Vertreter der amerikanischen Behörde für Einwanderungs‑ und Zollkontrolle (ICE) haben am Dienstag in Kalifornien einen Mann angeschossen und verletzt. Er soll versucht haben, einen von ihnen mit seinem Fahrzeug zu rammen.
ICE-Direktor Todd Lyons schildete den Vorfall so: »Als die Beamten sich dem Auto näherten, setzte das gesuchte Mitglied einer Gang sein Fahrzeug als Waffe ein, um einen Beamten zu überfahren. Entsprechend ihrer Ausbildung gaben unsere Beamten defensive Schüsse ab, um sich selbst, ihre Kollegen und die Öffentlichkeit zu schützen.« Die Bundespolizei FBI ermittelt vor Ort.
Das mutmaßliche Gang-Mitglied aus El Salvador hielt sich illegal in den USA auf und war im Zusammenhang mit einem Mordfall zur Befragung gesucht worden, so ICE. Die Nachrichtenagentur Reuters konnte die ICE-Erklärung zu dem Vorfall in Patterson, einer 25.000-Einwohner-Stadt im San Joaquin Valley etwa 145 km südöstlich von San Francisco, nicht unabhängig überprüfen.
Die Veröffentlichung erfolgte, nachdem die Bundesbehörden zuvor alle Anklagen gegen die beiden Männer fallen gelassen hatten. Das Video – das den Ermittlern bereits kurz nach dem Vorfall vorlag – wirft nun die Frage auf, ob ICE-Beamte während der Ermittlungen unter Eid falsche Angaben gemacht haben.



