Teheran/Washington – Es ist die nächste Eskalationsstufe im Iran-Krieg und dem Streit um die Straße von Hormus: Die USA haben einen iranischen Frachter beschossen und geentert. Das erklärte US-Präsident Donald Trump (79). Die Crew der „Touska“ (rund 295 Meter lang) habe demnach versucht, die US-Seeblockade nahe der Meerenge zu umgehen. Trump schrieb bei Truth Social: „Unser Marineschiff hat sie direkt gestoppt, indem es ein Loch in den Maschinenraum gesprengt hat.“
Navy warnte Crew vor Beschuss
Laut Trump sei der Frachter zuvor vom Lenkwaffenzerstörer „USS Spruance“ der US-Marine im Golf von Oman aufgefordert worden, anzuhalten. Das habe er jedoch nicht getan. Daher hätten US-Marinesoldaten das Frachtschiff nach dem Beschuss unter ihre Kontrolle gebracht und würden nun „nachsehen, was sich an Bord befindet“. Trump zufolge steht die „Touska“ wegen illegaler Aktivitäten auf der Sanktionsliste der USA.
Der Iran warf den USA nach dem Beschuss die Verletzung der Waffenruhe vor. Das oberste gemeinsame Militärkommando kündigte Vergeltung für die „Piraterie“ an, wie staatliche Medien berichten. Das Schiff sei auf dem Weg von China in den Iran gewesen.
Diese Aufnahme des Portals „Vesselfinder“ zeigt die Position des geenterten Frachters zwischen Pakistan und Oman
Die US-Armee äußerte sich auch selbst zu dem Vorfall und zeigte bei X ein Video des Beschusses. „Die amerikanischen Streitkräfte gaben mehrere Warnungen ab und teilten dem unter iranischer Flagge fahrenden Schiff mit, dass es gegen die US-Blockade verstoße. Nachdem die Besatzung der Touska den wiederholten Warnungen über einen Zeitraum von sechs Stunden nicht nachgekommen war, wies die Spruance das Schiff an, den Maschinenraum zu räumen. Die Spruance setzte den Antrieb der Touska außer Gefecht, indem sie mehrere Schüsse aus der 5-Zoll-MK-45-Kanone des Zerstörers in den Maschinenraum der Touska abfeuerte“, hieß es in einer Stellungnahme.
Das Kriegsschiff „USS Spruance“ (benannt nach Admiral Raymond A. Spruance) ist seit 2011 im Dienst der US-Navy. Sie gehört zum Zerstörer-Geschwader „Destroyer Squadron 23“, auch bekannt als „The Little Beavers“.
Iran: Keine neuen Verhandlungen
Trump hatte vor dem Angriff eigentlich angekündigt, dass eine US-Delegation mit Vizepräsident JD Vance (41) am Montag zu neuen Verhandlungen nach Pakistan reisen werde. Dort war die erste Verhandlungsrunde um einen Friedensdeal nach 21 Stunden langen Gesprächen geplatzt. Der Iran erteilte den Plänen ohnehin eine Absage: „Es gibt derzeit keine Pläne, an der nächsten Runde der Gespräche zwischen dem Iran und den USA teilzunehmen“, berichtete der staatliche TV-Sender Irib am Sonntag unter Berufung auf iranische Quellen.
Die zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran läuft am Mittwoch aus.



