Dänemark: Frederiksens Regierungssuche vorerst gescheitert
Lars Loekke Rasmussen und Mette Frederiksen: Der Außenminister und die Ministerpräsidentin haben bisher ein Regierungsbündnis gebildet. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scan
Kopenhagen. Eineinhalb Monate nach der Parlamentswahl in Dänemark hat die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen vorerst den Versuch aufgegeben, eine neue Regierung zu bilden.
Am Freitagabend empfahl sie König Frederik X. eine weitere sogenannte Königsrunde: Dabei werden alle Parlamentsparteien bei dem Monarchen vorstellig und geben bekannt, für wen sie sich als Leiter der Regierungsverhandlungen aussprechen.
Frederiksen hatte bislang mit den Rechtsliberalen sowie Moderaterne, einer Partei der politischen Mitte des früheren Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen, regiert. Nach der ersten Königsrunde nach der Parlamentswahl Ende März hatte Frederiksen das Mandat für den Versuch bekommen, eine Regierung unter Beteiligung der sozialistischen Volkspartei und der Linksliberalen zu bilden.
In den Verhandlungen hatte sie auch mit ihren bisherigen Koalitionspartnern gesprochen. Nach Wochen erfolgloser Gespräche hatte Rasmussen aber erklärt, sich für den Chef der rechtsliberalen Venstre, Troels Lund Poulsen, als Leiter der Regierungsverhandlungen auszusprechen.
Die zweite Königsrunde sollte noch am Freitagabend beginnen, wie der dänische Hof mitteilte. Dabei dürfte Poulsen dank Rasmussens Unterstützung gute Chancen haben, neuer Verhandlungsleiter zu werden. Er könnte versuchen, eine Koalition aus Parteien des bürgerlich-konservativen Lagers auf die Beine zu stellen.



