Montreal. Verteidigungsminister Boris Pistorius sieht für eine engere Zusammenarbeit mit Kanada ein riesiges Potenzial. Das Land wolle wie Deutschland eine Vertiefung der Beziehungen hin zu einer strategischen Partnerschaft, sagte Pistorius auf seiner Kanada-Reise in Montreal. Es gebe enorme Möglichkeiten, nicht nur verteidigungs- und sicherheitspolitisch, sondern auch bei Energie, Rohstoffen, seltenen Erden und vielen Industriezweigen.
Am zweiten Tag seiner Reise besuchte Pistorius Rüstungsunternehmen des Landes in Montreal, darunter auch CAE, einen Hersteller von Simulatoren für die Pilotenausbildung. Der deutsche U-Boot-Bauer TKMS unterzeichnete dort eine Absichtserklärung mit dem Ziel einer Zusammenarbeit.
Pistorius hatte bereits am Mittwoch in Kanada um den weiteren Ausbau der militärpolitischen Beziehungen und um Rüstungskooperationen geworben. Zugleich riet er Nato-Verbündeten als Reaktion auf Unsicherheit in den Beziehungen zu den USA zu einer entschlossenen militärischen Stärkung.
Kanada, das Kaninchen und die Schlange
Am Mittwoch war Pistorius auf der kanadischen Rüstungs- und Sicherheitsmesse Cansec, wo er auch über die schwierig gewordenen Beziehungen zu den USA sprach. Pistorius forderte, sich auf die eigenen militärischen Fähigkeiten zu konzentrieren. „Vor dem Weißen Haus oder einem anderen Gebäude in der Welt zu sitzen und wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, würde uns nicht stärker machen. Es macht uns schwächer“, sagte er.



