verhandlungsführer eingesetzt werden.
- Israel greift weiter Ziele in Iran und im Libanon an, ändert allerdings seine Angriffsstrategie und attackiert die iranische Rüstungsproduktion.
- Donald Trump verlängert die Frist für die Öffnung der Straße von Hormus zum zweiten Mal: Iran soll jetzt bis zum 6. April Zeit bekommen.
- Die Unicef warnt derweil: Rund 20 Prozent der libanesischen Bevölkerung sind wegen des Kriegs aus ihren Heimatorten vertrieben worden, darunter viele Kinder. In Iran sollen laut dem Roten Halbmond 1900 Menschen getötet und 20.000 verletzt worden sein.
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- SPIEGEL-Titelstory: Aus Trumps Iran-Desaster wurde ein Krieg gegen die Weltwirtschaft
Carlotta Böttcher
Ressort Deutschland

Union und SPD prüfen Entlastungen bei Energie und Sprit
Die Koalitionsfraktionen von Union und SPD wollen neue Maßnahmen prüfen, um Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen wegen der wirtschaftlichen Folgen des Irankriegs zu entlasten. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung hervor.
Demnach soll unter anderem geprüft werden, ob die Energiesteuer vorübergehend und die Stromsteuer »für alle« gesenkt werden soll. Außerdem stehen eine temporäre Entlastung über die Pendlerpauschale, eine Mobilitätsprämie und eine Pauschalentlastung auf Basis der Daten der Kfz-Steuer zur Debatte.
Geprüft werden laut Mitteilung auch eine Margenbegrenzung über einen Spritpreisdeckel und die Aktivierung von Kohlekraftwerken aus der Kraftwerksreserve. In dem Schreiben ist zudem von einer möglichen Übergewinnsteuer zur Gegenfinanzierung die Rede, welche geprüft werden soll.
Iran-News zum Hören: »Netanyahu hat seinen Dummen gefunden«
Auch im SPIEGEL-Auslandspodcast »Acht Milliarden« geht es diese Woche wieder um den Krieg in Nahost. Warum könnte der große Iranplan Israels am Ende zu einem riesigen Problem für das Land werden? Und geht es Israel eigentlich um Sicherheit oder Dominanz?
Hören Sie hier die aktuelle Folge mit Korrespondent Thore Schröder in Tel Aviv.
Medienbericht: JD Vance soll mit Iran verhandeln
Im Zuge der Verhandlungen über die Beendigung des Irankriegs versuchen sich die USA offenbar an einem Strategiewechsel. US-Vizepräsident JD Vance soll als oberster Verhandlungsführer bei möglichen Friedensgesprächen mit Iran für die USA sprechen. Das meldet das US-Nachrichtenportal Axios.
Demnach habe US-Präsident Trump Vance’ Berufung bereits am Donnerstag in einer Kabinettssitzung verkündet. Bei den Verhandlungen soll er mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner zusammenarbeiten.
Der US-Vizepräsident hatte sich jahrelang gegen US-Militäreinsätze in Nahost ausgesprochen. Zuletzt soll er am Montag ein »schwieriges« Telefonat mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu geführt haben. In diesem soll er Netanyahu vorgeworfen haben, dass sich mehrere seiner Vorhersagen zum Irankrieg als viel zu optimistisch erwiesen hätten, etwa die Aussicht auf einen Volksaufstand in Iran zum Sturz des Regimes.
Carlotta Böttcher
Ressort Deutschland

Laut Rotem Halbmond mehr als 1900 Tote in Iran
Nach Angaben der Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) sind in Iran seit Beginn des Krieges vor knapp vier Wochen mehr als 1900 Menschen getötet und mindestens 20.000 verletzt worden. Der IFRC beruft sich dabei auf Zahlen des Iranischen Roten Halbmonds.
Maria Martinez, Leiterin der IFRC in Iran, sagte bei einer Pressekonferenz der Vereinten Nationen in Genf, zugeschaltet aus Teheran: »Die humanitäre Situation verschlechtert sich rapide. Teheran, eine Stadt mit rund neun Millionen Einwohnern, sieht völlig verlassen aus.« Der Iranische Rote Halbmond sei die einzige humanitäre Organisation, die weiterhin im ganzen Land aktiv sei.
