Ukraine-Krieg: Acht Tote nach stundenlangen Angriffen auf Dnipro

Ukraine-Krieg: Acht Tote nach stundenlangen Angriffen auf Dnipro
Evakuierung eines Todesopfers durch ukrainische Rettungskräfte an einem beschädigten Wohnhaus in Dnipro am 25. April 2026
Evakuierung eines Todesopfers durch ukrainische Rettungskräfte an einem beschädigten Wohnhaus in Dnipro am 25. April 2026

Evakuierung eines Todesopfers durch ukrainische Rettungskräfte an einem beschädigten Wohnhaus in Dnipro am 25. April 2026


Foto: AFP

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Rund 20 Stunden lang wurde die ostukrainische Stadt Dnipro nach Angaben der Behörden mit russischen Raketen- und Drohnenangriffen attackiert. Mindestens acht Menschen wurden dabei getötet, Dutzende weitere verletzt. Die Angriffe begannen in der Nacht zum Samstag und dauerten bis in den späten Nachmittag an, wie Bürgermeister Borys Filatow berichtete. Getroffen wurden Wohnhäuser, Unternehmen und Energieinfrastruktur.

Mindestens 49 Menschen wurden laut Filatow verletzt, darunter zwei Kinder. Auch sein Stellvertreter sei schwer verwundet worden, berichtete der Bürgermeister. Weitere zehn Menschen wurden in der Region Dnipropetrowsk verletzt. Stundenlang durchsuchten Rettungskräfte die Trümmer, auf der Suche nach Opfern und Überlebenden. Ein Wohnhaus wurde den Angaben zufolge zweimal in zeitlichem Abstand bombardiert.

Das russische Verteidigungsministerium sprach hingegen von einem »massiven Angriff« auf militärische Ziele in der Ukraine. Moskau leugnet regelmäßig Angriffe auf Zivilisten in dem seit mehr als vier Jahren andauernden Krieg.

»Massiver Angriff« – neue russische Taktik

Dnipro liegt mehr als hundert Kilometer von der Front entfernt. Die Industriestadt war bereits in den vergangenen Tagen von Russland ins Visier genommen worden. Die russische Armee hatte ihre Taktik in jüngster Zeit geändert. Statt nächtlicher Luftangriffe setzt sie nun auf fortgesetzte Angriffe, die nachts beginnen und sich in Wellen bis in den Tag hinziehen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte angesichts der neuen Angriffe ein härteres internationales Vorgehen gegen Russland und weitere Militärhilfe für die Ukraine.

Russische Drohne über Nato-Mitgliedstaat Rumänien abgestürzt

Kyjiw greift als Reaktion auf die fortgesetzten russischen Angriffe immer wieder Ziele auf russischem Gebiet an. Auch dabei gibt es zivile Opfer. Der Gouverneur der russischen Grenzregion Belgorod, Wjatscheslaw Gladkow, teilte am Samstag mit, bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Auto sei eine Frau getötet und ein Mann schwer verletzt worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau erklärte, die russischen Streitkräfte hätten in der Nacht zum Samstag 127 ukrainische Drohnen abgefangen.

Im Nato-Mitgliedstaat Rumänien stürzte derweil inmitten der russischen Angriffe auf die Ukraine eine Drohne über bewohntem Gebiet ab. Opfer gab es nach Behördenangaben nicht, ein Strommast und ein Gebäude wurden beschädigt. Die Behörden ordneten eine Evakuierung des Gebiets an, betroffen waren 200 Menschen. Das Verteidigungsministerium in Bukarest erklärte, Russland habe mit Drohnen Ziele in der Ukraine nahe eines Grenzflusses zu Rumänien angegriffen. Vom Radar seien »im rumänischen Luftraum operierende Drohnen« erfasst worden.

Neue Sanktionen gegen Russland

Bei einem Treffen der EU-Staats- und Regierungschefs in Zypern war am Donnerstag ein 20. Sanktionspaket gegen Russland verabschiedet worden, das auf den Bankensektor abzielt und neue Beschränkungen für den Export von russischem Öl vorsieht. Nach monatelanger Blockade durch Ungarn genehmigte die EU zudem ein Darlehen für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro.

Seit Russlands Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 sind bereits Zehntausende Zivilisten getötet worden. Von den USA vermittelte Gespräche über eine Beendigung des Konflikts hatten keine Fortschritte gebracht, die Verhandlungen liegen derzeit auf Eis.

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