Iran-Krieg: Israel droht Hisbollah-Chef – „Wird mit seinem Kopf bezahlen“
Israels Verteidigungsminister Israel Katz: Drohungen an die Hisbollah. Foto: Ariel Hermoni/Verteidigungsministerium/dpa
Libanon pocht auf Abzugs Israels und droht mit Konsequenzen
Der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri warnt Israel vor Konsequenzen, sollte sich seine Armee nicht aus dem Süden des Landes zurückziehen. Wenn Israel seine Besatzung aufrechterhalte, werde es „jeden Tag den Geruch des Widerstands riechen“, sagt der Verbündete der Hisbollah-Miliz der Zeitung „Al-Dschumhurija“.
Verhandlungen zwischen Iran und USA wohl für Mittwoch geplant
Die USA und der Iran haben nach Angaben aus Vermittlerkreisen die Anreise von Delegationen für Gespräche über den Iran-Krieg in Islamabad bestätigt. Wie der Nachrichtenagentur AP mitgeteilt wurde, sollen US-Vizepräsident JD Vance und der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf als Delegationsleiter voraussichtlich am Mittwoch in der pakistanischen Hauptstadt eintreffen.
Libanon meldet massive Schäden an Brücken
Im Libanon sind seit dem Wiederaufflammen des Kriegs zwischen der Schiitenmiliz Hisbollah und Israel 15 Brücken beschädigt oder zerstört worden. Der Minister für öffentliche Arbeiten und Verkehr, Fajes Rasamni, sagte am Dienstag dem Fernsehsender LBC, der Regierung liege noch keine endgültige Schätzung über das Ausmaß der Schäden in dem fast siebenwöchigen Krieg vor. Der Minister nannte eine Summe zwischen sieben und acht Milliarden Dollar.
Erstmals wieder Inlandsflüge im Iran nach mehr als 50 Tagen
Nach mehr als 50 Tagen will der Iran den Luftverkehr im Inland wieder aufnehmen. Erstmals nach Kriegsbeginn sei am Mittwoch wieder ein Flug der staatlichen Fluggesellschaft Iran Air aus der Hauptstadt Teheran in die nordöstliche Millionenmetropole Maschhad geplant, hieß es in übereinstimmenden iranischen Medienberichten. Die Maschine soll danach Passagiere aus Maschhad zurück nach Teheran fliegen.
Im Krieg waren im Iran Dutzende Passagierflugzeuge außer Betrieb genommen worden, wie die Zeitung „Shargh“ jüngst berichtete. Sieben Flughäfen seien Ziel der israelisch-amerikanischen Bombardierungen geworden. Die größten Schäden entstanden demnach an den Flughäfen Mehrabad in Teheran sowie in der nordwestlichen Metropole Tabris. Besonders betroffen waren die Airlines Mahan Air und Iran Air.
Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten
Inmitten einer Welle von Hinrichtungen hat Irans Justiz ein weiteres Todesurteil im Kontext der Massenproteste Anfang Januar vollstreckt. Ein Mann sei im Morgengrauen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Ihm wurde demnach vorgeworfen, bei den Aufständen eine Moschee im Teheraner Stadtteil Gholhak in Brand gesetzt zu haben.
Wadephul fordert Iran zu Verhandlungen mit USA auf
Bundesaußenminister Johann Wadephul fordert den Iran auf, jetzt dringend die Verhandlungen mit den USA in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad fortzusetzen. Der Krieg müsse schnell beendet werden, sagt Wadephul vor Beratungen der EU-Außenminister in Luxemburg. Zudem müsse die sichere Schiffspassage durch die Straße von Hormus wieder gewährleistet sein, mahnt der Minister.
Staatsfernsehen: Noch keine Delegation Irans nach Pakistan gereist
Aus dem Iran soll bislang keine Delegation für von US-Präsident Donald Trump angekündigte Gespräche aufgebrochen sein. Weder Experten für Vorgespräche noch eine Hauptdelegation seien in die pakistanische Hauptstadt Islamabad gereist, hieß es in einem Bericht.
Grenzübergang zwischen Irak und Syrien nach Jahren wieder geöffnet
Ein wichtiger Grenzübergang zwischen Irak und Syrien ist nach mehr als einem Jahrzehnt wieder geöffnet. Der Übergang – im Irak als Rabia und in Syrien als Al-Jarubija bekannt – war nach Beginn des syrischen Bürgerkriegs 2011 geschlossen worden. 2014 eroberten Extremisten des Islamischen Staates das Gebiet. Irakisch-kurdische Streitkräfte konnten es später zurückerobern.
Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete, syrische und irakische Vertreter hätten am Grenzübergang erörtert, wie Transit und Handel über den Grenzübergang im gemeinsamen Interesse erleichtert werden könnten. Ein Mitglied des irakischen Provinzrats in Ninive, Nadia al-Dschuburi, erklärte bei der Zeremonie am Montag, die Wiedereröffnung werde den Handelsaustausch und den Öltransport durch ein wichtiges Tor zwischen beiden Ländern ermöglichen. Syrien pries den Übergang als sichere Landroute für Ölexporte und als Alternative zur Straße von Hormus, die wegen des Iran-Kriegs praktisch blockiert ist.
Israel: Hisbollah-Chef wird „mit seinem Kopf bezahlen“
Vor neuen Gesprächen Israels und des Libanons in Washington hat der israelische Verteidigungsminister erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs gedroht. Naim Kassim werde „mit seinem Kopf bezahlen“, sagte Minister Israel Katz nach Medienberichten bei einer Veranstaltung zum israelischen Soldatengedenktag.
Auch während einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz das übergreifende Ziel, sagte Katz nach Angaben des Nachrichtenportals „ynet“. Die Hisbollah habe Israel „im Dienste ihrer iranischen Herren angegriffen“ und werde dafür den Preis zahlen.
Jeder, der die Hand gegen Israel erhebt, dem wird sie abgeschlagen. Wir werden nicht zur Realität vor dem 7. Oktober 2023 zurückkehren.
Iran droht mit „entscheidender Antwort“ bei Angriffen
Die iranischen Streitkräfte sind nach den Worten eines hochrangigen Militärkommandeurs zu einer „sofortigen und entscheidenden Antwort“ auf jede erneute feindselige Handlung ihrer Gegner bereit. Teheran behalte auf militärischem Gebiet die Oberhand, einschließlich der Kontrolle über die Straße von Hormus, zitiert die halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim den Kommandeur des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija, Ali Abdollahi. Man werde dem US-Präsidenten nicht erlauben, „falsche Narrative über die Lage vor Ort zu schaffen“.
Trumps „Friedensrat“ spricht mit DP World über Logistik für Gaza
Vertreter des von US-Präsident Donald Trump gegründeten „Board of Peace“ führen einem Bericht der „Financial Times“ zufolge Gespräche mit dem staatlichen Logistikkonzern DP World aus Dubai. Dabei gehe es um die Verwaltung von Lieferketten für Hilfsgüter und den möglichen Bau eines neuen Hafens im Gazastreifen, meldet die Zeitung unter Berufung auf Insider. DP World und das Weiße Haus waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.
Leavitt: USA waren einem guten Deal mit dem Iran nie näher
Trotz der Unklarheit über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde sieht sich die US-Regierung einem ihrer Meinung nach guten Abkommen mit Iran näher denn je. „Die Vereinigten Staaten standen noch nie so kurz davor wie jetzt gerade, ein wirklich gutes Abkommen zu schließen – ganz im Gegensatz zu dem schrecklichen Abkommen, das Barack Hussein Obama unterzeichnet hat“, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, dem Sender Fox News. Damit bezog sie sich auf das Atomabkommen von 2015, das US-Präsident Donald Trump später aufkündigte.
Die USA stünden kurz vor einer Einigung, sagte Leavitt weiter. Sollte es dennoch nicht dazu kommen, habe der Präsident mehrere Optionen zur Verfügung, „von denen er ohne zu zögern Gebrauch machen wird.“ Trump habe zuvor gezeigt, dass er seinen Worten Taten folgen lasse.
Iran: Trump will Verhandlungstisch in „Kapitulationstisch“ verwandeln
Der iranische Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf schreibt auf X, Teheran akzeptiere keine Verhandlungen mit den USA unter Drohungen. US-Präsident Donald Trump versuche, den Verhandlungstisch in einen „Kapitulationstisch“ zu verwandeln, fügte er hinzu.
