Ricarda Lang fordert schärfere Gesetze zum Schutz von Frauen
Ricarda Lang ist im ntv-Talk zu Gast. Sie fordert schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt – und kommt auch auf die aktuellen Schlagzeilen rund um Collien Fernandes zu sprechen.
Ricarda Lang (32) gehört zu den Gästen im neuesten ntv-Talk. Im Zuge der Schlagzeilen rund um Collien Fernandes (44) fordert sie schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt. Und sie trifft deutliche Aussagen.
Ricarda Lang: „Fängt dort an, wo Frauen objektifiziert werden“
Lang meint: „Das Thema fängt dort an, wo Frauen objektifiziert werden, wo sie auf ihren Körper reduziert werden, wo es komplett normal ist, sexualisierte Witze in den Sportumkleiden zu machen.“ Sie verdeutlicht, dass es in solchen Situationen anfange, „dass Männer Kontrolle über Frauen ausüben, indem sie sie sexualisieren.“
Und sie geht noch einen Schritt weiter. „Wenn jeder sagt, ich kenne aber keinen, in meinem Umfeld gibt es keinen, in meiner Familie gibt es keinen, in meinem Sportklub gibt es keinen, dann passt das irgendwann nicht mit den Zahlen zusammen. Das heißt: Jeder von uns kennt wahrscheinlich auch Täter.“
Ricarda Lang fordert gesetzliche Änderungen
Hintergrund der Gespräche um schärfere Gesetze gegen digitale Gewalt sind die Vorwürfe von Collien Fernandes gegen ihren Ex Christian Ulmen, die bundesweit für viel Empörung gesorgt haben. Aus den „Worten des Schocks, der Wut und auch der Solidarität […] müssen aber Taten werden“, fordert Lang. „Es braucht gesetzliche Änderungen, damit Deutschland von einem Täterparadies zu einem Land wird, in dem der Rechtsstaat die Würde und Freiheit von Frauen schützt.“
Außerdem fordert die Grünen-Politikerin ein hartes Vorgehen gegen die Tech-Oligarchen. Die hätten „Frauenhass zu einem Geschäftsmodell“ gemacht.
Im ntv-Talk, bei dem auch Ex-Linke-Chef Gregor Gysi (78) anwesend war, ordnete Talkmasterin Clara Pfeffer noch ein: „Man muss aufpassen, dass dieses Thema jetzt nicht gekapert wird von einem politischen Lager.“
,regionOfInterest=(2766,1976)&hash=315132cedfe5c929c70410187e3da5721fafd4f0de77f4cb7c8b099b4d84c9ae)
Ricarda Lang steht immer wieder auf der Seite von Collien Fernandes
Es ist nicht das erste Mal, dass sich Lang im Fall Fernandes äußert. Im WDR-Interview vor gut einer Woche meinte sie bereits: „Ich habe an der Stelle auch eine ganz klare Botschaft an alle Männer, die hier gerade zuschauen: Empört euch.“ Auch in den sozialen Medien sowie auf der Solidaritäts-Demo in Berlin steht Lang für die „Traumschiff“-Schauspielerin ein.
Im WDR forderte Lang das Schließen von Strafbarkeitslücken und einen einheitlichen Straftatbestand. Es fehle aktuell an einheitlichen Regelungen, was das (unbefugte) Erstellen, Bearbeiten und Verbreiten von sexualisiertem Bildmaterial angeht.
Anwalt von Christian Ulmen äußerte sich bereits
Das Magazin „Spiegel“ gab Ulmen eine Möglichkeit zur Stellungnahme. Dessen Anwälte boten den Journalisten ein Hintergrundgespräch an. Auf einen Teil der Vorwürfe gingen sie demnach ein. Aus dem Gespräch dürfte aber nicht berichtet werden.
Auf eine BUNTE.de-Anfrage ließ Christian Ulmens Anwalt am 19. März verlauten, dass „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet“ werden. Rechtliche Schritte sollen eingeleitet werden. Am 27. März folgte dann die Veröffentlichung eines Informationsschreibens, in dem Deepfake- und einseitige Gewaltvorwürfe dementiert wurden.
Nach der Anzeige von Fernandes wurden Vorermittlungen eingeleitet. Bisher ist unklar, wie das Verfahren weitergeht. Für Christian Ulmen gilt die Unschuldsvermutung.

,regionOfInterest=(1045,1250)&hash=a89306b6148a1755e2e0b8ce751e868c61182e8b32776a059c58a6692cff154a)


