Wolfgang Kubicki: Der neue Bundesparteivorsitzende muss sich klar von rechtspopulistischen Positionen und Narrativen abgrenzen. Foto: IMAGO/STEINSIEK.CH
Wolfgang Kubicki weiß, wie man Aufmerksamkeit auf sich zieht. Zahlreiche Interviews und Statements hat der frisch gewählte FDP-Chef in den vergangenen Wochen gegeben, seine Kandidatur allein schon hat mehr Wirbel ausgelöst, als sein Vorgänger Christian Dürr in mehreren Monaten erzielen konnte. Für eine Partei außerhalb des Bundestags, die schon drohte in der politischen Bedeutungslosigkeit zu versinken, ist das bereits ein Erfolg.
Auch die überraschende Kampfabstimmung am Parteitag mit der Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann entschied er für sich. Die hitzigen Botschaften in den Reden der beiden Kandidaten, die unterschiedlicher kaum sein könnten, bringen die Liberalen für einen Tag wieder ins Rampenlicht.
Aber das kurzzeitige Rampenlicht allein wird das grundlegende Problem der FDP nicht lösen. Denn an Zustimmung haben die Liberalen seit ihrem Ausscheiden aus dem Bundestag nicht wegen fehlender Sichtbarkeit verloren.
Kubicki, Lindner und Strack-Zimmermann gehören zu den bekanntesten Politikerinnen und Politikern dieses Landes. Das Problem der FDP dürfte also nicht die ausbleibende Aufmerksamkeit sein. Sondern vielmehr, dass die Wählerinnen und Wähler letztlich nicht mehr wussten, wofür die FDP eigentlich steht.



