Zitat von Braemo16
Ich würde bei den handelnden Akteuren um Acun Ilıcalı allerdings nicht unbedingt darauf hoffen, dass die Transfers so sinnvoll und punktgenau getätigt wurden, wie bei den Black Cats.
Es kommt schließlich nicht von ungefähr, dass dem Verein eine Strafe auferlegt wurde. Mit seinen teilweise vollkommen sinnbefreiten Transfers hat Ilıcalı und seine Vertreter im Verein das Team fast vor die Wand gefahren.
Als er übernommen hat…
Danke für diesen ausführlichen Einblick!
Zitat von OneHitWonder
Zitat von I-National
Schon absolut verrückt die Geschichte. Um ein Haar in der 3. Liga und jetzt in der PL. Und das mit dem Kader.
Man muss aber auch realistisch sein. Wenn sie mit dem Kader in der PL bleiben wäre es absolut verrückt. Stand jetzt haben sie nicht einen einzigen PL-tauglichen Spieler. Klar, McBurnie hat da schon gespielt, aber nicht gerade seine Tauglichkeit bewiesen. Und die gesamte Startelf umkrempeln von einer Saison auf die andere funktioniert auch nicht, geschweige denn haben sie das Geld dazu. Aber naja, wer weiß, 2x haben sie jetzt ja jetzt schon für ein halbes Wunder gesorgt.
Das gleiche haben viele vor dieser Saison über Sunderland gesagt und dann haben die den halben Kader ausgetauscht und können heute vielleicht sogar noch einen internationalen Tabellenplatz erobern.
Ich würde bei den handelnden Akteuren um Acun Ilıcalı allerdings nicht unbedingt darauf hoffen, dass die Transfers so sinnvoll und punktgenau getätigt wurden, wie bei den Black Cats.
Es kommt schließlich nicht von ungefähr, dass dem Verein eine Strafe auferlegt wurde. Mit seinen teilweise vollkommen sinnbefreiten Transfers hat Ilıcalı und seine Vertreter im Verein das Team fast vor die Wand gefahren.
Als er übernommen hat, war Hull eines der Teams mit der besten und ausgeglichensten Income to Turnover-Ratios. Vor allem die in der Championship bisweilen 120% betragenden Gehaltskosten wurden von den Voreigentümern (vor allem mangels Interesse an zusätzlichen Ausgaben aka Geiz) gedeckelt. Dadurch übernahm Ilıcalı einen Club, der weitgehend schwarze Zahlen geschrieben hat, was in der Championship auf die wenigsten Teams zutrifft.
Dann kam der große Overhaul und die halbe Süper Lig.
22/23
Dimitrios Pelkas (Leihe, hohes Gehalt), Allahyar Sayyadmanesh (4,50 Mio. € + hohes Gehalt), Ozan Tufan (3 Mio. plus stratosphärisches Gehalt) von Fener, Doğukan Sinik (4,00 Mio. €) von Antalyaspor, Adama Traore von Hatayspor (nicht der Espirito Santo Muskelprotz), Benjamin Tetteh von Malatyaspor.
Dazu ablösefrei aber mit hohen Grundgehältern: Seri, Christie, Estupian und Figueiredo.
Jenseits von Seri ist keiner dieser Spieler eingeschlagen und der Großteil der Millionendeals wurde mit Verlust verkauft. In der Saison konnten die Ablösen noch mit dem Verkauf von Keane Lewis-Potter für 19 Mio kompensiert werden, was in der Folgesaison dann aber nicht gelang.
23/24
Pandur und Philogen waren absolute Top-Transfers: Zusammen knapp 8 Mio und Philogen allein spielte circa 20 Mio beim Verkauf im Folgejahr ein.
Allerdings wurde in dieser Saison alles auf die Karte Aufstieg gesetzt, obwohl zuvor gerade soeben die Klasse gehalten werden konnte. Deshalb entließ man dann am Ende auch Liam Rosenior, weil dieser „nur“ Rang 7 erreichen konnte und damit die Playoffs verpasste. Ömür und Connolly waren zwei weitere Millionendeals der Kategorie Fehlgriff, während vor allem die teuren Leihen einem dann das Genick brachen.
Im Sommer wurden bereits Tyler Morton, Liam Delap und Scott Twine aus der Premier League verpflichtet, während dann im Winter das Fass zum Überlaufen gebracht wurde. Mit Giles, Carvalho und Zahoury wurden weitere Gehälter aufgenommen, während auf der Abgangsseite nur bedingt für Platz geschaffen werden konnte. Am Ende des Transferzeitraums standen Minus 10 Mio und ein völlig aufgeblähter Gehaltsballon.
