48 Teams, 48 Profis

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Der Countdown zur Weltmeisterschaft 2026 läuft: 48 Nationen kämpfen am kommenden Donnerstag, 11. Juni, um die begehrteste Trophäe des internationalen Fußballs. Wir haben die globale Expertise unserer Transfermarkt-Mitarbeiter von fünf Kontinenten gebündelt und präsentieren im Vorfeld des Turniers je einen Spieler jedes Teams, den man in den kommenden knapp sechs Wochen auf dem Zettel haben muss: Von potentiellen Rising Stars, über mögliche Überraschungen bis hin zu erfolgshungrigen Routiniers – nach Gruppe A geht es weiter mit Gruppe B, bestehend aus Gastgeber Kanada, Katar, Schweiz und Bosnien-Herzegowina.
WM 2026: 48 Teams, 48 Spieler
Alphonso Davies: WM richtungsweisend für Karriere am Scheideweg?
Manuel Veth, Area Manager Nordamerika bei Transfermarkt: Als Russland für die FIFA-Weltmeisterschaft 2018 den Zuschlag vor Nordamerika erhielt, war Alphonso Davies das Aushängeschild des Bewerbungskomitees. Damals war er ein junger Mann, der kurz vor seinem Wechsel zum FC Bayern München stand – und Davies verkörperte den kanadischen Traum. Geboren im Flüchtlingslager Buduburam in Ghana als Sohn liberianischer Eltern, wuchs Davies in Edmonton, Alberta, auf, ehe er seine Karriere bei den Vancouver Whitecaps startete.
2019 folgte der Wechsel zum FC Bayern, wo er zu einem Superstar in der Bundesliga und ohne Weiteres zum besten Spieler Nordamerikas wurde. Dieser Glanz ist in jüngerer Vergangenheit allerdings etwas verblasst. Kleinere Verletzungen bremsten Davies aus, und als er unter Vincent Kompany gerade wieder zu seiner Form zurückfand, stoppte ihn erneut ein schwerer Kreuzbandriss. Diese Saison bestand aus einigen wenigen Höhen und vielen Tiefen. Davies ist nach wie vor Kanadas größter Star, vor Juventus-Stürmer Jonathan David. Doch es besteht kein Zweifel daran, dass seine Karriere an einem Scheideweg steht – und starke Leistungen für Kanada bei der Weltmeisterschaft könnten seine Perspektiven entscheidend verändern.
Kerim Alajbegovic: Lichtblick in Bosniens neuer Generation
Zlatan S., Datenscout Bosnien bei Transfermarkt: Kerim Alajbegovic ist kein klassischer Flügelspieler, sondern eher ein „Inside Forward“, der gerne nach innen zieht. Er sucht Eins-gegen-eins-Situationen, geht gezielt ins Dribbling gegen Außenverteidiger und versucht, diese zu isolieren. Er verfügt über einen wuchtigen Abschluss und ist beidfüßig, was ihn unberechenbar macht. Seine Tore erzielt er nicht nur innerhalb des Strafraums, sondern besitzt auch die Technik für Distanzschüsse – selbst mit seinem vermeintlich schwächeren Fuß.
Alajbegovic gehört zweifellos zu den wichtigsten Spielern im Kader. In den Play-offs hat er gezeigt, dass er trotz seines jungen Alters auch Verantwortung übernehmen kann. Zudem ist er eiskalt, wie seine beiden verwandelten Elfmeter in den Play-offs gezeigt haben. Er gehört zur neuen Generation bosnischer Spieler – gemeinsam mit Akteuren wie Esmir Bajraktarevic, Tarik Muharemović, Amar Dedić, Nidal Celik, Armin Gigović und Benjamin Tahirović –, die, wenn alles gut läuft, unseren Fußball in den kommenden zehn Jahren prägen wird.
Akram Afif: „Die prägende Figur Katars“
Tiberius Radziejewski, Area Manager Asien bei Transfermarkt: Akram Afif steht einmal mehr im Mittelpunkt der WM-Ambitionen Katars. Der 29 Jahre alte Star aus Katar spielt bei Al-Sadd eine der besten Saisons seiner Karriere, gekrönt durch die Auszeichnung als „QFA Bester Spieler der Saison 2025/26“ – bereits zum sechsten Mal. Wie gewohnt lieferte Afif starke Zahlen: In 22 Partien der Qatar Stars League kam er auf 15 Tore und zwölf Vorlagen. Für die Nationalmannschaft ist Afif schon lange die prägende Figur Katars und zählt bereits zu den Spielern mit den meisten Länderspielen in der Geschichte des Landes.
Nachdem er im Alter von nur 18 Jahren sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gegeben hatte, entwickelte er sich zum wichtigsten Spielmacher des Teams und zu einem der bedeutendsten Führungsspieler. Sein Einfluss in der Qualifikation für diese Weltmeisterschaft war enorm: Mit vier Toren und 15 Assists trug er entscheidend dazu bei, dass sich Katar erstmals überhaupt über den Qualifikationsweg für das Turnier qualifizierte. Nach zwei AFC-Asian-Cup-Triumphen in Folge waren Katars Leistungen zuletzt wechselhafter, weshalb dieses Turnier vorerst die letzte große Gelegenheit auf der größten Bühne sein könnte – sowohl für Afif als auch für die goldene Generation des Landes. Ein Platz in der K.-o.-Runde ist möglich, doch dafür muss Katar zunächst eine anspruchsvolle Gruppe überstehen.
Johan Manzambi: Schlüsselspieler der Eidgenossen?
Jannek Ringen, Redakteur bei Transfermarkt.de: Johan Manzambi hat eine herausragende Saison gespielt und seine Qualitäten sowohl auf Klub- als auch auf internationaler Ebene unter Beweis gestellt. Am Ende der Saison 2024/25 tauchte er wie aus dem Nichts im Kader des SC Freiburg auf und hinterließ sofort Eindruck. In dieser Spielzeit ist er Stammspieler und dürfte den Klub im Sommer wohl als Rekordabgang verlassen. Manzambi zeichnet sich durch seine Physis in Verbindung mit hervorragenden technischen Fähigkeiten aus; er ist ein klassischer Box-to-Box-Mittelfeldspieler, der konstant Torgefahr ausstrahlt.
Ein kleiner Makel in dieser Saison ist, dass er in Zweikämpfen mitunter etwas übermotiviert zu Werke geht, was bereits zu zwei Roten Karten geführt hat. Da er erst 20 Jahre alt ist, hat er aber noch viel Entwicklungspotenzial. Wenn die Schweiz eine erfolgreiche Weltmeisterschaft spielen will, dürfte Manzambi neben etablierten Namen wie Granit Xhaka und Manuel Akanji einer der Schlüsselspieler sein.
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