Italien: In dem Mittelmeerland stecken Pensionskassen inzwischen mehr Geld in Risikokapital. Foto: imago images/photosteinmaurer.com
Italien hat es vorgemacht. Seit Anfang des Jahres müssen die dortigen Pensionsfonds mindestens zehn Prozent ihrer förderfähigen Investitionen in Risikokapital stecken, um von der Kapitalertragsteuer befreit zu werden. Das ist doppelt so viel wie zuvor – und dürfte dem Start-up-Ökosystem in Italien einen Schub geben. Erste Anzeichen, dass es funktioniert, gab es schon in den ersten Monaten: Deutlich mehr Deals als im Vorjahreszeitraum kamen zustande.
Deutschland wartet auf ähnliche Maßnahmen seit Jahrzehnten. Und wird wohl noch länger warten müssen. Die jüngste Start-up- und Scale-up-Strategie der Bundesregierung greift das Thema erst gar nicht auf. Stattdessen geht es um mehr Tempo bei Anträgen, schnellere Steuernummern und bessere Bedingungen für Mitarbeiterbeteiligungen. Alles wichtig – aber eben kein großer Wurf, weil die zentralen Themen unangetastet bleiben.
Die zehn Prozent, die in Italien für Pensionskassen gelten, sind meilenweit – und damit auch milliardenweit – von dem entfernt, was deutsche Pensionskassen in Risikokapital investieren. Hierzulande sind es einer BaFin-Erhebung zufolge im Schnitt weniger als ein Prozent, auch weil Anreize fehlen, den Anteil auszubauen. Die Ein-Prozent-Marke wird in nahezu jedem anderen Industrieland übertroffen.