Ein Großteil der zivilen Infrastruktur sei durch amerikanisch-israelische Luftangriffe beschädigt worden, darunter mehr als 280 medizinische Einrichtungen sowie 600 Schulen und Bildungseinrichtungen, sagte Martinez. Auch 17 eigene Zentren der Hilfsorganisation seien getroffen und fast 100 Krankenwagen beschädigt oder zerstört worden.
Carlotta Böttcher
Ressort Deutschland

Israel droht mit Ausweitung der Angriffe auf Iran
Während es aus den USA Signale für eine mögliche Verständigung mit Iran gibt, kündigt Israels Verteidigungsminister Israel Katz eine Ausweitung der israelischen Angriffe an. Grund sei der anhaltende Raketenbeschuss aus Iran, teilte Katz nach Angaben seines Büros mit. Die Armee werde ihre Angriffe »eskalieren« und weitere Ziele sowie Gebiete in Iran ins Visier nehmen. Im Fokus sollen demnach Ziele in Verbindung mit iranischen Waffen stehen.
Katz sagte, gemeinsam mit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu habe er Teheran aufgefordert, Raketenangriffe auf Israels Zivilbevölkerung einzustellen. Der Beschuss gehe trotz der Warnungen weiter. Am frühen Nachmittag gab es in Israel erneut Raketenbeschuss. Berichte über Schäden oder Opfer lagen zunächst nicht vor.
Leseempfehlung: Was Trumps Truppen im Persischen Golf ausrichten können
Washington verlegt Tausende Soldaten zusätzlich in den Nahen Osten. Will Donald Trump den Weg durch die Straße von Hormus freischießen lassen? Ein Luftlandeeinsatz wäre extrem gefährlich. Einen Überblick mit Grafiken finden Sie hier.
Iranische Miliz stoppt drei Schiffe in der Straße von Hormus
Die paramilitärische Basidsch-Miliz in Iran hat drei Containerschiffen die Fahrt durch die Straße von Hormus verwehrt, das meldete die staatsnahe iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Dies sei die Antwort auf Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, wonach die Meerenge für die Schifffahrt offen sei. Trump hatte am Donnerstag bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus angegeben, der Iran habe zehn Öltanker durch die Straße von Hormus passieren lassen.
Die Miliz wies auf die offizielle iranische Haltung hin, dass für Schiffe mit Verbindungen zu Israel, den USA und deren Verbündete die Passage verboten sei.
Carlotta Böttcher
Ressort Deutschland

Kuwait: Hafen bei Drohnenangriff beschädigt
Nach Angaben der Behörden wurde der Hafen Shuwaikh nahe Kuwait-Stadt attackiert. Der Hafen sei am Freitagmorgen von »feindlichen Drohnen« angegriffen worden, teilte die kuwaitische Hafenbehörde bei X mit. Es gebe Hinweise auf Sachschäden, aber keine Opfer. Shuwaikh zählt zu den wichtigsten Häfen Kuwaits.
Angriffe auf Teheran
Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine Reihe von Luftangriffen »im Herzen von Teheran« durchgeführt, nachdem US-Präsident Donald Trump seine Drohung, Irans Energieanlagen wegen der faktischen Sperrung der Straße von Hormus zu zerstören, zurückgestellt hat. Zu den Angriffen auf Beirut äußerte sich das Militär zunächst nicht.
Rauch über Beirut
Israel hat nach Berichten libanesischer Staatsmedien einen Angriff auf den Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut geflogen. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur gab an, der Angriff habe am frühen Morgen den südlichen Vorort Tahouitet al-Ghadir getroffen.
Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten von mehreren Explosionen, laut der Nachrichtenagentur AP steigt Rauch über den südlichen Vororten der Stadt auf, die als Hochburg der proiranisch Hisbollah-Miliz gelten.
Die israelische Armee hatte im Vorfeld weder eine Warnung ausgesprochen noch zur Evakuierung aufgerufen. Die normalerweise dicht besiedelten Viertel haben sich seit der erneuten Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Hisbollah weitgehend geleert.
