Kommentar: Die FDP plant den Wiederaufstieg – wenn nötig mit Blutgrätsche
Wolfgang Kubicki übernimmt den FDP-Vorsitz, NRW-Landeschef Henning Höne bleibt im Zentrum des Spiels: Erstaunlich vernünftige Lösung. Foto: Dpa [M]
Wäre die FDP ein Fußballverein, die Trainerfrage wäre längst Stoff für drei „Doppelpass“-Sendungen. Braucht dieser Klub, der gerade aus der ersten Liga abgestiegen ist, einen Schleifer alter Schule? Einen Felix Magath der Freiheit, der mit Medizinbällen kurzfristig die Kondition hochzieht? Oder braucht es den Konzepttrainer, der Spielaufbau und Nachwuchsarbeit sauber durchplant?
Die Liberalen haben sich nun für eine Lösung entschieden, die erstaunlich vernünftig wirkt. Wolfgang Kubicki übernimmt den Vorsitz, NRW-Landeschef Henning Höne bleibt im Zentrum des Spiels. Kubicki ist der Mann für die Kabinenansprache, wenn nötig auch mit verbaler Blutgrätsche. Einer, der den Kanzler schon mal als „Eierarsch“ bezeichnet und den Finanzminister zum Ukulele-Spieler degradiert. Das ist nicht immer staatstragend, aber selten langweilig.
Teamlösung verhindert Spaltung
Höne wiederum hat mit seiner Kandidatur mehr erreicht, als eine Niederlage vermuten lässt. Der NRW-Landeschef hat gezeigt, dass die FDP mehr ist als eine One-Man-Show wie unter Guido Westerwelle und Christian Lindner. Er hat signalisiert: In dieser Partei gibt es unterschiedliche Spielsysteme, aber noch einen gemeinsamen Verein. Für seine Landtagswahl im kommenden Jahr ist das kein Schaden. Höne bleibt sichtbar und kann jetzt mit Zugpferd Kubicki in den Wahlkampf ziehen.



