New York. Die USA haben 60 Volkswirtschaften neue Zölle angedroht, weil diese Importe von Produkten aus mutmaßlicher Zwangsarbeit nicht verhinderten oder bestehende Importverbote nicht genügend überprüften. Das teilte das Büro des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer am späten Dienstagabend (Ortszeit) mit.
Zehn Prozent Zoll sollen für Importe aus Kanada, Mexiko, der Europäischen Union, Taiwan und dem Vereinigten Königreich gelten. 12,5 Prozent sieht der Vorschlag für Waren aus China, Indien, Japan, Südkorea, Brasilien und der Schweiz vor. Den niedrigeren Satz erhalten Länder, die Einfuhrverbote für Waren aus Zwangsarbeit verhängt oder dies zugesagt haben. Für alle anderen gilt der höhere Satz.
Der Vorschlag sieht allerdings auch Ausnahmen vor: Bekleidung und Textilien aus bestimmten Ländern wären mit niedrigeren Zöllen belegt – abhängig davon, wie viel Textilien das jeweilige Land in die USA exportiert. Ganz ausgenommen wären unter anderem Rindfleisch, Tomaten, Bananen, Kaffee und Orangensaft sowie Metalle, bestimmte Brennstoffe und Chemikalien.
Die Zölle sollen demnach aber nicht sofort in Kraft treten. Stattdessen können zunächst Einwände bis zum 6. Juli geltend gemacht werden, am 7. Juli soll dann eine Anhörung stattfinden.