Pistorius warnt USA vor Kürzungen der Militärhilfe für Ukraine
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat die US-Regierung aufgerufen, die militärische Unterstützung für die Ukraine wegen der Meinungsverschiedenheiten über den Krieg gegen Iran nicht einzuschränken. »Mein Appell an die USA bleibt, den Blick dafür nicht zu verlieren, dass die Ukraine und die Frage, wer gewinnt diesen Krieg und wie geht er aus, auch eine zentrale Rolle für die Sicherheitsinteressen der USA in Europa spielt«, sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch in Australien.
Pistorius betonte, die internationalen Partner unterstützen die Ukraine mit Material »in ihrem Abwehrkampf gegen einen Aggressor, der versucht, das ukrainische Territorium zu erobern«. Der Streit über die Frage, ob sich die Europäer am amerikanisch-israelischen Krieg gegen Iran beteiligen, sei ein anderes Thema. US-Präsident Donald Trump und sein Außenminister indes betonten kürzlich, die fehlende Unterstützung der Europäer gegen Iran werde Konsequenzen für Waffenlieferungen an die Ukraine haben.
Die »Washington Post« hatte am Donnerstag sogar berichtet, das Pentagon prüfe, ob amerikanische Waffen, die die Europäer zur Unterstützung der Ukraine gekauft hatten, in den Nahen Osten umgeleitet werden sollten, da der Krieg mit Iran die Munitionsbestände aufzehre. Pistorius sagte in Australien, er habe davon bisher nur in der Presse gelesen, aber keine offizielle Bestätigung aus den USA. Er habe sich vorgenommen, nicht mehr jede Schlagzeile aus den USA umgehend zu kommentieren.
Pentagon könnte 10.000 weitere Soldaten senden
Das Pentagon erwägt Medienberichten zufolge die Entsendung von bis zu 10.000 weiteren Soldaten in den Nahen Osten. Dies würde US-Präsident Donald Trump zusätzliche Flexibilität in den Gesprächen mit Teheran einräumen, berichtete das »Wall Street Journal« (»WSJ«) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Portal »Axios« schrieb unter Berufung auf einen ranghohen Verteidigungsbeamten, die Entscheidung werde nächste Woche getroffen. Die Soldaten würden aus anderen Kampfeinheiten stammen als diejenigen, die bereits in die Region entsandt worden seien.
Laut »WSJ« dürfte die Einsatztruppe aus Infanteristen bestehen, die zu den rund 5000 Soldaten vor Ort und Tausenden Fallschirmjägern der 82. Luftlandedivision hinzukämen. Diese seien bereits in die Region beordert worden. Zunächst war dem Bericht zufolge unklar, wo genau die Truppen im Nahen Osten hingeschickt werden sollen. Das »Wall Street Journal« hielt es für wahrscheinlich, dass die Kräfte in der Nähe zu Iran und der für den Ölhandel strategisch wichtigen Insel Charg stationiert werden dürften.
Laut »Axios« entwickelt das Pentagon militärische Optionen für einen »endgültigen Schlag« gegen Iran, der den Einsatz von Bodentruppen und massive Bombardierungen beinhalten könnte. Quellen zufolge habe US-Präsident Donald Trump aber noch keine Entscheidung dazu getroffen. Er sei aber bereit zu eskalieren, falls die Gespräche mit Iran nicht bald Ergebnisse brächten.
Ringen mit Rubio um gemeinsame Iran-Linie beim G7-Treffen
Die G7-Partner wirtschaftsstarker Demokratien ringen an diesem Freitag mit ihrem US-Kollegen Marco Rubio um eine gemeinsame Linie für ein Ende des Irankriegs. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) forderte vor den Beratungen in Frankreich von den USA, Europa in ihre Planungen einzubeziehen. Rubio stellte sich vor seinem Abflug hinter die Kritik von US-Präsident Donald Trump, die Nato-Verbündeten hätten im Krieg mit Iran nicht geholfen, als die USA sie darum gebeten hätten.
Trump habe festgestellt, dass die USA ständig um Hilfe in Kriegen gebeten worden seien und geholfen hätten, sagte Rubio. Doch als man selbst um Unterstützung gebeten habe, habe man von der Nato keine positive Antwort bekommen. Die Bedrohungen der globalen Schifffahrt durch Iran seien ein Verstoß gegen das Völkerrecht. All jene Länder, denen das Völkerrecht am Herzen liege, sollten etwas dagegen unternehmen.
