Auto als Waffe: War Streit der Auslöser für die Amokfahrt?

Auto als Waffe: War Streit der Auslöser für die Amokfahrt?

War Streit der Auslöser für die Amokfahrt?: Zeugen: Täter raste mit 80 km/h durch die Menschen

16.45 Uhr begann der Horror von Leipzig ++ Zwei Tote und viele Verletzte ++ Verdächtiger soll als Box-Trainer gearbeitet haben

Die Polizei nimmt den Amokfahrer fest

Die Polizei nimmt den mutmaßlichen Amokfahrer fest

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Leipzig – Schreckliche Szenen ereigneten sich am Montag in der Leipziger Innenstadt. Ein Deutscher (33) machte sein Auto zur Waffe. Er raste durch die Fußgängerzone, erfasste zahlreiche Menschen, tötete zwei Personen und verletzte viele weitere. Dann wurde er festgenommen. Nach BILD-Informationen soll es sich bei dem Täter um Jeffrey K. handeln, einen Haustechniker aus Leipzig, der verheiratet und Vater eines Kindes ist. Er war auch Boxtrainer in einem Leipziger Boxclub. Ein Streit soll Auslöser der Tat gewesen sein. Zudem soll der mutmaßliche Täter psychisch auffällig gewesen sein.

Am Montagnachmittag herrscht reges Treiben in der Grimmaischen Straße. Menschen eilen von Laden zu Laden oder hetzen dem Feierabend entgegen. Gegen 16.45 Uhr biegt plötzlich ein Auto am Augustusplatz in die Fußgängerzone ein. Nach BILD-Informationen handelt es sich um einen beigefarbenen Volkswagen Taigo. Das Auto rast durch die Grimmaische Straße. Der 33-Jährige erfasst mit dem Wagen zahlreiche Menschen. Mit 80 bis 100 km/h soll der VW durch die Fußgängerzone gerast sein, sagen Augenzeugen zu BILD.

Die Polizei am Haus des Amokfahrers

Die Polizei am Haus des Amokfahrers

Verletzte, Chaos und Notrufe

Erste Notrufe gehen bei der Leitstelle ein, Augenzeugen schildern, was passiert ist. Die Rettungskräfte rufen einen sogenannten Massenanfall von Verletzten aus. Zahlreiche Streifenwagen der Polizei und rund 10 Krankenwagen machen sich auf den Weg zur Fußgängerzone. Die Situation ist unübersichtlich.

Die Tatwaffe: Ein heller VW Taigo

Die Tatwaffe: ein heller VW Taigo

Der VW kommt erst auf dem Markt vor einigen Pollern zum Stehen. Auf Bildern ist zu sehen, dass die Windschutzscheibe zersplittert ist und die Motorhaube verbeult wurde. Das Auto muss mehrere harte Schläge abbekommen haben, vermutlich von Menschen. Als die Polizei auf dem Markt eintrifft, sitzt der Täter noch im Wagen. Er lässt sich widerstandslos festnehmen. Der Mann soll bei seiner Festnahme psychisch auffällig gewesen sein.

OB bestätigt: Zwei Menschen sind tot

Rund eine Stunde später tritt Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (68, SPD) vor die Kameras. Er bestätigt, was viele bereits befürchtet haben: Zwei Menschen sind getötet worden. Bei den beiden Opfern handelt es sich um eine 63-jährige Frau und einen 77-jährigen Mann, beide deutsche Staatsangehörige. In der Grimmaischen Straße ist zu der Zeit nichts mehr, wie es vorher war. Ein Rettungshubschrauber des ADAC landet auf dem Augustusplatz. Sichtschutzwände verdecken die Sicht in die Fußgängerzone. Zahlreiche Verletzte werden behandelt. Auch der Markt wurde von der Polizei abgesperrt. Im Gewandhaus wird eine Notversorgungsstelle eingerichtet.

Sichtschitzwände und Absperrungen in der Fußgängerzone

Sichtschutzwände und Absperrungen in der Fußgängerzone

Ein Rettungshubschrauber auf dem Augustusplatz

Ein Rettungshubschrauber auf dem Augustusplatz

Gegen 19.30 Uhr äußert sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (50, CDU) zu dem Vorfall. „Das erschüttert mich zutiefst. Ich bin in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien. Den Verletzten wünsche ich Kraft und schnelle Genesung“, schreibt er bei Instagram. Bei einem Bürgerdialog in Meißen bezeichnete er den Täter als „psychisch auffällig“, schreibt die Leipziger Volkszeitung.

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Polizei geht von Amoktat aus

Fast zur selben Zeit beginnt in Leipzig eine Pressekonferenz der Polizei mit Sachsens Innenminister Armin Schuster (64, CDU). Der Politiker bezeichnet den Vorfall erstmals als „schreckliche Amoktat“. Die Polizei bestätigt, dass der mutmaßliche Täter festgenommen wurde und keine weitere Gefahr besteht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Mordes in zwei Fällen sowie versuchten Mordes in mindestens zwei Fällen.

Amokfahrt in Leipzig: Die Pressekonferenz der Behörden

Quelle: DPA

„Wir beklagen zwei Tote, momentan drei Schwerverletzte und viele weitere Verletzte“, erklärt Oberbürgermeister Jung. Am Abend wurden erste Kerzen am Augustusplatz aufgestellt. Die Polizei sperrte die Fußgängerzone weiter ab.

Zeugen gesucht

Die Polizeidirektion Leipzig und das Landeskriminalamt Sachsen bitten Zeuginnen und Zeugen um Mithilfe. Wer sich gegen 16.45 Uhr in der Leipziger Innenstadt aufgehalten hat und Hinweise zum Hergang, dem Fahrzeug oder dem Fahrzeugführer geben kann, wird gebeten, sich zu melden. Die Polizeidirektion Leipzig hat nach eigenen Angaben ein Hinweistelefon geschaltet unter 0341/ 966 46666, das Landeskriminalamt Sachsen hat ein Hinweisportal eingerichtet mit der Adresse sn.hinweisportal.de.

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