Hohe Spritpreise: Trump widerspricht seinem Energieminister
US-Präsident Donald Trump widerspricht der Einschätzung seines Energieministers Chris Wright, dass die Benzinpreise in den USA möglicherweise erst im nächsten Jahr wieder unter drei US-Dollar pro Gallone fallen könnten (rund 2,55 Euro für knapp 3,8 Liter). „Nein, ich glaube, da liegt er falsch. Völlig falsch“, zitiert das Portal „The Hill“ den Republikaner aus einem Telefongespräch. Auf die Frage, wann er mit sinkenden Preisen rechne, sagte Trump demnach mit Bezug auf den Iran-Krieg: „Sobald das hier vorbei ist.“
Wright hatte sich am Sonntag in einem CNN-Interview verhalten zur Frage geäußert, wann die Bürgerinnen und Bürger in den USA für Benzin wieder weniger als drei US-Dollar pro Gallone bezahlen würden. „Ich weiß nicht, ob das noch in diesem Jahr passieren kann. Es könnte auch erst nächstes Jahr so weit sein“, antwortete er.
US-Militär: Haben 27 iranische Schiffe zurückgeschickt
Das US-Militär hat im Rahmen der Blockade iranischer Häfen nach eigenen Angaben 27 Schiffe zurückbeordert. Die Blockade konzentriere sich auf Schiffe, die in iranische Häfen ein- oder auslaufen, teilte das Militär am Montag mit. Am Wochenende hatten US-Streitkräfte ein iranisches Frachtschiff beschlagnahmt.
Merz: Es gibt Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges
Bundeskanzler Friedrich Merz sieht einen Hoffnungsschimmer im Iran-Krieg. „Die Lage bleibt angespannt, gerade auch im Mittleren und Nahen Osten“, sagt Merz auf dem Jahresempfang des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) in Berlin. „Die Ereignisse der letzten Stunden lassen uns nicht ohne Hoffnung bleiben, dass es vielleicht doch zu einem baldigen Ende kommen könnte.“ Die Auswirkungen dieses Krieges auf Wachstum und wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland hingen maßgeblich von seiner Dauer und seiner Intensität ab.
Trump: Verlängerung von Waffenruhe ohne Deal „höchst unwahrscheinlich“
US-Präsident Donald Trump hat eine Verlängerung der in der Nacht zum Mittwoch MESZ auslaufenden Waffenruhe mit dem Iran durch ihn als „höchst unwahrscheinlich“ bezeichnet, sollte es vor deren Ablauf keine Vereinbarung mit Teheran geben. Die für den globalen Ölhandel wichtige Straße von Hormus werde so lange blockiert, bis es ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran zum Krieg gebe, sagte Trump am Montag Bloomberg News.
Die aktuell geltende Feuerpause laufe am Mittwochabend (Ortszeit Washington) aus, zitierte ihn die Nachrichtenagentur nach einem Telefoninterview. Trump hatte die zweiwöchige Waffenruhe nach Mitternacht (MESZ) am 8. April, einem Mittwoch, verkündet. Vielfach war das Ende der Waffenruhe für diese Woche daher mit der Nacht zu Mittwoch angegeben worden.
Vance offenbar doch noch nicht nach Pakistan abgereist
Vor einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran plant die US-Delegation laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle, „bald“ in die pakistanische Hauptstadt Islamabad aufzubrechen. Das erfuhr die Deutschen Presse-Agentur am späten Montagvormittag (Ortszeit Washington). Nach Informationen der „New York Times“ und des Senders CNN wird aktuell erwartet, dass sich die Delegation um US-Vizepräsident JD Vance am Dienstag auf den Weg macht.
Die „New York Post“ wiederum hatte Trump nach einem Telefoninterview am Morgen (Ortszeit Washington) mit der Angabe zitiert, dass die US-Delegation bereits heute Abend (Ortszeit Islamabad) in Pakistan eintreffen werde. Demnach gab sich Trump zuversichtlich, dass es zu Verhandlungen kommen werde: „Es ist vorgesehen, dass wir die Gespräche führen“. Er gehe daher davon aus, dass zu diesem Zeitpunkt „niemand Spielchen spielt“.
Kurz vor dem Auslaufen der Feuerpause im Iran-Krieg an diesem Mittwoch hatte Trump am Wochenende seine Bereitschaft zu neuen Verhandlungen angekündigt. Seine Vertreter seien am Montagabend in Islamabad, schrieb er auf der Plattform Truth Social ohne Angaben zur Zeitzone zu machen. Der Iran hat einer zweiten Verhandlungsrunde offiziell noch nicht zugestimmt.
Vor gut einer Woche fand in Islambad bereits eine erste Verhandlungsrunde hochrangiger Delegationen aus Washington und Teheran statt, die auf US-Seite ebenfalls von Vance geleitet wurde. Die Gespräche endeten jedoch ohne Ergebnis.
