Todesstrafe: Amnesty sieht weltweit massiven Anstieg von Hinrichtungen

Todesstrafe: Amnesty sieht weltweit massiven Anstieg von Hinrichtungen

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty sind im vergangenen Jahr so viele Hinrichtungen durchgeführt worden wie seit Jahrzehnten nicht. Hinzu komme eine hohe Dunkelziffer.

Todeszelle in den USA: Pritsche zur Hinrichtung per Injektion
Todeszelle in den USA: Pritsche zur Hinrichtung per Injektion

Todeszelle in den USA: Pritsche zur Hinrichtung per Injektion


Foto: Paul Buck / epa / dpa

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Die Zahl der weltweit erfassten Hinrichtungen ist der Menschenrechtsorganisation Amnesty zufolge im vergangenen Jahr massiv gestiegen. Verzeichnet wurden 2025 insgesamt 2707 Hinrichtungen in 17 Ländern – das entspricht im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von 78 Prozent. Amnesty zufolge ist es der höchste dokumentierte Stand seit 1981. Die tatsächliche Zahl der vollstreckten Todesstrafen dürfte noch deutlich höher liegen.

»Die Todesstrafe ist die extremste Form staatlicher Gewalt: Sie ist unmenschlich, endgültig und lässt keinen Raum für Fehler oder Gerechtigkeit. Dass immer noch Regierungen darauf setzen, zeigt eine erschreckende Missachtung des Rechts auf Leben«, sagt Julia Duchrow, Generalsekretärin von Amnesty Deutschland.

Die weltweit höchste Zahl an Hinrichtungen werde in China vollstreckt, teilte Amnesty mit – das tatsächliche Ausmaß bleibe aber unklar, weil entsprechende Daten zu Exekutionen »als Staatsgeheimnis gelten«. Die erfasste Gesamtzahl enthalte deshalb weder die vermutlich Tausenden Hinrichtungen in China noch die in Vietnam und Nordkorea. In Iran wurden 2159 Hinrichtungen erfasst – mehr als doppelt so viele wie 2024.

Anstiege auch in Saudi-Arabien und den USA

»In Iran können wir aktuell auf bedrückendste Weise mitverfolgen, wie Staaten die Todesstrafe systematisch einsetzen, um Menschen zum Schweigen zu bringen, benachteiligte Gruppen zu unterdrücken und Angst zu verbreiten«, sagte Duchrow. »Das ist ein eklatanter Missbrauch staatlicher Macht und ein Angriff auf jede Form von Menschlichkeit und Rechtsstaatlichkeit.«

In Saudi-Arabien wurden dem Jahresbericht zufolge mindestens 356 Exekutionen vollzogen. Anstiege wurden auch in den USA (von 35 auf 47), Singapur (von neun auf 17), Ägypten (von 13 auf 23) und Kuwait (von sechs auf 17) verzeichnet. Die weiteren Staaten, in denen im vergangenen Jahr die Todesstrafe dokumentiert wurde, sind Afghanistan, der Irak, Japan, Jemen, Nordkorea, Somalia, Südsudan, Taiwan, die Vereinigten Arabischen Emirate und Vietnam.

Mehr als zwei Drittel aller Länder weltweit haben die Todesstrafe Amnesty zufolge gesetzlich oder in der Praxis abgeschafft. Die Menschenrechtsorganisation beruft sich eigenen Angaben zufolge auf offizielle Statistiken, Urteile, Informationen zum Tod verurteilter Personen, deren Familien, Medienberichte sowie weitere Organisationen. Amnesty verweist darauf, dass für mehrere Länder keine Informationen der Regierung vorliegen.

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