Wollte zu 95 % nicht verlängern

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Joshua Kimmich ist aus der deutschen Nationalmannschaft und dem Team des FC Bayern nicht wegzudenken. Während der Saison 2024/25 war die sportliche Zukunft des 31 Jahre alten Defensiv-Allrounders jedoch großes Diskussionsthema. Erst im März 2025 beendeten beide Seiten nach etlichen Verhandlungsrunden sowie einer zwischenzeitlichen Rücknahme des Angebots den Poker und verlängerten die gemeinsame Zusammenarbeit. Kimmich unterschrieb einen neuen Vertrag bis 2029 und beendete alle Spekulationen um einen ablösefreien Weggang. Im Rahmen der ZDF-Dokumentation „Sportstudio Produktion: Kapitän Kimmich“, die ab dem 9. Juni in der Mediathak des Senders zu sehen ist, ließ der DFB-Kapitän durchblicken, dass er sich zuvor sehr intensiv mit dem Werben von Paris Saint-Germain auseinandergesetzt hat.
„Mit Paris war ein Verein da, der sich sehr committet hat. Einer, den ich auch gar nicht so auf dem Zettel hatte. Ich habe mich schon mit dem Sportdirektor (Luís Campos; d. Red.) und dem Trainer von Paris (Luis Enrique; d. Red.) ausgetauscht. Wenn das Interesse groß ist, und ich muss sagen, die haben das wirklich gut gemacht und einem echt den Eindruck vermittelt, dass sie einen wirklich haben wollen, dann ist das schon so, dass man sich damit beschäftigt“, sagte Kimmich. Der französische Spitzenklub bemühte sich sowohl im Sommer 2024 als auch im darauffolgenden Winter um ihn.
Als ein Wechsel im ersten Versuch fehlschlug, reiste Campos zu Kimmich nach München und stattete ihm zu Hause einen Besuch ab. „Das hat mich schon gecatcht. Ich sollte da ein wichtiges Puzzlestück sein als ein Spieler mit etwas mehr Erfahrung. Und das macht dann schon was mit einem“, erzählte der gebürtige Rottweiler.
Ehefrau Lina machte sich im Februar 2025 stellvertretend auf den Weg nach Paris, um die Begebenheiten des möglichen neuen Arbeitgebers und die Stadt unter die Lupe zu nehmen. „Wir haben uns alles angeschaut. Schulen, Wohngegenden“, sagte Lina Kimmich, während ihr Mann preisgab, dass die PSG-Bosse schwere Geschütze auffuhren, um den Profi zu überzeugen. „Paris hat mir ein Angebot geschickt. Das Finanzielle war krass. Wirklich. Sehr, sehr krass, muss ich sagen. Ich wollte das aber nicht zum Ausschlaggebenden machen“, konstatierte der deutsche WM-Fahrer.
Warum Kimmich das PSG-Angebot für den FC Bayern ausschlug
Zwei Komponenten hätten aber am Ende für eine Verlängerung gesprochen: der neue Bayern-Coach Vincent Kompany – „ich habe noch nie ein so großes Vertrauen gespürt wie jetzt“ – sowie die private Situation mit der Verantwortung für die Familie. Dass er an der Säbener Straße blieb, betrachtet Kimmich als „richtige“ Entscheidung.
Im Sommer 2024 waren die Vorzeichen noch gänzlich andere, als er erklärte: „Selbst wenn wir hier 30 Spiele in Folge gewinnen und das finanzielle Angebot Wahnsinn ist und der Verein voll hinter mir steht. Ich will es nicht zu 100 Prozent ausschließen, aber zu 95 Prozent sehe ich es nicht kommen, dass ich hier verlängere.“

Damals haderte Kimmich mit der fehlenden Wertschätzung der Verantwortlichen um Sportvorstand Max Eberl: „Der Support des Vereins war nicht so da, wie man sich das erhofft oder wünscht.“ In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ hatte er kurz nach seiner Unterschrift bis 2029 Einblicke in den Vertragspoker gewährt und unter anderem gesagt: „Selbst mein Vater hat mich irgendwann angerufen und gefragt: Was ist denn jetzt los? Was brauchst du denn noch?“
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