Zur Allianz der »Gruppe der Sieben« gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die USA. Das Treffen in einer früheren Abtei im Pariser Umland ist das erste förmliche Treffen der G7-Außenminister seit Beginn des Irankriegs vor einem Monat.
Gericht stoppt vorerst Pentagon-Sperre gegen KI-Firma Anthropic
Eine US-Richterin hat die Sperre des US-Verteidigungsministeriums gegen das KI-Unternehmen Anthropic vorerst blockiert. Eine Richterin gab einer Klage der Entwicklerfirma des Chatbots Claude statt. Die Maßnahmen der Regierung schienen nicht auf nationale Sicherheitsinteressen abzuzielen, sondern darauf, Anthropic für öffentliche Kritik zu bestrafen, erklärte die Richterin in ihrer Entscheidung.
US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte Anthropic zuvor als Risiko für die nationale Sicherheit und die Lieferketten eingestuft. Damit wurde das Start-up von bestimmten Militäraufträgen ausgeschlossen. Auslöser des Streits war die Weigerung des Unternehmens, dem Militär die Nutzung seiner künstlichen Intelligenz für Überwachungszwecke oder autonome Waffen zu gestatten. Insidern zufolge war die Technologie für Militäroperationen in Iran eingesetzt worden. Das US-Justizministerium argumentierte, die Weigerung des Unternehmens, die Einschränkungen aufzuheben, könne militärische Systeme während laufender Einsätze gefährden.
Israelische Armee benötigt nach eigenen Angaben mehr Soldaten im Libanon
Die israelische Armee benötigt nach eigenen Angaben weitere Soldaten für ihren Einsatz gegen die Hisbollah-Miliz im Libanon. »Für die Vorwärtsverteidigungszone, die wir derzeit einrichten, sind zusätzliche Einsatzkräfte erforderlich«, erklärte Militärsprecher Effie Defrin. Die israelische Armee sei derzeit »an mehreren Fronten« eingesetzt, darunter neben dem Libanon auch das Westjordanland, der Gazastreifen und Syrien. Daher benötigten die israelischen Streitkräfte allgemein »mehr Kampftruppen«.
Nach Beginn der Angriffe Israels und der USA auf Iran ab Ende Februar hatte die mit Iran verbündete Hisbollah mit neuen Raketenangriffen auf Israel begonnen. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Hisbollah-Ziele im Libanon und rückte inzwischen auch mit Bodentruppen auf libanesisches Territorium im Grenzgebiet vor. Nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz will die Armee im Libanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen.
Deutschland berät mit Partnern über Mission zur Absicherung der Straße von Hormus
Deutschland hat sich an ersten Beratungen einer internationalen Koalition beteiligt, um eine mögliche Mission zur Absicherung der Straße von Hormus zu unterstützen. Am Donnerstag schalteten sich mehr als 30 Generalstabschefs zu einer Videokonferenz zusammen, für die Bundeswehr nahm nach SPIEGEL-Informationen die stellvertretende Generalinspekteurin Nicola Schilling teil. Bei der Schalte ging es um erste Ideen, wie die Koalition mit einer Militärmission für den Fall eines Waffenstillstands die sichere Durchfahrt durch die Meerenge im Persischen Golf absichern könnte.
Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte am Donnerstag erstmals konkret eine Beteiligung der Bundeswehr an einer solchen Operation in Aussicht gestellt. »Wenn wir zu einer Waffenruhe kommen, werden wir jeden Einsatz für eine Absicherung des Friedens diskutieren, insbesondere um den freien Seeverkehr in der Straße von Hormus abzusichern«, sagte der Minister bei einem Besuch in der australischen Hauptstadt Canberra. Bei der Bundeswehr gibt es bereits erste Ideen, wie sich die Marine an einer möglichen Mission beteiligen kann:
Iran verbietet Sportmannschaften Ausreise in »feindliche« Länder
Iran hat National- und Vereinsmannschaften bis auf Weiteres verboten, in Länder zu reisen, die als feindlich betrachtet werden. Das berichten iranische Medien unter Berufung auf das Sportministerium. Demnach erklärte dieses, der Schritt sei auf Bedenken hinsichtlich der Sicherheit iranischer Sportler zurückzuführen.
