Es gibt ein paar Kritikpunkte gegenüber Eberl, die man bringen kann. Die Gehälter, zu denen mit Upa, Nübel und Davies verlängert wurde, sind zu hoch. Die Trainersuche vor 2 Jahren war eine absolute Katastrophe, weil Eberl und Rummenigge jeden Namen öffentlich diskutieren mussten. Die öffentlichen Aussagen zu Müller, laut denen eine Vertragsverlängerung Formsache sei, waren arg daneben.
Und das es jetzt so überragend läuft, hat vielleicht auch mehr mit Glück als mit überragender Arbeit von Eberl zu tun. Egal was Leute heute erzählen: Das Olise noch mal so einen Sprung macht, hat bei der Verpflichtung keiner geahnt. Keiner. Schaut man auf seine Scorerwerte, dann stellt er selbst Bayern-Legenden wie Robben und Ribery weit in den Schatten.
Kompany war Trainerkandidat Nummer 10 oder 12. Es war letztlich mehr situationsbedingter Zufall als Strategie, dass Kompany Bayern-Trainer geworden ist und er tut dem Verein menschlich einfach überragend gut, hat Konflikte beigelegt und aus hochbegabten Einzelspielern nach Jahren wieder eine Mannschaft geformt.
Das alles gesagt kommen die Gegenpunkte:
Die Gehaltspakete für Upa und Davies hat mit Sicherheit der Aufsichtsrat abnicken müssen. Kann sein, dass Hoeneß im Aufsichtsrat dagegen gestimmt hat, aber wenn Vorstand und Aufsichtsrat zugestimmt haben, kann man es nicht primär Eberl ankreiden.
Bei der Trainerfindungsposse vor 2 Jahren hat niemand mehr unnötigen Stuss gegenüber den Medien abgesondert, damit viel Porzellan zerschlagen und die Trainersuche massiv erschwert, als Hoeneß himself.
Auch wenn es einige Kritikpunkte bei Eberl gibt, ist er ein riesiges Upgrade zu dem von Hoeneß im Alleingang installierten Brazzo, der völlig unfähig war. Wo sollte es auch herkommen: Er hatte null formale Qualifikation und null Erfahrung in dem Job. Mit Brazzo hat Hoeneß einen Lehrling im ersten Lehrjahr zum COO eines Konzerns mit 700 Mio. Umsatz gemacht.
Wenn Dein Aufsichtsrat öffentlich solche Aussagen über Dich macht, wie Hoeneß sie jetzt (erneut) über Eberl gemacht hat, dann muss man als Vorstand eigentlich zurücktreten, weil A offenkundig das Vertrauen fehlt und B dieser Aufsichtsrat es B offensichtlich bewusst darauf anlagt, den Vorstand öffentlich zu beschädigen.
Das mit meilenweitem Abstand größte personelle Problem des FC Bayern ist seit Jahren Uli Hoeneß in seiner ganzen Selbstherrlichkeit.
Ich verstehe es nicht, daß Hoeneß so etwas wieder an die Öffentlichkeit bringt. Wenn Zweifel an der Arbeit von Eberl bestehen sollte man das doch bitte intern klären. Und so eine Aussage vor dem Finale ist für mich völlig fehl am Platz.
Auch die Zweifel an Eberls Arbeit kann ich nicht nachvollziehen. Die Verpflichtungen von Company und Olise sind ja wohl Vorschläge von ihm gewesen. Letztlich müssen ja auch alle Verträge durch den Aufsichtsrat genehmigt werden. Also kann man ihm auch nicht vorwerfen, daß er zu teure Verträge aushandelt. Da bestünde ja die Möglichkeit eines Vetos.
Meine Meinug ist, Eberl macht gute Arbeit und versteht es auch gut mit den Medien umzugehen.
Wenn man sich selbst für den Größten hält. Sind die eigenen Fußstapfen für jeden zu groß. Zudem muss seine Meinung natürlich auch noch öffentlich gemacht werden. Insgesamt schadet Uli dem Verein inzwischen mehr als er ihm nutzt. Bitte liebe Medien, bitte veröffentlicht seine Meinung nicht mehr. Wie lukrativ es auch sein mag. Auch zum politischen Tagesgeschäft und zur Nationalmannschaft ist der Mann nur noch peinlich. Er kann einem leid tun und er demontiert sich selbst.



