Unter welchen Bedingungen Nazan Eckes ein Comeback wagen würde

Unter welchen Bedingungen Nazan Eckes ein Comeback wagen würde
Nach TV-Rückzug 2022

Unter welchen Bedingungen Nazan Eckes ein Comeback wagen würde

von spot on news

31.05.2026, 15:41 Uhr

31. Mai 2026 um 15:41 Uhr

Nazan Eckes feierte im Mai ihren 50. – zu diesem Anlass reflektiert sie das Ende ihrer TV-Laufbahn, private Belastungen und ihren Neustart auf Mallorca.

Nazan Eckes lässt zum 50. Geburtstag Karriere Revue passieren

Ihre Karriere begann Ende der 1990er-Jahre bei VIVA, zunächst in einem Volontariat. Später wechselte sie zu RTL und moderierte dort Formate wie „Explosiv“, „Extra“ und „Let’s Dance“. Über Jahre zählte sie damit zu den bekanntesten Gesichtern im deutschen Fernsehen. Rückblickend sagt sie über diese Zeit: „Wir waren viel fremdbestimmter“, sagt Eckes. „Damals galt vor allem eins: bloß neutral bleiben.”

Die Ex-RTL-Moderatorin entfernte sich immer mehr von sich selbst

Als entscheidenden Auslöser für ihren Rückzug nennt Eckes das Zusammentreffen mehrerer Entwicklungen. Während sie weiter vor der Kamera stand, verschlechterte sich die Alzheimer-Erkrankung ihres Vaters. Gleichzeitig zeichnete sich die Trennung von dem Maler Julian Khol, dem Vater ihrer Kinder, ab. Hinzu kam, dass ihre Entfremdung vom Job immer größer wurde.

„Ich hatte teilweise richtige Bauchschmerzen, wenn ich wusste: Heute musst du vor die Kamera“, sagt sie. Besonders belastend sei für sie gewesen, privat mit ernsten Themen beschäftigt zu sein und öffentlich dennoch das gewohnte Bild der Moderatorin aufrechterhalten zu müssen. „Es war so, als wären die private Nazan und die Nazan auf der Mattscheibe zwei völlig unterschiedliche Menschen geworden.“

Auszeit von der Öffentlichkeit war „unglaublich heilend”

Nach eigenen Angaben erfüllte Eckes zunächst ihre laufenden Verträge und beendete dann 2022 ihre mehr als 20 Jahre dauernde Karriere bei RTL. Das Jahr danach habe sie bewusst fern der Öffentlichkeit verbracht. „Nicht mehr in der Öffentlichkeit stattzufinden, habe ich als unglaublich heilend empfunden. Zum ersten Mal konnte ich mich nur um meine Kinder und mich selbst kümmern.”

Eckes spricht offen über Mutterschaft und Trennung

Im Interview geht Eckes auch ausführlich auf die Vereinbarkeit von Familie und TV-Beruf ein. Die Geburt ihres ersten Kindes sei sehr schwierig gewesen. Auch der Wiedereinstieg in den Job nach einem halben Jahr habe sie emotional stark getroffen. „Ich habe die komplette Strecke zur Redaktion Rotz und Wasser geheult“, sagt sie.

Den gesellschaftlichen Druck auf Mütter, die zugleich funktionieren und beruflich erfolgreich sein sollen, hält sie für unterschätzt. „Man unterschätzt völlig, welch emotionale Achterbahnfahrt und welche körperliche Belastung Mütter durchmachen.“

Auch über die Trennung von Julian Khol spricht sie offen. Anfangs habe sie große Angst vor diesem Schritt gehabt. Heute sieht sie die Situation anders: „Kinder brauchen vor allem mental stabile, glückliche Eltern, keine perfekte Fassade.“ Nach ihren Worten half ihr ein Systemcoaching dabei, die Lage neu einzuordnen. Getrennte Eltern könnten funktionierende Familienstrukturen erhalten – „manchmal ist es für alle der bessere Weg“.

Ein TV-Comeback schließt sie nicht aus

Ganz ausschließen will Eckes eine Rückkehr vor die Kamera inzwischen nicht mehr. Früher hätte sie ein Comeback nach eigenen Angaben noch klar verneint. Mittlerweile habe es einzelne Anfragen gegeben, bei denen sie kurz ins Grübeln gekommen sei.

Dabei nennt sie jedoch eine klare Bedingung: „Wenn, dann müsste es wirklich etwas sein, das mich persönlich und inhaltlich reizt. Einfach irgendwo stehen und moderieren, nur um zu moderieren, das kann ich mir nicht mehr vorstellen.“

Von (mia/spot)

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