Leipzig & Co. ausgestochen

©IMAGO
Kennet Eichhorn von Hertha BSC ist der wohl begehrteste deutsche Fußballer der abgelaufenen Saison – und jetzt steht fest, wo er künftig auflaufen wird. Bayer 04 Leverkusen hat die Ausstiegsklausel des 16 Jahre alten defensiven Mittelfeldspielers gezogen und ihn bis 2031 unter Vertrag genommen. Das teilte die Werkself mit. Der Doublesieger von 2024 setzte sich damit gegen mehrere hochkarätige Konkurrenten durch – darunter RB Leipzig, FC Liverpool oder Manchester City. Auch Borussia Dortmund und Bayern München zeigten Interesse, wollten das finanzielle Gesamtpaket aber dem Vernehmen nach nicht stemmen.
Die Ablöse für Eichhorn beträgt laut übereinstimmenden Medienberichten rund 9 Millionen Euro. Das ist etwas weniger als die ursprünglich spekulierte Höhe der Klausel zwischen 10 Mio. und 12 Mio. Euro. Diese variierte dem Vernehmen nach von Klub zu Klub, die maximale Summe hätte etwa ein Champions-League-Teilnehmer zahlen müssen. Bayer 04 tritt aber 2026/27 in der Europa League an. Hertha BSC nahm bisher nur achtmal mehr für einen Spieler ein und nur einmal war dieser unter 20 Jahren alt: Ibrahim Maza (20), der vor einem Jahr für 12 Mio. Euro ebenfalls nach Leverkusen wechselte. Eichhorn ist Bayers teuerster U18-Neuzugang überhaupt. Weltweit ordnet sich der Berliner sich allerdings im unteren Bereich der Top-25 ein.
Bei der Ablöse dürfte es aber nicht bleiben: Die „Sport Bild“ hatte zuletzt berichtet, dass der jüngste Spieler und Torschütze der Zweitliga-Geschichte ein Handgeld fordere, das die Differenz zwischen Ablöse und Marktwert ausgleicht. Dieser liegt seit Dezember 2025 bei 20 Mio. Euro und ist der höchste in der Historie eines im deutschen Fußball-Unterhaus eingesetzten Spielers.
Eichhorn zu Bayer 04: Das sagen die Verantwortlichen
„Wir sind sehr froh, dass wir Kennet Eichhorn von unserem Konzept überzeugen konnten. Schon vor einem Jahr hatten wir engen Kontakt mit Kennet und seiner Familie, und schon damals ist zwischen uns eine gute Verbindung entstanden“, sagte Bayer-Sport-Geschäftsführer Simon Rolfes am Mittwochabend. „Das war auch in den diesjährigen Gesprächen immer spürbar. Kennet teilt unsere Auffassung, bei Bayer 04 die besten Bedingungen für die Entwicklung hin zu einem absoluten Top-Spieler der Bundesliga zu bekommen.“ Rolfes bestätigte, dass auch der neue Trainer Carles Martínez eine Rolle bei Eichhorns Entscheidung gespielt hat. Der Austausch mit dem Spanier „sei von großer Übereinstimmung in den fußballerischen Themen“ gewesen „und von gegenseitigem Vertrauen geprägt. Mit Kennet haben wir nun eines der besten deutschen Talente in unseren Reihen.“

Auf Hertha-Seite meinte Sportdirektor Benjamin Weber: „Kenny hat bereits mit 15 Jahren bei den Profis mittrainiert, ist hochtalentiert und steht für die großartige Arbeit, die in unserer Akademie geleistet wird. Wir haben Kenny im vergangenen Jahr überzeugen können, seine Entwicklung bei uns fortzusetzen, indem wir ihm eine klare Perspektive im Profibereich aufgezeigt haben. Seine schnelle und großartige Entwicklung im vergangenen Jahr konnten wir dann alle verfolgen und hat dazu geführt, dass er sich jetzt dafür entschieden hat, den nächsten Schritt zu gehen, in die Bundesliga zu wechseln und auf internationaler Bühne zu spielen.“
Hertha hätte ein so großes Talent natürlich gern gehalten. „Nichtsdestotrotz macht es uns sehr stolz, dass wir ihn bis hierhin in seiner Entwicklung begleiten durften. Für seinen weiteren Weg wünschen wir ihm nur das Beste und viel Erfolg.“
So bewertet Eichhorn seinen Wechsel von Hertha BSC zu Bayer Leverkusen
„Ich habe mich nach wirklich sehr guten Gesprächen für die aus meiner Sicht beste Lösung entschieden: Leverkusen ist ein Verein, der schon viele, auch sehr junge Spieler schnell zu Top-Profis entwickelt hat“, sagte Eichhorn, der in Leverkusen die Rückennummer 18 tragen wird. „Ich werde alles einsetzen, um hier einen ähnlichen Weg zu gehen. Meine Freude ist riesig, bei einem so spannenden, international aufgestellten Klub wie Bayer 04 meine nächsten Schritte zu machen.“
In der Pressemitteilung der Berliner führte das Eigengewächs aus: „Ich bin bei Hertha einen Weg gegangen, der mich geprägt hat. Und das seit der U9. Ich habe hier jedes Jahr, in jeder Mannschaft Vertrauen, Unterstützung und Rückhalt gespürt. Dafür bin ich unendlich dankbar.“ Er habe in Berlin wachsen, reifen und seinen Traum wahr werden lassen können, Profi zu werden. „Die gemeinsamen Momente, die Ergebnisse und die Herausforderungen werde ich nicht vergessen. Der Abschied fällt mir daher alles andere als leicht. Ich will mich bei allen Trainern, Mitarbeitern, Mitspielern und den Menschen im Umfeld hier bedanken, die mich auf meinem Weg begleitet, gefördert und an mich geglaubt haben. Nun beginnt für mich ein neues Kapitel, aber Hertha wird immer ein ganz besonderer Teil meines Lebens bleiben und einen Platz in meinem Kopf, aber auch Herzen haben: Von meinem ersten Profieinsatz gegen Karlsruhe bis zum Tor am 33. Spieltag gegen Fürth – das sind Momente, die sich bei mir eingebrannt haben. Ich nehme Werte, Erfahrungen und Freundschaften fürs Leben mit. Danke für alles und von Herzen nur das Beste für die Zukunft.“
Hinweis:
Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf.
Füge Transfermarkt hier als bevorzugte Quelle hinzu.