Und weil langfristige Ausrichtungen etwas für Verlierer sind und der Eigentümer neben seinem Engagement als Vize-Präsi für Fener wenig Nerven hatte, sich mit Sachthemen auseinanderzusetzen, wurde Rosenior entlassen und durch den in England völlig unerfahrenen Tim Walter ersetzt.
24/25
War die Saison des Grauens, bei der man dem Abstieg auf Basis eines besseren Torverhältnisses um Haaresbreite entging. Nach Shota Arveladze, der Ilıcalı erste Amtshandlung war, durfte sich mit Tim Walter das nächste unbeschriebene Blatt im englischen Unterhaus versuchen.
Bei 46 Spielen plus Pokal konnte das schließlich bei der Spielanlage und Intensität des „Walter-Balls“ nur gut gehen. Umso besser, dass er zum Trainingsauftakt ganze 10 Spieler begrüßen durfte und sämtliche (Millionen-)Transfers in den letzten Tagen des Transferfensters erfolgten. Perfekte Voraussetzungen
)
18 Zugänge im Sommer bei 16 Abgängen (darunter die zwei Säulen der Vorsaison Greaves und Philogen)
dazu noch einmal 8 Winterzugänge und ebensoviele Abgänge. Da kann jeder Trainer in Ruhe und Gelassenheit arbeiten 
Needless to say, dass Walter im Winter bereits seit zwei Monaten von Ruben Selles ersetzt worden war.
18 Spiele, 0,83 Punkte und ein 17:25 Torverhältnis. Dazu eine Vorbereitung aus der Hölle, in der gegen Dritt- und Viertligisten mit 0-5 verloren wurde, sind die stolze Bilanz des Walterismus in East-Yorkshire. Dem Grunde nach allerdings undankbar, da er zu diesem Zeitpunkt mit 15 Punkten zwar auf einen Abstiegsplatz abgerutscht war, aber halt auch nur 3 Punkte Rückstand auf Rang 16 (Luton, die am Ende dieselbe Punktzahl aber das schlechtere Torverhältnis haben sollten) aufwies.
Es ist überflüssig extra zu erwähnen, dass sein Nachfolger Selles nach 28 Spielen, einem Schnitt von 1,21 und dem eingetüteten Klassenerhalt noch am Spieltag selbst entlassen wurde.
Entsprechend wurde sein Nachfolger Sergej Jakirovic von den Bookies wie Experten als erste Trainerentlassung der Saison, Hull als erster Absteiger angedacht. Zumal das Transferembargo lange Zeit so schien, als könnten keinerlei Spieler zum drittschwächsten Team der Vorsaison zugefügt werden.
Fehlanalyse, wie sich vorgestern zeigte. Überraschend solide wurden zunächst Spieler von der Gehaltsliste genommen und Verkäufe getätigt, ehe die erste Transferperiode seit der Übernahme 2022 mit Sinn und Verstand getätigt wurde.
Königsdeals waren McBurnie und Leihspieler Gelhardt, so viel ist klar. Zusammen kommen sie auf 48 Torbeteiligungen, zu denen sich acht Assists des Leihrückkehrers Ryan Giles gesellen. Neben dem Sturmduo wurden mit Ayaji, Lundstram und Hadziahmetovic vor allem solide Teamspieler verpflichtet, die – solange sie fit waren – einigermaßen Stabilität ins Spiel bringen konnten.
Denn jenseits aller Kaderplanungen darf dieses tolle Saisonfinale nicht über die strukturellen Probleme des Teams hinwegtäuschen. Sie haben mit 66 Gegentoren bei 70 selbst erzielten (48 darunter unter direkter Mitwirkung von Gelhardt und McBurnie) die drittschwächste Defensive der Liga gestellt.
Bei 24 Teams!
Zum Vergleich: Die Mitaufsteiger Ipswich und Coventry haben 80:47 und 97:45 Tore erzielt und kassiert. D.h. mehr Tore geschossen und zwanzig Tore weniger kassiert.
