Regie-Ikone verteidigt „Michael“ gegen Weglassen der Missbrauchsvorwürfe
von teleschau
04.05.2026, 09:54 Uhr
04. Mai 2026 um 09:54 Uhr
Zeigt das Erfolgs-Biopic „Michael“ das Leben des „King of Pop“ in einem zu unkritischen Licht? Jetzt äußert sich Oscar-Preisträger Spike Lee dazu.
Der Kinofilm „Michael“ entwickelt sich derzeit zum großen Publikumserfolg, steht aber gleichzeitig massiv in der Kritik. Das Biopic zeichnet den Aufstieg von Pop-Ikone Michael Jackson (†50) als klassische Erfolgsgeschichte nach. In der Hauptrolle ist Jaafar Jeremiah Jackson zu sehen. Der 29-Jährige ist der Sohn von Jermaine Jackson, einem Bruder des 2009 gestorbenen „King of Pop“.
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Gegenüber dem Sender CNN verwies Lee darauf, dass die Filmhandlung im Jahr 1988 ende. Die Vorwürfe des Kindesmissbrauchs seien erst später laut geworden. „Man kritisiert den Film für etwas, das man in ihm vermisst, das aber nicht auf seine Zeitachse passt“, sagte der 69-Jährige. Zudem spreche die Publikumsresonanz für sich: „Auf der ganzen Welt sind die Leute ins Kino gegangen und haben ihre Liebe gezeigt.“ Er selbst, so Lee weiter, habe mit Michael Jackson zusammengearbeitet. Er bezeichnete ihn als „Bruder“ und „wunderbaren Menschen“.
„Michael“ überschreitet Marke von 400 Millionen Dollar
Mit einem weltweiten Einspielergebnis von vorläufig mehr als 400 Millionen US-Dollar erfüllt „Michael“ die Erwartungen an einen globalen Kassenerfolg. Ursprünglich war ein Kinostart bereits für 2025 vorgesehen. In der ersten Drehbuchfassung sollte die Handlung bis ins Jahr 1993 reichen. In diesem Jahr schilderte der damals 13-jährige Jordan Chandler Ermittlern seine angeblichen Missbrauchserfahrungen. Das Verfahren endete nach einem außergerichtlichen Vergleich und einer Abfindungszahlung.
Aufgrund der im Vergleich festgelegten Bedingungen mussten diese Szenen anschließend gestrichen und Teile des Films neu produziert werden. Doch auch in der ursprünglichen Fassung wäre „Michael“ offenbar kaum kritischer ausgefallen. Nach Informationen des US-Portals „Puck“ war geplant, den Sänger als naives Opfer einer auf Geld ausgerichteten Familie zu inszenieren.
Von teleschau



