Iran: Atomwaffenexperte über die Zerstörung des Atomprogramms

Iran: Atomwaffenexperte über die Zerstörung des Atomprogramms

Experte über Irans Atomprogramm





»Angereichertes Uran ist keine Aktentasche, die man einfach mitnimmt«

Wo sind die 400 Kilogramm angereichertes Uran, die Iran hergestellt hat? Der Nuklearwaffenexperte David Albright über die Chance, das Material in einer riskanten militärischen Spezialoperation zu bergen.

Ein Interview von

Susanne Koelbl

Zerstörte Nuklearanlage in Isfahan (22. Juni 2025): »Eine solche Operation wäre weder räumlich kontrollierbar noch politisch oder moralisch vertretbar«
Zerstörte Nuklearanlage in Isfahan (22. Juni 2025): »Eine solche Operation wäre weder räumlich kontrollierbar noch politisch oder moralisch vertretbar«

Zerstörte Nuklearanlage in Isfahan (22. Juni 2025): »Eine solche Operation wäre weder räumlich kontrollierbar noch politisch oder moralisch vertretbar«


Foto: Maxar / DigitalGlobe / Getty Images

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SPIEGEL: Wo lagert das in Iran verschwundene Uran?

David Albright: Es liegt verstreut in einem Netz aus Anlagen und Depots im ganzen Land. Die bekannten Standorte Natans, Fordo und Isfahan sind jedenfalls nicht die einzigen Lagerplätze. Das Material ist so verteilt, dass ein einzelner Angriff es weder sicherstellen noch zerstören könnte – zumindest nicht ohne massive Kollateralschäden.


Foto:

Tom Williams / Newscom World / IMAGO


David Albright, 74, ist Physiker. Er leitet das Institute for Science and International Security (ISIS) in Washington, D.C. Zuvor arbeitete er mehrere Jahre im Irak als Waffeninspektor für die Vereinten Nationen. Seine Analysen und Einschätzungen werden von Regierungen, Geheimdiensten und Medien weltweit herangezogen, insbesondere wenn es um die Bewertung von Atomprogrammen in Staaten wie Iran oder Nordkorea geht.

SPIEGEL: Eine militärische Bergungsoperation, über die gerade spekuliert wird, wäre also wenig aussichtsreich?

Albright: Diese Option wird seit Jahren durchgespielt: Ein verdeckter Einsatz, bei dem Spezialkräfte in eine Anlage eindringen, das Material einsammeln und verschwinden. Dafür müsste man die Anlagen sichern, das iranische Personal festsetzen, Mess- und Verpackungsteams einschleusen, den Strahlenschutz gewährleisten und das Uran über Luft- oder Landwege abtransportieren. Doch das Material liegt in unterirdischen, teils versteckten und sogar mobilen Lagern, die eigens so angelegt wurden, um solche Zugriffe zu erschweren.



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