Trauerfeier für 17-Jährigen verändert Felix Neureuthers Lebenseinstellung

Trauerfeier für 17-Jährigen verändert Felix Neureuthers Lebenseinstellung
„Dann sitzt du da in der Kirche …“

Felix Neureuther über Moment, der ihn zutiefst prägte

von Abendzeitung

01.04.2026, 09:50 Uhr

01. April 2026 um 09:50 Uhr

Felix Neureuther steht als ehemaliger Skistar und TV-Experte meist symbolisch im Licht. Dennoch erlebt auch er Momente, die ihn emotional stark fordern.

Felix Neureuther erzählt von Erlebnis, das seine Sicht auf das Leben verändert: Es geht um eine Trauerfeier für einen 17-Jährigen, die seine Haltung zum Leben dauerhaft beeinflusst hat.

„Ich versuche immer, im Negativen auch das Positive zu sehen.“ Mit diesem Grundsatz zeigt Felix Neureuther (42), dass er als Optimist vor allem die guten Seiten des Lebens in den Blick nimmt – selbst wenn es schwierig wird. Trotzdem gibt er zu, dass es Situationen gibt, in denen auch er an seine emotionale Grenze kommt.

Felix Neureuther gibt selten offenem Einblick

Im Austausch mit seinem Kollegen Philipp Nagel zeigt sich Neureuther ungewohnt nachdenklich. „Ich relativiere sehr viel“, sagt er in seinem Podcast „Pizza & Pommes“. „Wenn es mir mal nicht gut geht, dann denke ich mir: Was habe ich für einen Grund zu jammern?“ Er betont, dass es viele Menschen gebe, denen es deutlich schlechter gehe als ihm. Vor allem ein bestimmtes Erlebnis habe sich ihm tief eingeprägt.

2017 trifft Neureuther den damals 16-jährigen Nachwuchssportler Nikolai Sommer. Nach einem schweren Skiunfall liegt Sommer im Krankenhaus, die Diagnose lautet Querschnittslähmung. Zwischen dem Ex-Skirennfahrer und dem Jugendlichen entwickelt sich eine Freundschaft, bevor ein weiterer Schicksalsschlag folgt. „Er ruft mich an und sagt: ‚Felix, einer meiner besten Freunde ist ums Leben gekommen mit 17 Jahren.“

Trauerfeier konfrontiert Neureuther mit Erlebten

Felix Neureuther, der Ende des Jahres ein seltenes Foto seiner Kinder geteilt hat, wird anschließend gebeten, an der Trauerfeier teilzunehmen. „Dann sitzt du da in der Kirche mit einem Kreuzbandriss, daneben dein Spezl im Rollstuhl und da vorne wird ein 17-jähriger Junge gerade…“ In diesem Moment stockt ihm die Stimme. Während dieser Zeremonie kommt ihm ein zentraler Gedanke: „Was ist mein Kreuzband eigentlich? Das ist ja gar nichts, das kann heilen. Andere Dinge im Leben können nicht heilen.“

Die Eindrücke aus dieser Situation prägen Neureuther offenbar bis heute. Sie spielen für ihn auch bei späteren persönlichen Verlusten in Familie und Freundeskreis eine Rolle. „Ich glaube, dass du dankbar für die Zeit sein musst, die du mit dem Menschen verbringen durftest. […] Ich bin einer, der schnell relativiert und das hilft mir sehr in der Bewältigung von solchen Momenten.“

Podcast-Partner Philipp Nagel und Gast Gela Allmann bewegt

Kollege Philipp Nagel zeigt sich von der Offenheit beeindruckt und ordnet Neureuthers Erzählungen im Gespräch ein: „Wir haben gesagt, das wird eine deepe Folge – das war sehr krass.“ Auch Extremsportlerin Gela Allmann, die als Gast in der Folge dabei ist, würdigt seine reflektierten Worte: „Das ist richtig gut, was du sagst. Der Blick nach unten macht demütig und am Ende auch wieder glücklicher und wertschätzender.“

Von Sven Geißelhardt

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