Iran hat sich für die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft der Männer qualifiziert, die gemeinsam von den USA, Kanada und Mexiko ausgerichtet wird. Ob es zu einer Teilnahme an dem Fußballturnier kommen wird, ist seit Beginn des Irankriegs unklar.
Schlechtester Tag für US-Börsen seit Beginn des Irankriegs
Der US-amerikanische Aktienindex S&P 500 ist um 1,7 Prozent eingebrochen und hat damit seinen schlechtesten Tag seit Januar. Damit steuert der Index auf die fünfte Verlustwoche in Folge zu. Diese Serie reicht bis vor den Beginn des Irankriegs zurück und wäre die längste Verlustserie dieser Art seit fast vier Jahren.
Der Dow Jones fiel um ein Prozent. Der Nasdaq Composite sank um 2,4 Prozent und liegt damit mehr als zehn Prozent unter seinem Anfang des Jahres erreichten Allzeithoch.
Trump verlängert Frist für Iran bis zum 6. April
Gerade erst hatte der US-Präsident angekündigt, dass sich das Ultimatum für die Öffnung der Straße von Hormus womöglich erneut verschieben wird. Jetzt schreibt Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social, er gebe Iran bis zum 6. April um 20 Uhr (Ortszeit in Washington, D.C.) dafür Zeit. Dies teile er »auf Ersuchen der iranischen Regierung« mit. »Die Gespräche laufen weiter und verlaufen sehr gut«, so Trump. Deshalb werde er die »Frist für die Zerstörung der Energieanlagen« verlängern.
Ursprünglich hatte Trump Iran am Sonntag eine Frist von 48 Stunden gesetzt. Am Montag hatte er diese zunächst um fünf Tage verlängert, ebenfalls begründet mit »produktiven Gesprächen«.
Wadephul: Europa soll einbezogen werden
Außenminister Johann Wadephul will bei den Planungen zu einem Ende des Irankriegs mitmischen. »Wir als Europäer müssen natürlich einbezogen werden jetzt in die Gedankenwelt der USA«, sagte der CDU-Politiker dem Sender RTL. Die militärischen Auseinandersetzungen beeinflussten die Wirtschaft und die Energiepreise in Deutschland und Europa stark. Deswegen müsse man wissen, »wann und unter welchen Bedingungen dieser Krieg beendet werden kann«.
Das wolle er beim Treffen der G7-Außenminister am Freitag deutlich machen, sagte Wadephul. Dort wird auch US-Außenminister Marco Rubio anwesend sein.
Trump schließt Verschiebung des Iran-Ultimatums nicht aus
US-Präsident Donald schließt bei seinem Ultimatum an Iran eine weitere Verschiebung nicht aus. »Ich weiß es noch nicht«, sagte er in Washington auf die Frage, ob die Frist aufgeschoben sei. Trump sagte, der Sondergesandte Steve Witkoff, Vizepräsident JD Vance und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner würden ihn über den Fortgang der Verhandlungen unterrichten. Davon hänge ab, ob es bei dem Ultimatum bleibe. »Wir haben jede Menge Zeit«, behauptete Trump.
Iran weist Trumps Ultimatum zurück
Iran wird sich laut Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf keinem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump beugen. »Niemand kann Iran und den Iranern ein Ultimatum stellen«, erklärte er auf der Plattform X. Die Kinder Irans würden den Kampf bis zum endgültigen Sieg fortsetzen und diesen Teufelskreis von Krieg, Waffenruhe und wieder Krieg durchbrechen.
Trump hatte Iran damit gedroht, Kraftwerke und Energieanlagen zu zerstören, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht vollständig und »ohne Drohungen« für den Schiffsverkehr öffnen. Ursprünglich hatte er dafür ein Ultimatum gesetzt, das in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit ausgelaufen wäre. Am Montag hatte er dann angekündigt, wegen »sehr guter und produktiver Gespräche« für weitere fünf Tage auf solche Angriffe zu verzichten.
