Anders Fogh Rasmussen: Ex-Nato-Chef wirbt für Aufbau von neuem Staatenbündnis D7

Anders Fogh Rasmussen: Ex-Nato-Chef wirbt für Aufbau von neuem Staatenbündnis D7

Die USA sind unter Donald Trump kein verlässlicher Partner mehr. Ex-Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen plädiert deshalb für »eine neue Führungskraft« – und hat schon Ideen, wer dem »D7«-Bündnis angehören sollte.

Anders Fogh Rasmussen (2017 in Washington): »Meine größte Sorge gilt derzeit dem unberechenbaren Verhalten der Trump-Regierung«
Anders Fogh Rasmussen (2017 in Washington): »Meine größte Sorge gilt derzeit dem unberechenbaren Verhalten der Trump-Regierung«

Anders Fogh Rasmussen (2017 in Washington): »Meine größte Sorge gilt derzeit dem unberechenbaren Verhalten der Trump-Regierung«


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AFP


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Der frühere Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wirbt für ein neues Bündnis demokratischer Staaten, das notfalls auch den USA die Stirn bieten kann. »Seit meiner Kindheit habe ich die USA bewundert und die Vereinigten Staaten als natürliche Führungskraft der freien Welt betrachtet«, sagte der 73-Jährige. Nun scheine es aber so, dass US-Präsident Donald Trump sein Land aus dieser Rolle zurückziehe. »Deshalb brauchen wir eine neue Führungskraft der freien Welt.«

Als Wunschmitglieder für die neue Allianz sieht der Däne Rasmussen neben der EU, Großbritannien, Japan und Kanada auch die Länder Australien, Neuseeland und Südkorea. Sie könnte demnach in Anlehnung an die bereits existierende G7-Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten D7 genannt werden, wobei das D für Demokratie stehen soll.

»Und innerhalb eines solchen Bündnisses wären Drohungen gegeneinander selbstverständlich inakzeptabel«

Ex-Nato-Chef Rasmussen

»Wenn wir gemeinsam handeln, wenn wir unsere Kräfte bündeln und geschlossen auftreten, dann stellen wir eine beeindruckende Macht dar«, sagte Rasmussen. Wenn man wirtschaftlichem Zwang ausgesetzt sei und darauf gemeinsam reagiere, werde das in Peking oder im Fall der Fälle auch in Washington für Respekt sorgen. Dafür könne innerhalb der D7-Allianz – angelehnt an die berühmte Beistandsklausel der Nato – ein wirtschaftlicher Artikel 5 formuliert werden, nach dem ein ökonomischer Angriff auf einen als Angriff auf alle betrachtet werde.

Konkret sollten über das prodemokratische Bündnis beispielsweise auch internationale Normen und Standards für den Einsatz neuer Technologien festgelegt und Abhängigkeiten bei der Rohstoffversorgung verringert werden. Zudem gelte es, gemeinsam im Globalen Süden zu investieren, um eine Alternative zu chinesischen Investitionen zu schaffen.

»Und innerhalb eines solchen Bündnisses wären Drohungen gegeneinander selbstverständlich inakzeptabel«, fügte Rasmussen mit Blick auf das US-Vorgehen gegen Dänemark im Grönlandkonflikt hinzu (mehr dazu hier ). Ein solches Verhalten schade den Demokratien der Welt und diene nur den Interessen von Autokraten wie Russlands Präsident Wladimir Putin. »Meine größte Sorge gilt derzeit dem unberechenbaren Verhalten der Trump-Regierung.«

Rasmussen war von 2009 bis 2014 Nato-Generalsekretär. Davor war er dänischer Ministerpräsident (2001–2009).

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