Nordrhein-Westfalen übernimmt künftig für rund 33.500 Vereine und Organisationen die Gema-Gebühren. Das Land habe mit der Musikverwertungsgesellschaft einen Pauschalvertrag geschlossen, der die Kosten für Musik bei bestimmten Veranstaltungen übernehme, teilt NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach (CDU) mit.
»Ob Sommerfest, Dorffest, Gemeindefest oder Vereinsjubiläum: Wo Ehrenamt Gemeinschaft schafft, werden wir Hürden abbauen«, sagt Scharrenbach. »Deshalb heißt es künftig: Music on, Gebühren off.« Der Pauschalvertrag werde viele Vereine und Ehrenamtliche in Nordrhein-Westfalen entlasten.
Das Land folgt mit dem Vertrag einer Reihe von Bundesländern, die ähnliche Verträge mit der Gema abgeschlossen haben. Zuletzt hatte dies Thüringen verkündet. Die Gema vertritt in Deutschland die Urheberrechte von mehr als 100.000 Komponisten, Textern und Musikverlagen sowie von über zwei Millionen Rechteinhabern aus aller Welt.
Die Höhe der Lizenzkosten kann sehr unterschiedlich ausfallen: So kostet ein Vereinsfest in Räumen auf einer Fläche bis 500 Quadratmeter mit Livemusik ohne Eintritt nach Angaben der Gema 152 Euro netto. Bei zehn Euro Eintritt liegt die Gema-Gebühr für die gleiche Veranstaltung bei 587 Euro netto.
Schützenfeste und Karnevalsumzüge umfasst der Pauschalvertrag nicht
In Nordrhein-Westfalen sollen künftig bis zu vier Veranstaltungstage pro Jahr über das Land abgerechnet werden können. Umfasst seien Veranstaltungen mit Live- oder Tonträgermusik, bei denen kein Eintrittsgeld erhoben wird und die Veranstaltungsfläche maximal 500 Quadratmeter groß ist.
Nicht umfasst vom Pauschalvertrag sind laut Landesregierung unter anderem Konzerte, Tanzveranstaltungen, Hintergrundmusik und gestreamte Veranstaltungen. Auch Karnevals- und Schützenfestumzüge seien derzeit nicht im Vertrag enthalten.



