Weil Täter bei Notruf log! Polizei nahm sterbenden Teenager fest

Weil Täter bei Notruf log! Polizei nahm sterbenden Teenager fest

Auf Heimweg nach Party: Weil Täter bei Notruf log! Polizei nahm sterbenden Teenager fest

Jetzt wurde der Killer verurteilt

Henry Nowak wurde nur 18 Jahre alt. Er wurde auf dem Heimweg von einer Party erstochen

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Southampton – Schwer verletzt, im Sterben liegend – und trotzdem legten ihm Polizisten erst einmal Handschellen an. Erst später merkten sie, dass Wirtschaftsstudent Henry Nowak (18) fünfmal niedergestochen worden war. Jetzt wurde der Täter Vickrum Digwa (23) wegen Mordes verurteilt. Er tötete den Erstsemestler Henry Nowak am 3. Dezember nachts mit einer 21 Zentimeter langen Klinge. Das Messer trug der Angeklagte nach eigenen Angaben aus religiösen Gründen bei sich.

Jury glaubte Notwehr-Version nicht

Vor Gericht behauptete Digwa, er habe in Notwehr gehandelt. Der Student habe ihn als gläubigen Sikh rassistisch beleidigt, geschlagen und ihm den Turban vom Kopf gerissen. Die Geschworenen glaubten diese Version jedoch nicht und verurteilten Digwa wegen Mordes.

Laut Anklage wurde auf den Erstsemester der Universität Southampton fünfmal eingestochen. Nachbarn hörten ihn noch rufen, er sei erstochen worden und liege im Sterben. Trotz seiner Verletzungen versuchte Nowak über einen Zaun zu fliehen und hinterließ eine Blutspur. Eine Stichverletzung in die Brust war am Ende tödlich.

Der gläubige Sikh, Vickrum Digwa (23), wurde wegen Mordes an einem Wirtschaftsstudenten verurteilt

Nach der Tat übergab Digwa das Messer seiner Mutter Kiran Kaur (53). Die Polizei fand es später im Haus der Familie zusammen mit mehr als 20 weiteren Sikh-Waffen. Auch die Mutter wurde schuldig gesprochen, wegen Beihilfe zu einer Straftat. Während der Urteilsverkündung wirkte sie sichtlich erschüttert. Digwa zeigte dagegen kaum eine Regung, wie BBC berichtet.

Kiran Kaur (53) nahm das Tatmesser von ihrem Sohn entgegen und versteckte es in ihrem Haus

Vorwurf an die Polizei

Für Aufsehen sorgte das Verhalten der Polizei: Die Beamten legten dem schwer verletzten Studenten zunächst Handschellen an und nahmen ihn fest, während er das Bewusstsein verlor. Grund dafür waren nach Angaben der Polizei falsche Informationen, die unmittelbar nach der Tat übermittelt wurden. Digwas Bruder hatte den Notruf gewählt und wiederholt behauptet, sein Bruder sei rassistisch angegriffen worden. Außerdem hielten die Brüder den verletzten Studenten fest. Die Beamten erfuhren zunächst nicht, dass Henry Nowak schwer verletzt worden war. Erst kurze Zeit später entdeckten sie die tödlichen Stichverletzungen.

Der stellvertretende Polizeichef Robert France entschuldigte sich öffentlich für den Vorfall. Die Beamten seien am Tatort und bereits im Notruf „belogen“ worden. Man habe die Angelegenheit selbst an die unabhängige Beschwerdestelle IOPC weitergeleitet.

Sikh-Verband spricht von „Einzelfall“

Die Sikh Federation UK erklärte nach dem Urteil, für die Tat gebe es „keine Entschuldigung“. Es handele sich um einen Einzelfall.

Nowaks Familie beschrieb den Wirtschaftsstudenten als „liebenswerten, intelligenten und talentierten Sohn“. „Unsere Welt wird ohne unseren großartigen Henry nie mehr dieselbe sein“, erklärte sie.

Das Strafmaß gegen Digwa wird am Montag verkündet. Seine Mutter soll am 17. Juli verurteilt werden.

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