Sorgt neues Urteil im Fall Marius Borg Høiby für Beben?

Sorgt neues Urteil im Fall Marius Borg Høiby für Beben?
Entscheidung des Gerichts

Könnte neues Urteil im Marius-Fall für Beben sorgen?

von Nadine Miller

30.03.2026, 10:14 Uhr

30. März 2026 um 10:14 Uhr

Der Oberste Gerichtshof hat erstmals Strafen bei Schlaf-Vergewaltigung heruntergefahren. Hat das auch Folgen für den Fall um Marius Borg Høiby?

  • Im Video oben erfahrt ihr, was eine Anwältin über Marius‘ Gefängnisaufenthalt sagt.

Bisher galt für Vergewaltigungen im Schlaf ein übliches Strafmaß von vier Jahren Haft. Dieser Standard könnte sich nun grundlegend ändern: Mit einem wegweisenden Urteil vom 27. März 2026 hat der Oberste Gerichtshof in Norwegen den Spielraum für deutlich geringere Strafen geöffnet.

Es ist die erste Entscheidung dieser Art, seit im Jahr 2025 die strikten Mindeststrafen für Vergewaltigung abgeschafft wurden. Damit schafft das Gericht einen Präzedenzfall, der die künftige Rechtsprechung in Norwegen maßgeblich prägen wird. Das neue Urteil könnte auch im Fall gegen Marius Borg Høiby (29) relevant werden.

Oberster Gerichtshof reduziert Strafmaß in anderem Fall

Der Oberste Gerichtshof reduzierte Ende März 2026 die Strafe eines 19-jährigen Mannes, der ein 16-jähriges Mädchen im Schlaf vergewaltigt hatte, von drei Jahren und zwei Monaten auf ein Jahr und sechs Monate Haft, inklusive einer zehnmonatigen Haftmilderung.

„Ich verstehe dies so, dass Vergewaltigung im Schlaf zwar weiterhin als schwerwiegendes Sexualdelikt anzusehen ist, die Strafe jedoch in der Regel niedriger anzusetzen ist als bei Vergewaltigungen, die unter Anwendung von Gewalt oder Drohungen begangen wurden“, sagte die vorsitzende Richterin Cecilie Østensen Berglund, als sie am 27. März das Urteil des Obersten Gerichtshofs verlas.

Das Urteil, das erste nach der Abschaffung der dreijährigen Mindeststrafe im Mai 2025, schafft einen Präzedenzfall für die Strafbemessung vergleichbarer Fälle in Norwegen. Das Grundstrafmaß legt der Gerichtshof jetzt allgemein bei zwei Jahren und vier Monaten Freiheitsentzug fest.

Hat Urteil auch Auswirkungen auf Marius-Fall?

Der Fall gewinnt auch im Zusammenhang mit dem Prozess gegen Marius Borg Høiby an Bedeutung, das am 19. März 2026 vor dem Osloer Bezirksgericht abgeschlossen wurde.

Der Sohn von Mette-Marit von Norwegen (52) ist wegen vier Fällen von Vergewaltigung im Schlaf gegen vier verschiedene Frauen angeklagt. In einem Fall lautet die Anklage auf Vergewaltigung mit Geschlechtsverkehr, was in der Regel härter bestraft wird.

Marius Borg Høiby und Mette-Marit von Norwegen am 23. Juni 2016

Marius Borg Høiby und Mette-Marit von Norwegen am 23. Juni 2016 Photo by Julian Parker/UK Press via Getty Images

Marius‘ Verteidigung begrüßt Strafmilderung

Welche genauen Auswirkungen das neue Urteil des Obersten Gerichtshof auf den Fall von Marius Borg Høiby haben könnte, ist bislang unklar.

Staatsanwalt Sturla Henriksbø sagte gegenüber „TV 2“: „Das Urteil des Obersten Gerichtshofs entspricht den Erwartungen und den Signalen des Gesetzgebers, und dies haben wir in unserem Antrag im Fall Høiby berücksichtigt. Das Ergebnis kommt daher nicht überraschend.“

Die Verteidigung betonte, dass das Urteil des Obersten Gerichtshofs relevant sein müsse, falls Marius entsprechend der Anklage verurteilt werde.

„Ein Unterschied zwischen dem Fall vor dem Obersten Gerichtshof und unserem Fall besteht darin, dass es im Fall vor dem Obersten Gerichtshof keine Anzeichen dafür gab, dass die Geschädigte im Vorfeld sexuellen Verkehr gewünscht hatte. In unserem Fall bestand offensichtlich der Wunsch nach sexuellem Kontakt mit Høiby“, sagte Verteidiger Petar Sekulic gegenüber „TV 2“.

Er und seine Kollegin Ellen Holager Andenæs sind der Ansicht, dass dies zu einem Freispruch führen müsse, wofür sie sich auch in ihrem Plädoyer vor dem Osloer Bezirksgericht eingesetzt hätten. „Sollte man zu dem Schluss kommen, dass dies kein freisprechender Umstand ist, muss dies dennoch nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs zu einer Strafmilderung führen“, so Sekulic.

Mit Material von Dana Press

Weiterlesen

Weitere Nachrichten

Iran-Krieg: US-Journalistin Shelly Kittleson im Irak entführt

Iran-Krieg: US-Journalistin Shelly Kittleson im Irak entführt

Sicherheitskräfte im Irak (am 12. März) Foto: Ahmad Al-Rubaye / AFP Automatisch erstellt mit KI. Mehr Informationen dazu hier. War die Zusammenfassung hilfreich? Danke für Ihr Feedback! Mitten in Bagdad ist am frühen Dienstagabend die amerikanische Journalistin Shelly...

mehr lesen
Krim: 29 Tote bei Absturz von russischem Militärflugzeug

Krim: 29 Tote bei Absturz von russischem Militärflugzeug

»Das Flugzeug, zu dem zuvor der Kontakt abgebrochen war, ist gegen eine Klippe geprallt«, meldete die Nachrichtenagentur Tass.Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge gilt ein technischer Defekt als wahrscheinlichste Absturzursache. Das Transportflugzeug befand...

mehr lesen