Trump: Israel hat mich nicht zum Iran-Krieg überredet
US-Präsident Donald Trump ist nach eigenen Worten nicht von Israel zum Angriff auf den Iran überredet worden. „Israel hat mich nicht zum Krieg mit dem Iran überredet, das haben die Ergebnisse vom 7. Oktober getan, zusammen mit meiner lebenslangen Überzeugung, dass der Iran niemals Atomwaffen besitzen darf“, schreibt Trump auf seiner Plattform „Truth Social“. Zuvor hatte es Medienberichte gegeben, dass Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu Trumps Entscheidung beeinflusst hat.
Trump: Vance wird in einigen Stunden in Islamabad landen
Entgegen früheren Äußerungen von US-Präsident Donald Trump wird Vizepräsident JD Vance nun doch in einigen Stunden in Islamabad landen, um die Verhandlungen mit dem Iran fortzusetzen. Das sagt Trump der „New York Post“ und wideruft damit frühere Aussagen. Vance wird von einer Delegation begleitet, der auch Trumps Gesandter Steve Witkoff und sein Schwiegersohn Jared Kushner angehören. Trump sagt dem Blatt, er sei bereit zu einem Treffen mit den iranischen Anführern, falls es Fortschritte in den Verhandlungen gebe.
Nach Angaben eines Insiders ist der US-Vizepräsident jedoch noch nicht nach Pakistan aufgebrochen, da die Aussichten auf eine zweite Verhandlungsrunde mit dem Iran weiterhin unklar sind.
Medien: Neue Verhandlungen Israels mit Libanon am Donnerstag
Die Gespräche auf Botschafterebene zwischen Israel und dem Libanon sollen nach israelischen Medienberichten am Donnerstag in Washington fortgesetzt werden. Dies berichteten das israelische Nachrichtenportal „ynet“ und die „Jerusalem Post“. Offiziell gab es zunächst keine Bestätigung dafür.
Ministerium: Indischer Tanker hat Straße von Hormus durchquert
Ein unter indischer Flagge fahrender Tanker hat am Wochenende die Straße von Hormus durchquert. Das indische Schifffahrtsministerium teilte am Montag mit, das mit Rohöl beladene Schiff mit 31 Seeleuten sei am Samstag sicher durch die Meerenge gefahren – demselben Tag, an dem zwei andere indische Schiffe nach Berichten über iranischen Beschuss umkehren mussten. Das Schiff werde am Mittwoch in Mumbai erwartet, erklärte das Ministerium. Die Gesamtzahl der Schiffe unter indischer Flagge, die die wegen des Iran-Kriegs praktisch blockierte Straße von Hormus bislang sicher durchfahren haben, gab das Ministerium mit zehn an.
Libanon: Regierung verhandelt mit Israel – keine andere Partei
Der Libanon will künftige bilaterale Verhandlungen mit Israel ausschließlich über eine Delegation unter dem ehemaligen Botschafter in Washington, Simon Karam, führen. Keine andere Partei werde an dem Prozess beteiligt oder den Libanon vertreten, betonte Präsident Aoun in der Hauptstadt Beirut.
„Die Entscheidung für Verhandlungen zielt darauf ab, die Feindseligkeiten zu beenden, die israelische Besetzung südlicher Gebiete zu beenden und die Armee bis zu den international anerkannten südlichen Grenzen zu stationieren“, betonte Aoun.
Israel wirft Iran versuchten Anschlag auf Pipeline in Aserbaidschan vor
Israelische Geheimdienste decken nach eigenen Angaben ein iranisches Netzwerk auf, das Anschläge auf eine Ölpipeline sowie auf israelische und jüdische Ziele in Aserbaidschan geplant hat. Wie Mossad und Schin Bet mitteilen, vereiteln aserbaidschanische Behörden die Pläne der iranischen Revolutionsgarden und nehmen die Mitglieder der Zelle fest. Dabei stellen sie unter anderem Sprengstoffdrohnen sicher. Eine Stellungnahme des iranischen Außenministeriums liegt zunächst nicht vor.
Xi fordert Öffnung der Straße von Hormus
Chinas Präsident Xi Jinping hat die Wiedereröffnung der wegen des Iran-Krieges blockierten Straße von Hormus gefordert. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, erklärte er in einem Telefonat mit dem saudischen Kronprinz Mohammed, die Volksrepublik unterstütze einen unverzüglichen und umfassenden Waffenstillstand sowie alle Bemühungen, den Frieden im Nahen Osten wiederherzustellen.



