Während Auszeichnung: „Lindenstraße“-Star Georg Uecker kämpft mit den Tränen

Während Auszeichnung: „Lindenstraße“-Star Georg Uecker kämpft mit den Tränen
Schauspieler erhält Verdienstorden

Während Auszeichnung: Georg Uecker kämpft mit den Tränen

von spot on news

02.06.2026, 20:00 Uhr

02. Juni 2026 um 20:00 Uhr

Georg Uecker ist am Dienstag (2. Juni) mit dem Landesverdienstorden von Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Während der feierlichen Verleihung zeigt sich der frühere „Lindenstraße“-Star sichtlich bewegt.

Der „Lindenstraße”-Star wurde gemeinsam mit seinem Kollegen Claus Vinçon (69) und Serienschöpfer Hans W. Geißendörfer (85) mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Die Auszeichnung überreichte Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) im Rahmen einer feierlichen Zeremonie.

Georg Uecker ringt bei Ordensverleihung mit den Tränen

Für Uecker, der sichtlich bewegt war und auf der Bühne mit den Tränen kämpfte, markierte die Ehrung eine Rückkehr ins öffentliche Rampenlicht nach einer längeren gesundheitlich geprägten Auszeit. Auf Bildern der Veranstaltung ist zu sehen, wie er sich immer wieder Tränen aus den Augen wischt, während er den Orden entgegennimmt.

Die Auszeichnung gilt als höchste Ehrung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Neben Uecker, Vinçon und Geißendörfer wurden zwölf weitere Persönlichkeiten geehrt, die sich in besonderer Weise für ein offenes, vielfältiges und respektvolles gesellschaftliches Miteinander einsetzen – insbesondere auch im Einsatz für die Rechte und Sichtbarkeit queerer Menschen.

Uecker, der seit den frühen 1990er-Jahren mit HIV lebt und zudem eine schwere Krebserkrankung überstanden hat, zeigte sich im Anschluss an die Verleihung stolz und dankbar. Trotz gesundheitlicher Rückschläge gehe es ihm heute „sehr gut“, sagte er der „Bild“-Zeitung. Die Auszeichnung empfinde er als große Wertschätzung für langjähriges Engagement.

Georg Uecker posiert neben NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.

Georg Uecker posiert neben NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. imago images/Political-Moments / Jens Krick

„Lindenstraße” gilt als Pionierin der deutschen TV-Geschichte

Besonders eng verbunden ist die Ehrung mit der TV-Geschichte der „Lindenstraße”. Die von Geißendörfer entwickelte Serie prägte über Jahrzehnte das deutsche Fernsehen und griff früh gesellschaftliche Themen wie Homosexualität, Aids und Diskriminierung auf. Ein Meilenstein war der erste schwule Kuss in einer deutschen Vorabendserie im Jahr 1990, an dem Uecker in seiner Rolle beteiligt war.

Die „Lindenstraße”, die von 1985 bis 2020 lief und über 1.700 Folgen umfasste, gilt bis heute als Pionierin für gesellschaftliche Vielfalt im deutschen Fernsehen. Mit der Auszeichnung würdigt Nordrhein-Westfalen nun auch den kulturellen und gesellschaftlichen Einfluss der Serie und ihrer Macher.

Ministerpräsident Hendrik Wüst betonte in seiner Rede, dass viele der Geehrten über Jahre hinweg dazu beigetragen hätten, Sichtbarkeit zu schaffen und gesellschaftliche Grenzen zu verschieben. In einer Demokratie müsse jeder Mensch frei leben und lieben können – ohne Angst und Vorurteile, so Wüst.

Bei Verleihung in NRW: Insgesamt 15 Menschen ausgezeichnet

Neben den „Lindenstraße”-Akteuren wurden unter anderem auch die Podcasterin Ricarda Hofmann, der Schauspieler Ralph Morgenstern sowie zahlreiche weitere Engagierte aus der queeren Community ausgezeichnet, die sich für Aufklärung, Sichtbarkeit und Gleichberechtigung einsetzen.

Von (ncz/spot)

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