Kriegsbeteiligung abgelehnt: US-Präsident Trump kritisiert Deutschland
US-Präsident Donald Trump beklagte sich in den vergangenen Wochen immer wieder über die fehlende Unterstützung der Nato-Länder im Irankrieg. Nun hat er explizit Deutschland dafür kritisiert, eine Kriegsbeteiligung abzulehnen.
Am Rande einer Kabinettssitzung in Washington sprach Trump über Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die Lage beruhige sich dort etwas, meinte er und setzte nach, der Krieg betreffe die USA nicht, schließlich finde er Tausende Kilometer entfernt statt. Dann kam Trump auf Deutschland zu sprechen.
Aus Berlin habe er den Satz »Das ist nicht unser Krieg« gehört, sagte Trump: »Nun, die Ukraine ist auch nicht unser Krieg. Wir haben geholfen, aber die Ukraine ist nicht unser Krieg. Ich fand diese Aussage sehr unangebracht.« Man könne die Äußerung auch nicht ungeschehen machen.
Unklar ist, auf wessen Aussagen Trump sich genau bezieht. Der US-Präsident sprach vom »head of germany«, also dem Staatsoberhaupt, was eigentlich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist. Es war jedoch Bundeskanzler Friedrich Merz, der erklärt hatte: »Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.« Vizekanzler Lars Klingbeil und Verteidigungsminister Boris Pistorius hatten daraufhin gesagt: »Das ist nicht unser Krieg.«
Der Unterschied zwischen dem Ukraine- und dem Irankrieg, die Trump nun verglich: Die USA hatten den Irankrieg begonnen, ohne die Nato-Partner zu konsultieren. Der Ukraine hatten die USA im Budapester Memorandum von 1994 jedoch Sicherheitsgarantien eingeräumt.
Israel will Raketenabschussrampen in Iran attackiert haben
Israels Luftwaffe will in Iran Waffenlager und Abschussrampen für Raketen angegriffen haben. Die Luftwaffe habe in den vergangenen 24 Stunden mehr als 20 Angriffsflüge auf Dutzende Abschussrampen durchgeführt, teilt Israels Militär mit: »Zudem wurden Mitglieder des iranischen Terrorregimes, die sich an diesen Standorten aufhielten, eliminiert.« Unabhängig lassen sich die Berichte derzeit nicht überprüfen.
Israelischer Soldat im Libanon getötet
Bei Kämpfen im Süden des Libanons ist ein israelischer Soldat ums Leben gekommen. Das teilt Israel Militär mit. Bei dem Vorfall seien außerdem zwei Offiziere und zwei Soldaten leicht verletzt worden, heißt es in einer Mitteilung. Die Soldaten seien zur medizinischen Versorgung ins Krankenhaus gebracht worden. Details zu dem Einsatz teilt das Militär nicht mit.
Trump spricht von »riesigem Geschenk« aus Iran: Zehn Tanker dürfen offenbar Straße von Hormus passieren
US-Präsident Donald Trump fabulierte kürzlich, Iran habe den USA in Verhandlungen ein »riesiges Geschenk« gemacht. Er verriet aber nicht, was dieses Geschenk sei soll. Nun hat Trump das Geheimnis offenbar gelüftet. Iran hat nach Trumps Angaben zehn Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährt. Die iranische Seite habe das angeboten, um in den Verhandlungen mit den USA ihre Zuverlässigkeit zu untermauern, behauptete Trump bei einer Kabinettssitzung in Washington. Iran hat sich dazu bislang nicht geäußert.
Vor seinen Bemerkungen fragte Trump seinen Sondergesandten Steve Witkoff am Kabinettstisch, ob er die Informationen teilen dürfe – offenbar, weil es sich um vertrauliche Angaben handelt. »Ich hoffe, ich habe deine Verhandlungen nicht vermasselt«, sagte Trump in Richtung Witkoff. Der Sondergesandte erklärte, Iran sei an einem Deal interessiert. Iran soll einem Medienbericht zufolge den USA Forderungen für Verhandlungen übermittelt haben.
Guten Tag, hier halten wir Sie auch heute über alle Entwicklungen im Irankrieg auf dem Laufenden. Die wichtigsten Ereignisse vom Donnerstag können Sie hier nachlesen.
Mit Material der Agenturen