Wenn wir die Referenzwerte der letzten Jahre heranziehen, dann ergibt sich folgendes Bild:
24/25 – 25/26
Leeds 95:30 49:53 52%/76%
Burnley 69:16 37:74 54%/463%
Sunderland 58:44 40:47 69%/7%
23/24 – 24/25
Leicester 89:41 33:80 37%/195%
Ipswich 92:57 36:82 39%/144%
Saints 87:63 26:86 30%/137%
22/23 – 23/24
Burnley 87:35 41:78 47%/223%
Sheffield 73:39 35:104 48%/267%
Luton 57:39 52:85 91%/218%
Statistisch gesehen wird Hull daher irgendwas zwischen 100-200% mehr Gegentore in der Premier League im Vergleich zur Champo kassieren.
Als letzter Stat zur Saison:
Hull hätte nach xG 15,68 also 16 Gegentore mehr kassieren sollen. Mit 706 zugelassenen Schüssen, von denen 227 aufs Tor kamen, hat der Club nach dem nicht konkurrenzfähigen Team von Sheffield Wednesday und Aufsteiger Charlton den schlechtesten Wert der Liga.
Mitaufsteiger Ipswich hat 485, Coventry 535 Schüsse zugelassen, von denen 164 bzw. 167 aufs Tor kamen. Auch Coventry hätte 5 Tore mehr kassieren sollen, dann wären sie aber auf 50 gekommen, wohingegen Hull 81 hätte kassieren können.
Gleichzeitig hast du offensiv massiv überperformt und 10 Tore mehr geschossen, als statistisch wahrscheinlich. 72 statt 62. Allein McBurnie und Gelhardt hatten jeweils +3,98 und 3,63. Unabhängig davon, dass Gelhardt als Leihspieler zu Leeds zurückkehrt, sind diese Werte in Liga 1 eher unwahrscheinlich reproduzierbar, was die Ausgangssituation für das Team noch etwas heikler macht. Es ist nämlich nicht davon auszugehen, dass Ivan Pandur in Liga 1 ebenfalls 5,2 Tore verhindert und 150 Paraden auspackt.
Burnley hatte letztes Jahr eine Freakseason in der Championship, bei der quasi vollkommen unmöglich 16 Gegentore in 46 Spielen kassiert wurden. Trotzdem haben sie diese Saison die schlechteste Defensive der PL gestellt. Das ist angesichts der Qualität der Gegner und der Abgänge von Trafford, Egan Riley und Mittelfeldmotor Brownhill auch nicht besonders verwunderlich.
Es lässt nur fürchterliches für Hull erahnen, wenn dort die individuell für die PL zu schwachen bzw. alten Coyle, Ajayi, Egan und McNair auf ein Harakiri-Offensivsystem des Trainers stoßen.
Ja, Hull hat in den Playoffs bewiesen, dass sie gezielt auch defensiv solide Auftreten können. Allerdings sehe ic im gesamten Defensivkomplex samt zentralem Mittelfeld exakt gar keinen Spieler, mit ansatzweise Premier League Format. Slater und Hughes sind wohl am ehesten noch anzuführen. Aber der eine ist 1,71 und der andere 1,85. Das sind nicht die Gardemaße, die allwöchentlich Mateta, Calvert Lewin, Igor Thiago oder Morgan Rogers abkochen. Von Haaland, Gyökeres oder Ekitike ganz zu schweigen.
Schlussendlich kann Hull daher nur überraschen, denn alles andere als ein abgeschlagener Rang 20 auf Niveau der Wolves und Southampton wäre ein achtes Weltwunder.
Realistischer ist derweil, dass die handelnden Akteure komplett freidrehen und die Finanzen dermaßen überspannen, um irgendwie konkurrenzfähig in der Liga zu bleiben, dass Hull in der übernächsten Saison den Leicester-Weg einschlägt und sanktioniert gen League One trudelt.
Zitat von I-National
Schon absolut verrückt die Geschichte. Um ein Haar in der 3. Liga und jetzt in der PL. Und das mit dem Kader.
Man muss aber auch realistisch sein. Wenn sie mit dem Kader in der PL bleiben wäre es absolut verrückt. Stand jetzt haben sie nicht einen einzigen PL-tauglichen Spieler. Klar, McBurnie hat da schon gespielt, aber nicht gerade seine Tauglichkeit bewiesen. Und die gesamte Startelf umkrempeln von einer Saison auf die andere funktioniert auch nicht, geschweige denn haben sie das Geld dazu. Aber naja, wer weiß, 2x haben sie jetzt ja jetzt schon für ein halbes Wunder gesorgt.
Das gleiche haben viele vor dieser Saison über Sunderland gesagt und dann haben die den halben Kader ausgetauscht und können heute vielleicht sogar noch einen internationalen Tabellenplatz erobern.



